© TVStud / Kay Herschelmann

Soli aktuell 12/2023

Jugendthema Rente

Die DGB-Jugend positioniert sich zur Frage der Alterssicherung. Von Philipp Siewert

Philipp Siewert
© Privat
Philipp Siewert ist politischer Referent der DGB-Jugend.

Rente ist und war nie nur ein Thema der älteren Generation. Gerade junge Beschäftigte wollen klare und verlässliche Rahmenbedingungen – während der Berufsausübung wie auch danach. Die Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit für Junge Beschäftigte 2023 zeigt klar, dass sich junge Menschen mit der Rente beschäftigen. Allerdings glauben nur wenige, ihre spätere Rentenhöhe werde zum Leben reichen.

Die Gewerkschaftsjugend hat im DGB-Bundesjugendausschuss ihre Ziele und Anforderungen an eine gerechte, krisensichere und solidarische Rentenpolitik formuliert. Die Rente muss ein würdevolles Leben im Alter garantieren. Konkret ist dies ein Sicherungsniveau von vor Steuern 53 Prozent des Erwerbseinkommens bei einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren, mit 40 Beitragsjahren auch ab 60 Jahren.

Die Voraussetzung dafür ist gute Arbeit und Ausbildung: Wer ein hohes Einkommen hat, bezahlt höhere Beiträge und hat im Alter auch eine höhere Rente. Somit sind die Gründe für Altersarmut neben der Rentenpolitik vor allem in der Arbeitsmarktpolitik zu finden. Für die Gewerkschaftsjugend geht die Stärkung der gesetzlichen Rente daher einher mit der Bekämpfung des Niedriglohnsektors und der Zurückdrängung von prekärer Beschäftigung.

Gute Ausbildung und die spätere Rentenhöhe hängen zusammen. Trotzdem müssen viele junge Menschen zu oft die Wahl zwischen direkter Erwerbstätigkeit und Ausbildung oder Studium treffen. Aus diesem Grund sollten sich Studien- und Ausbildungszeiten unmittelbar rentensteigernd auswirken. Für Bildungszeiten von bis zu sechs Jahren soll es einen Rentenpunkt pro Jahr geben.

Jede*r Beschäftigte – egal, ob abhängig oder freiberuflich tätig – muss einen Anspruch auf eine betriebliche Zusatzrente haben. Und wir brauchen Sonderregelungen für prekäre Arbeit. Denn gerade junge Beschäftigte arbeiten häufig außerhalb des Normalarbeitsverhältnisses – über ein Viertel der unter 35-Jährigen sind laut der Daten des DGB-Index Gute Arbeit in atypischen Jobs zu finden.

Die von der Bundesregierung in die Diskussion gebrachte Aktienrente dürfte hingegen ein Riester 2.0-Fiasko werden: Milliarden Euro, die eigentlich für die Finanzierung wichtiger Zukunftsprojekte gebraucht werden, werden aus Bundesmitteln in einen Spekulationsfonds verwandelt. Wir sehen die Gefahr, dass unsere Rente zum Spielball von Politik und Wirtschaft wird. Gerade in unsteten Zeiten, wie wir sie gerade erleben, brauchen wir aber Sicherheit. Wir sagen "Nein" zur Zockerrente und fordern stattdessen den solidarischen Umbau der gesetzlichen Altersvorsorge!


(Aus der Soli aktuell 12/2023, Autor: Philipp Siewert)