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Studierenden-Beratung

Darf man als Werkstudent kurzfristig mehr als 20h arbeiten?

Hallo, 

ich arbeite derzeit als Werkstudentin bei einem Unternehmen für wöchentlich 15h. Im Juni möchte möchte ich für ein paar Tage auf einem Festival arbeiten. Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob ich das überhaupt darf wegen den Stunden oder ob ich dann schon meinen Werkstudentenstatus verliere. Auf dem Festival würde ich vermutlich um die 28h arbeiten, wobei die Arbeitszeit nicht nur am Abend und am Wochenende sondern auch tagsüber unter der Woche sein würde. 

Könnt ihr mir hier weiterhelfen? 

Ganz vielen Dann und Liebe Grüße 

RE: Darf man als Werkstudent kurzfristig mehr als 20h arbeiten?

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage.

Erstmal grundsätzlich: Auch als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent*in oder voll sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet.

Ausschlaggebend für die Ermittlung deines Sozialversicherungsstatus ist also deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.

Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudent*in nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Dann wirst du im Job als Werkstudent*in angemeldet. Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmer*in angemeldet.

Von der 20h-Regel gibt es dann auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudent*in auf Arbeitnehmer*in verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt. Grundsätzlich wird jedoch die regelmäßige Arbeitszeit über ein ganzes Jahr hinweg betrachtet. Aus dieser Logik heraus geht es also nicht darum, in einer Woche oder in einem Monat mal mehr als 20h/Woche zu arbeiten und damit den Status als Werkstudent*in zu verlieren.

Um auf der sicheren Seite zu sein, würde ich dir raten, deine Krankenkasse zu kontaktieren. Diese kann in ihrem Ermessen „entscheiden“, wobei es letztlich dein/e Arbeitgeber*in ist, die dich in der Sozialversicherung anmelden muss. Der Wegfall des Werkstudistatus bzw. der Beginn einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist kein Kündigungsgrund. Du hast deinem/r Arbeitgeber*in (AG) gegenüber jedoch Melde- und Informationspflichten und musst damit deinem/r AG alles zur Anmeldung relevante mitteilen.

Solltest du umgemeldet werden, dann gilt dies nur für die Zeit, in der du über 20h/Woche arbeitest.

Ich hoffe, die Infos helfen dir weiter. Falls du darüber hinaus noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden! Alternativ kannst du auch eine unserer Beratungen bei dir vor Ort aufsuchen. Eine Übersicht findest du hier.

Beste Grüße

Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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