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Studierenden-Beratung

Sozialversicherungen bei mehren Minijobs

Hallo,

ich bin mir ein bisschen unsicher, was Sozialversicherungen(Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung etc.) angeht, wenn ich mehrere Minijobs habe. Ich arbeite aktuell für 538€/Monat und möchte 1 oder eventuell 2 Jobs als studentische Hilfskraft annehmen. Nach meinem Verständnis muss ich dabei keine Sozialversicherungsabgaben leisten, bzw. nur sehr wenig, solange ich nicht auf mehr als 20h/ Woche komme. Stimmt das? Aber ich verstehe nicht ganz, wie ich dann versichert wäre.

Mit freundlichen Grüßen 

Michel Janßen

RE: Sozialversicherungen bei mehren Minijobs

Hallo Michel,

vielen Dank für deine Anfrage.

Welche Auswirkungen welche Jobkombi auf deinen Status innerhalb der Sozialversicherung hat, hängt maßgeblich von Art und Umfang der einzelnen Beschäftigungen und der jeweiligen sowie gesamten Einkommenshöhe ab.

Wie sieht’s bei der Kombination von zwei Minijobs aus?

Erstmal kurz vorab: Minijobs sind für Arbeitnehmer*innen grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, aber ansonsten sozialversicherungsfrei. Das heißt, es fallen für dich keine einkommensabhängigen Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Du selbst zahlst lediglich einen verminderten Anteil von 3,6 Prozent für die Rentenversicherung (davon kannst du dich aber auch befreien lassen). Durch die Zahlungen entstehen reguläre Ansprüche in der Rentenversicherung.

Wenn du in beiden Jobs nicht mehr als jeweils 520€/Monat verdienst, handelt es sich bei beiden um geringfügige Beschäftigungen/Minijobs. Diese werden in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet.
Kommst du dann insgesamt auf über 520€/Monat, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs und sie werden entweder nach den Regeln für Midijobs und /oder Werkstudent*innen sozialversicherungspflichtig.

Solange du mit beiden Jobs zusammen insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du in beiden dann als Werkstudent*in angemeldet. Dann fallen auf beide Gehälter je 9,3% Rentenversicherungsbeiträge an und du musst dich selbst krankenversichern.

Was passiert steuerlich?

Zudem müssen dann auch beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 11.604€/Jahr (plus 1230€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
Du kannst aber im Folgejahr mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

Ansonsten können Minijobs (gilt jeweils immer nur für einen Minijob) pauschal mit 2% versteuert werden. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.

Die Kombination von zwei (oder mehreren) Minijobs könnte sich also unvorteilhaft auswirken, ist jedoch immer im Kontext deiner individuellen Situation zu betrachten.

Beachte außerdem, dass der Status als Werkstudent*in innerhalb der Sozialversicherung nur bis zu einer wöchentlichen Arbeitszeit von insgesamt 20h greift (die sog. 20h-Regel). Hier ist die Arbeitszeit all deiner Beschäftigungen relevant.

Zum nachlesen anbei hier eine Übersicht verschiedener Nebenjobs von Studierenden und was du hierbei beachten solltest. Ansonsten kannst du auch gerne mal einen Blick in unsere FAQs werfen!

Ich hoffe, die Infos helfen dir weiter. Falls du darüber hinaus noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden! Alternativ kannst du auch eine unserer Beratungen bei dir vor Ort aufsuchen. Eine Übersicht findest du hier.

Beste Grüße

Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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