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Soli aktuell 5/2024

Ein wichtiger Meilenstein

DGB-Jugend Bayern: Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende ist endlich flächendeckend möglich.

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Die DGB-Bezirksjugendsekretärin in Bayern, Anna Gmeiner.

Neue Richtlinie
Die DGB-Jugend Bayern begrüßt das Inkrafttreten der "Richtlinie für die Förderung von Wohnraum für Auszubildende" des Bayerischen Staatsministeriums für Bauen, Wohnen und Verkehr in diesem Frühjahr. Der Freistaat Bayern fördert künftig Wohnheime und Wohnheimplätze für Auszubildende, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt in der Regel keine Chance haben, eine eigene Mietwohnung finanzieren und beziehen zu können. Vorausgegangen war dem eine Initiative der bayerischen Gewerkschaftsjugend, nicht nur Studierenden, sondern auch für Auszubildende Fördermittel bereitzustellen.

Fördermittel einsetzen
Wie das zuständige Ministerium mitteilt, sind zunächst Gelder im Umfang von 116 Mio. Euro vorgesehen, die sich aus dem Wohnbauprojekt des Bundes "Junges Wohnen" (78 Mio. Euro) sowie Landesmitteln (38 Mio. Euro) zusammensetzen. Das neue Förderangebot ermöglicht ein ›leistungsfreies‹ Baudarlehen von 45.000 Euro je Wohnplatz bei einer 25-jährigen Belegungsbindung. Das heißt: Wenn das Darlehen dem Zweck entsprechend genutzt wird, muss es nicht zurückgezahlt werden. Die Miete je Wohnplatz beträgt grundsätzlich 260 Euro plus Möblierungszuschlag. In Gebieten mit erhöhtem Wohnungsbedarf wie etwa Großstädten kann sie 280 Euro je Wohnplatz plus Möblierungszuschlag betragen.

Aktive Gewerkschaftsjugend
"Die Richtlinie für das Azubiwohnen ist ein echter und wichtiger Meilenstein in der Wohnraumförderung in Bayern und wäre ohne den vielfältigen Einsatz der Gewerkschaftsjugend nicht möglich gewesen", sagt DGB-Bezirksjugendsekretärin Anna Gmeiner. "Wir wollen bezahlbaren Wohnraum nicht nur in Sonntagsreden, sondern ganz konkret in den Mietverträgen sehen. Und gerade dieDeckelung der Miete bei unter 300 Euro ist für Auszubildende, die im Schnitt weniger als 1.000 Euro brutto pro Monat zur Verfügung haben, essenziell."

Nun liegt es vor allem an den Kommunen und anderen gemeinwohlorientierten Verbänden und Organisationen, die als Zuwendungsempfänger infrage kommen, die Fördermittel des Freistaats in den bayerischen Städten, aber auch in der Fläche durch konkrete Wohnheimprojekte tatsächlich bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende zu verwirklichen.

Kommunen, baut jetzt!
Bei der DGB-Jugend heißt es: Jetzt kann es losgehen. Ein Beispiel, wie Wohnheimplätze unter kommunaler Federführung erfolgreich entstehen können, zeigen die Landeshauptstadt München, der Kreisjugendring München-Stadt und die DGB-Jugend München mit der Gründung des Azubiwerks München, das seit Ende 2022 schon knapp 400 Wohnheimplätze vermieten konnte und bis zum Jahr 2026 weitere 600 Appartements bezugsfertig oder im Bau haben wird.

Die neue Förderrichtlinie könne einen deutlichen Impuls geben, in ganz Bayern Wohnheime für Auszubildende zu realisieren und damit einen signifikanten Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarktes für junge Beschäftigte leisten. Gmeiner warnt jedoch auch: "Die bisherigen Fördermittel können und dürfen nur der Anfang für eine großangelegte Wohnraumoffensive sein, durch die Bund, Länder und Kommunen die angespannte Wohnsituation junger Menschen spürbar und nachhaltig verbessern müssen." Eine Verstetigung sowie ein enormer Ausbau der Förderkulisse sei im Sinne der Auszubildenden und Fachkräfte von morgen dringend geboten.


Weitere Infos: www.azubiwohnen.bayern.de