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Studierenden-Beratung

Steuer bei SHK Stelle

Hallo :)

Zuerst die Hintergrundinfos: Ich arbeite als SHK am Universitätsklinikum. Ich habe einen Vertrag über 50 h im Monat (d.h. 11,5 h in der Woche) und verdiene Brutto 425€. Ich bin verheiratet und habe 1 Kind. Mein Mann ist voll berufstätig und verdient ca. 30.000€ im Jahr. Ich bin in Lohnsteuerklasse 5.
Nun meine Frage: Ich zahle 43,45 € Steuern monatlich. Normalerweise ist es bei uns üblich, dass die Studenten keine Steuern zahlen. Daher habe ich mich an den Personalchef gewandt und gefragt, womit das zu erklären sei. Leider konnte er mir keine wirklich zufrieden stellende Antwort geben. Was ich jedoch rausgehört habe ist, dass ich mir überlegen solle, ob es für mich mehr Sinn macht, Lohnsteuer zu bezahlen, um die dann über die Lohnsteuererklärung zurück zu bekommen (denke ich nicht, da mein Mann recht viel verdient und wir gemeinsam veranlagt sind) oder ob ich nicht lieber die 2% Pauschalsteuer zahlen will. Ist das so richtig? Ich verstehe generell nicht, warum alle anderen SHKs keine Pauschalsteuer zahlen müssen..? Liegt das an meiner Steuerklasse?
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. Weitere Infos, die ich möglicherweise vergessen habe, reiche ich gerne nach.

Liebe Grüße
Hanne

Steuer bei SHK Stelle

Hallo,

ich arbeite als Studentische Hilfkraft auf 4 Stunden in der Woche für 250 Euro im Monat. Zusätzlich dazu arbeite ich 11 Stunden in der Woche in einem Unternehmen mit Sozialversicherungspflicht. Hintergrund dafür ist, dass ich keine zwei Minijobs gleichzeitig ausüben wollte, um keine Steuererklärungen schreiben zu müssen. Mir wurde gesagt, dass ich die Rentenversicherungssteuer beim Sozialversicherungspflichtigem Job bezahlen würde und dass bei der SHK_Stelle keine Steuern abgehen würden. Nun ist dies aber der Fall und zwar in beiden Jobs. Kann mir jemand darüber Auskunft geben weshalb? Und in welcher Steuerklasse ich mich nun befinde? Ich habe zu diesen Fragen jeweils unterschiedliche Antworten von Arbeitgebern bekommen. 

Ich bitte um Rückmeldung,

Liebe Grüße.

RE: Steuer bei SHK Stelle

Hallo Dario,

vielen Dank für deine Anfrage.

Zu unterscheiden sind erstmal die beiden unterschiedlichen Bereichen Steuern und Sozialversicherung.

Steuern:
Steuerlich werden Minijobs in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. Das ist vermutlich das, worauf du hinaus wolltest.

Was höchstwahrscheinlich aber passiert ist:
Dein Minijob wird nicht pauschal versteuert, sondern über deine Steuer-ID abgerechnet. Wenn der Minijob aber über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Lohnsteuerklasse 6. Das ist dann genau so, als ob du zwei Minijobs mit insgesamt über 450€/Monat oder zwei sv-pflichtige Beschäftigungen kombinieren würdest.

Das passiert immer dann, wenn du mehrere Jobs hast über deine Steuer-ID hast, von denen aber nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9408€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest oder nur leicht drüber kommst.
Du kannst aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. Für 2020 wirst du nun also voraussichtlich doch eine Steuererklärung machen müssen.

Was du für die Zukunft tun kannst:
Sprich mit deine_r Minijob-Arbeitgeber_in, ob du dort auf die Pauschalversteuerung wechseln kannst. Wenn das nicht klappt, kannst du auch versuchen, beim zuständigen Finanzamt einen Übertrag eines Teils deines Freibetrags auf die LSK 6 zu beantragen und so den doch recht hohen Steuereinzug über deine LSK 6 zu vermeiden oder zumindest zu verringern. Schau mal hier unter Freibeträge flexibel handhaben.  

Sozialversicherung:
Bei den Beiträgen zur Rentenversicherung (RV) handelt es sich um Sozialversicherungsabgaben. Die haben mit Steuern nichts zu tun. In sv-pflichtiger Beschäftigung (Gehalt >450€/Monat) fallen im Werkstudent_innenstatus 9,3% RV auf dein Gehalt an, im Minijob sind es 3,6% RV (darüber hinaus sind Minijobs grundsätzlich sozialversicherungsfrei). Von der RV-Pflicht kannst du dich im Minijob auch befreien lassen, erwirbst dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus.
Wenn dir neben Lohnsteuer also auch Rentenversicherungsbeiträge vom Minijobgehalt abgezogen werden, liegt das daran, dass du dich nicht hast befreien lassen. Da du mit den 3,6% allerdings die gleichen Ansprücheerwirbst wie mit den 9,3% im Werkstudijob, solltest du dir gut überlegen, ob sich eine Befreiung tatsächlich rechnet. Im Werkstuddjob kannst du dich grundsätzlich nicht befreien lassen.

Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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