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Soli aktuell 4/2024

Inflation und reguläres Einkommen

BIBB-Auswertung: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen schwanken wie die ökonomische Situation.

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Viel zu tun in der Ausbildung – 2023 gab es einen leicht stärkeren Anstieg bei den Vergütungen.

West höher als Ost
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland sind 2023 im Vergleich zum Vorjahr im bundesweiten Durchschnitt um 3,7 Prozent gestiegen. Damit lag der Anstieg unterhalb des Vorjahresniveaus (4,2 Prozent). Die Auszubildenden in tarifgebundenen Betrieben erhielten im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg 1.066 Euro brutto im Monat. Für Auszubildende in Westdeutschland ergab sich mit 1.068 Euro ein leicht höherer Durchschnittswert als für ostdeutsche Auszubildende mit 1.042 Euro. Die Werte hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zum Stichtag am 1. Oktober 2023 ermittelt.

BIBB-Daten für 173 Berufe
Aufgrund der hohen Inflation mussten die Auszubildenden – so wie die meisten Arbeitnehmer*innen – wie bereits 2022 und 2021 Reallohnverluste hinnehmen. Etwaige Sonderzahlungen wurden aber in die Berechnungen nicht miteinbezogen.

Für 173 Berufe in West- und 110 Berufe in Ostdeutschland liegen Ergebnisse in der BIBB-Datenbank vor. Die im gesamtdeutschen Durchschnitt höchsten tariflichen Ausbildungsvergütungen wurden im Beruf Milchtechnolog*in mit monatlich 1.307 Euro gezahlt. Die Zimmerleute, der Spitzenreiter der Vorjahre, landeten mit 1.264 Euro auf Platz zwei.

In 13 Berufen lagen die tariflichen Vergütungen im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg bei 1.200 Euro oder mehr. Hier finden sich neben den genannten Berufen vor allem Berufe aus dem Baugewerbe wie Maurer*in (1.229 Euro) oder Rohrleitungsbauer*in (1.250 Euro). Insgesamt erhielten etwa zwei Drittel der Auszubildenden, die in einem tarifgebundenen Betrieb lernten, 2023 eine Ausbildungsvergütung von mehr als 1.000 Euro, fast ein Drittel sogar mehr als 1.150 Euro.

Handwerk und so
Bei rund zehn Prozent der Auszubildenden lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2023 unterhalb von 850 Euro. 14 Berufe lagen unter 900 Euro. Die meisten dieser Berufe gehören zum Handwerk, etwa Maler*in und Lackierer*in (891 Euro), Schornsteinfeger*in (847 Euro) oder Friseur*in (691 Euro), dem Beruf mit den insgesamt niedrigsten tariflichen Ausbildungsvergütungen. Weil die Bäcker*innen zuletzt einen guten Tarifabschluss verzeichnen konnten, gab es bei ihnen einen deutlichen Sprung von 782 auf 970 Euro – damit gehören sie nicht mehr zu den Berufen mit besonders niedrigen durchschnittlichen tariflichen Vergütungen.

Große Unterschiede
Zwischen den Ausbildungsbereichen unterschieden sich die Vergütungen immer noch deutlich. Über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 1.066 Euro lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im öffentlichen Dienst (1.128 Euro), in den Berufen von Industrie und Handel (1.113 Euro), in der Hauswirtschaft (1.086 Euro) und in der Landwirtschaft (1.079 Euro), darunter lagen sie im Handwerk (983 Euro) und in den freien Berufen (979 Euro).


Weitere Infos: www.bibb.de/ausbildungsverguetung

(Aus der Soli aktuell 4/2024, Autorin: Soli aktuell)