Deutscher Gewerkschaftsbund

Generation Praktikum

Wie man gute Arbeit für wenig Geld bekommt

Haufen aus Cent Stückelung 10, 5, 2

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Praktika haben durchaus Vorteile. Sie erleichtern die Berufswahl und vermitteln Kompetenzen, die man sich in Schule und Studium nicht aneignen kann, sie sind Teil einer vielseitigen Ausbildung. Leider hat das Praktikum in den letzten Jahren eine ungute Karriere gemacht, von einem praxisorientierten Ausbildungsabschnitt wandelte es sich zur verdeckten Beschäftigung. Jährlich werden etwa 600 000 Praktika in Deutschland absolviert. Ein Löwenanteil findet dabei während des Studiums statt.

Immer mehr Firmen und Institutionen setzen junge HochschulabsolventInnen zum Schein als PraktikantInnen ein, in Wirklichkeit geht es ihnen darum, reguläre Arbeit für wenig oder sogar gar kein Entgelt verrichten zu lassen. Für eine ganze Generation wird der Berufseinstieg somit zu einer äußerst prekären Angelegenheit: Unterbezahlt und perspektivlos bleiben die jungen Menschen von ihren Eltern oder von staatlichen Transferleistungen abhängig, an Zukunfts- oder gar Familienplanung ist unter diesen Umständen kaum zu denken. PraktikantInnen besitzen kaum Rechte und erwerben keine Ansprüche in den Sozialversicherungen. Das ist kein gutes Geschäft - weder für die Betroffenen noch für die Solidargemeinschaft.

Die DGB-Jugend hat schon 2007 einen Leitfaden für faire Praktika entwickelt. Daneben fordert die Gewerkschaftsjugend, klare gesetzliche Rahmenbedingungen gegen den Missbrauch von Praktikantinnen und Praktikanten als billige Arbeitskräfte.

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