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DGB-Jugend

Der 8. Mai muss Feiertag werden

Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) und die DGB-Jugend fordern die Bundesregierung auf, den 8. Mai als "Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges" zum gesetzlichen Feiertag zu erklären.

8. Mai
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Erinnern, gedenken, mahnen: Die DGB-Jugend will den 8. Mai als Feiertag.

"Die DGB-Jugend setzt sich im DGB dafür ein, dass der 8. Mai, der Tag der Befreiung vom Faschismus, zum gesetzlichen Feiertag erklärt wird. Sollte der 8. Mai auf einen Sonntag fallen, soll der folgende Montag der arbeitsfreie Feiertag sein."

So steht es im Beschluss der DGB-Bundesjugendkonferenz 2017. Der Deutsche Bundesjugendring, in dem die DGB-Jugend Mitglied ist, verlieh diesem Vorhaben bei seiner Vollversammlung im Herbst 2023 Ausdruck, gerichtet an die Bundespolitik. Rund sechs Millionen Jugendliche, die in den DBJR-Mitgliedsorganisationen engagiert sind, sind somit für die Einführung dieses Feiertages. Und auch in diesem Jahr wollen wir an diese Forderung erinnern.

Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und den Sieg über den Nationalsozialismus. Mit diesem Sieg endete die industrielle Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, die den Höhepunkt des deutschen Antisemitismus bildete. Er bedeutete das Ende des Unrechtsstaates, der die Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen ermöglichte. Der Sieg der Alliierten auf dem Schlachtfeld bedeutete jedoch keinen Sieg in den Köpfen der Besiegten.

Viele Täter*innen konnten in den Folgestaaten weiterhin ihren Berufen nachgehen und mit wenigen oder gar keinen Strafen rechnen. Menschenverachtende und antidemokratische Einstellungen blieben in Teilen bestehen und viele Gesetze und Verordnungen weisen immer noch eine nationalsozialistische Handschrift auf.

Der 8. Mai steht auch für eine Erneuerung der europäischen Einigungsidee mit dem Bestreben, durch politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit den Frieden in Europa sicherzustellen. Als Feiertag würde er Raum und Zeit bieten, in die Vergangenheit zu blicken, um zu erinnern, zu gedenken, zu mahnen. Und in die Zukunft zu schauen, für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit unter den Menschen einzutreten. Ausdrücklich soll der 8. Mai als Tag der Befreiung gegen jeden Versuch des Geschichtsrevisionismus und der Verharmlosung der Täter*innen des Nationalsozialismus stehen.

In einigen Bundesländer ist der 8. Mai bereits als Gedenktag eingeführt worden, darunter Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen. In Berlin war der 8. Mai 2020 als 75. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht einmalig ein gesetzlicher Feiertag.

In den europäischen Nachbarländern Frankreich, Tschechien und der Slowakei ist der 8. Mai bereits als gesetzlicher Feiertag verankert. Diese Beispiele zeigen, dass die Anerkennung dieses Tages als Feiertag möglich und umsetzbar ist.