Soli aktuell 1/2023

AzubiWerk München: Auszubildende reden mit

AzubiWerk München: Mit Hilfe der DGB-Jugend wird nun günstiger, inklusiver und demokratischer Wohnraum für junge Menschen gebaut.

Bauverein gegründet
Die Verwaltung der Stadt München hat gemeinsam mit dem Kreisjugendring (KJR) München-Stadt und der DGB-Jugend München Ende 2022 den Verein Auszubildendenwerk München gegründet. Ziel des Vereins ist es, die Lebens- und Ausbildungsbedingungen Auszubildender in München dauerhaft zu verbessern.

Der Hintergrund: Auszubildende haben es auf dem angespannten Münchner Wohnungsmarkt besonders schwer, an ein Zimmer zu kommen. Daher hatte die Stadt München bereits 2012 die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG mit der Errichtung eines ersten Pilotprojekts für Wohnraum für Auszubildende am Innsbrucker Ring beauftragt, das seit 2018 auch in Betrieb ist. Ein weitertes Projekt mit der GEWOFAG am Hanns-Seidel-Platz wird Anfang 2023 fertig.

Jetzt wird aber noch was draufgelegt: "Mit der Gründung des Auszubildendenwerks schaffen wir zusammen mit unseren Partnerinnen Wohnraum für Azubis unabhängig vom Betrieb und für jeden Ausbildungsweg", sagt Bürgermeisterin Verena Dietl. Das bedeutet: Bis Ende 2025 sind insgesamt 1.000 Wohnungen für Auszubildende in Projekten unter Beteiligungen des "AzubiWerks" geplant.

Impulsgeber für Demokratie
Als Interessenvertretung der Münchner Kinder und Jugendlichen ist dem KJR die Selbstverwaltung und Mitbestimmung der Bewohner*innen ein besonderes Anliegen. "Junges Wohnen ist mehr als Zimmer, Küche, Bad", sagt die KJR-Vorsitzende Judith Greil. "Junge Menschen wollen Gemeinschaft erleben, ihren Wohnraum gestalten und Verantwortung dafür übernehmen. So werden die Wohnprojekte des AzubiWerks nicht bloß günstige Unterkünfte, sondern Impulsgeber für demokratisches, inklusives und gemeinschaftliches Wohnen."

Bezahlbar und mitbestimmt
Für die DGB-Jugend München ist die Frage nach bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende von zentraler Bedeutung. Bei einer Ausbildungsvergütung von durchschnittlich 987 Euro (Stand 2021, laut Bundesinstitut für Berufsbildung) in Deutschland können sich viele Auszubildende ein eigenständiges Wohnen in München kaum leisten. "Das AzubiWerk will die Wohnungs-, Ausbildungs- und Lebensbedingungen von Auszubildenden nachhaltig verbessern", sagt der Jugendsekretär der DGB-Jugend München, Kristofer Herbers.

Dazu brauche es den ständigen Austausch mit Azubis, damit nicht über sie geredet wird, sondern mit ihnen. Herbers: "Neben der Stadtverwaltung und der Politik brauchen die Azubis eine starke Stimme im Vorstand des AzubiWerkes. Diese Stimme wollen wir sein."


Weitere Infos: www.azubiwerk-muenchen.de

(Aus der Soli aktuell 1/2023, Autorin: Soli aktuell)