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Soli aktuell 3/2024

FemPower to the Union!

Junge Gewerkschafterinnen trafen sich in Berlin beim DGB zur ersten Feministischen Netzwerktagung.

© DGB-Jugend/Anne Freitag
Konzentriert bei der Sache: Die Teilnehmerinnen der Feministischen Netzwerktagung.

FemPower to the Union!" Die Gewerkschaften müssen feministisch sein: Unter diesem Motto hatten DGB-Jugend und DGB Frauen vom 16. bis 18.Februar 2024 ins Haus des DGB in Berlin zur ersten Feministischen Netzwerktagung für junge Gewerkschafterinnen eingeladen. Und die rund 100 Teilnehmerinnen hatten viel Programm zu stemmen, mehrere Workshops standen zur Auswahl. Die Themen: Wie wir mit Stereotypen aufräumen und die geschlechtersensible Berufsorientierung vorantreiben, wirtschaftliche Unabhängigkeit, betriebliche Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Wie können wir Gewalt gegen Frauen stoppen? Das wollten die Teilnehmerinnen von Gabriele Andert von der GdP wissen; wie man gegen sexuelle Belästigung vorgehen kann, von EVG-Gewerkschafterin Kim Seibert. Migrantische Perspektiven erläuterte Sükran Budak vom Ressort Migration und Teilhabe beim IG Metall-Vorstand. Und wie man Antifeminismus sehen und entlarven kann, beschrieb Sabine Herbert von der Amadeu-Antonio-Stiftung.

In einer Fishbowl-Debatte wurde diskutiert, wie sich feministische Forderungen vor Ort umsetzen lassen. Expertinnen wie EVG-Bundesjugendleiterin Victoria Ebnet, die DGB-Regionsgeschäftsführerin in Ostwestfalen-Lippe, Clea Stille, Anna Lang, Bezirksverordnete in Berlin-Kreuzberg/Friedrichshain und die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte von Berlin-Spandau, Juliane Fischer-Rosendahl, berichteten aus der Praxis. Auch im Panel "Empowerment: Mach dich und andere stark!" zeigten Carissa Wagner (IG Metall NRW) und Laura Rauschnik (DGB-Projekt "Was verdient die Frau?") Wege auf, wie man Ziele engagiert umsetzt. Mit der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack wurden Positionen und Forderungen diskutiert, die sie dann in den DGB-Bundesvorstand mitnehmen konnte – auf jeden Fall die richtige Adresse: "Der DGB ist mit zwei Millionen weiblichen Mitgliedern die größte Interessenvertretung von Frauen in Deutschland", sagte Hannack.

Zum Ausklang gab es feministische Stadtführungen durch Berlin: von den ersten bis zu den neuen Frauenbewegungen, Frauen im Widerstand und durchs lesbisch-frauenbewegte Berlin-Schöneberg, seit letztem Jahr u. a. auch Standort der DGB-Bundesverwaltung.


(Aus der Soli aktuell 3/2024, Autorin: Soli aktuell)