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Studierenden-Beratung

Werkstudenten Job und Praktikum gleichzeitig

Hallo,

seit Anfang Februar mache ich ein Praktikum und ab nächsten Monat übe ich eine Werkstudententätigkeit aus.

Das Praktikum ist freiwillig und unbezahlt und dauert max. 3 Monate. (Ich kann es verkürzen, wenn ich vorarbeite) Ich mache es von Zuhause aus mithilfe einer Online-Lern-Plattform und verbringe ca. 20 h die Woche damit.
Ab März werde ich dann noch zusätzlich 20h als Werkstudent arbeiten.
Da derzeit Semesterferien sind, besteht kein Problem.

Doch was passiert wenn die Semesterferien vorbei sind? Darf ich das? Gibt es irgendwelche Konsequenzen?

Ich bin in meinem letzten Semester und habe keine Vorlesungen mehr. Sondern ich muss nur noch meine Bachelor Arbeit schreiben.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Ich will auf keinen Fall auf eines von Beiden verzichten wollen.

Viele Grüße,
Nicole

RE: Werkstudenten Job und Praktikum gleichzeitig

Hallo,

ich habe momentan auch eine Werkstudentenstelle und möchte ebenfalls gerne zusätzlich ein freiwilliges Praktikum während des normalen Semesters machen. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat das keine weiteren Konsequenzen für mich (Versicherung, Abgaben, Werkstudentenstatus) solange ich diese 26 Wochen-Grenze nicht überschreite, oder? Nur, dass mein Arbeitgeber, das freiwillige Praktikum dann vergüten müsste, wenn es mehr als 3 Monate dauert.. Da ich nämlich das Praktikum wenn nur in Teilzeit absolvieren würdde, wäre eine Dauer von drei Monaten vermutlich zu kurz.

Vielen Dank schonmal im Voraus, Beste Grüße,
Sophie

RE: Werkstudenten Job und Praktikum gleichzeitig

Hallo Sophie,

vielen Dank für deine Anfrage.

Wenn du ein freiwilliges Praktikum absolvierst, wird das in der Sozialversicherung (SV) wie ein reguläres Beschäftigungsverhältnis angesehen. Je nach Umfang und Einkommenshöhe musst du dann entsprechend angemeldet werden. Ein freiwilliges Praktikum kann also - je nachdem, welche Kriterien erfüllt sind - als Minijob, als kurzfristige Beschäftigung, als Werkstudijob oder voll sv-pflichtig abgerechnet werden.

Entsprechend kann das dann auch Auswirkungen auf deinen Werkstudijob haben.
Wenn du mit diesem und dem Praktikum zusammen auf regelmäßig über 20h/Woche kommst, entfällt der Werkstudent*innenstatus. Du musst in deinem Job dann voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet werden.
Die sogenannte 26-Wochen-Regel gehört zu den Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudentin auf Arbeitnehmerin verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen (dazu kann dein Praktikum gezählt werden) die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt. Das heißt allerdings im Umkehrschluss, dass die 26-Wochen-Regel nicht greift, wenn du ganz regulär tagsüber außerhalb der Semesterferien deinem Job und dem Praktikum nachgehst.

Das muss aber kein Nachteil für dich sein. Der Unterschied: Im Werkstudent*innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und man muss selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 110€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du wärst dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem können so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I) erworben werden, auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben.
Welche Abgaben ggf. auf deine Praktikumsvergütung anfallen, hängt von dessen Dauer, Umfang und Einkommenshöhe ab.

Wenn das freiwillige Praktikum länger als 3 Monate geht, hast du zudem Anspruch auf eine Vergütung mindestens mit dem Mindestlohn (ab Oktober 12€/Stunde).

Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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