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Studierenden-Beratung

Werkstudent 20 Stunde grenze

Hallo,

ich mache ein Fernstudium im Ausland an einer privaten Uni (online), obwohl ich in Deutschland wohne. Daher habe ich keine Vorteile als Studentin. Meine Frage ist: Als Werkstudent weiß ich, dass ich nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten sollte. Aber was passiert, wenn ich das dennoch tue? Ich arbeite bereits 20 Stunden pro Woche und würde gerne noch einen Minijob annehmen, um mehr zu verdienen. Darf ich das?

Danke im Voraus 

RE: Werkstudent 20 Stunde grenze

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage!

Erstmal grundsätzlich: Auch als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student*in, solange du immatrikuliert bist.
Somit kannst du die 20h/Woche problemlos überschreiten.

Wenn du über 20h/Woche arbeitest, ändert sich dein Status innerhalb der Sozialversicherung von „Werkstudent*in“ auf „Arbeitnehmer*in“. Das bedeutet lediglich, dass du nun andere Sozialabgaben hast.

Kurze Gegenüberstellung:

Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische Krankenversicherung (um die 130€/Monat) tragen.
Bei voller Sozialversicherungspflicht sind es statt nur Rentenversicherung knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die Krankenversicherung (KV). Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle Sozialversicherungspflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent*in. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem Sozialversicherungssystem (auf Krankengeld oder später ggf. ALG I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben.

Wie siehts steuerlich aus?

Steuerlich kann ein Minijob pauschal mit 2% versteuert werden. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. Nur wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6 (weil du mehrere Beschäftigungen in unterschiedlichen Lohnsteuerklassen hast).

Deine andere Nebentätigkeit mit dem größeren Stundenumfang wird dann in Lohnsteuerklasse 1 eingetragen. Hier ist auch der Steuergrundfreibetrag von 11.604€/Jahr (plus ggf. Werbungskostenpauschale von 1230€) eingetragen. Erst wenn du mehr verdienst, wird hier Einkommenssteuer fällig. Sämtlich zu viel eingezogene Steuern kannst du jedoch am Jahresende mit einer Steuererklärung zurückbekommen!

Ich hoffe, die Infos helfen dir weiter. Falls du darüber hinaus noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden! Alternativ kannst du auch eine unserer Beratungen bei dir vor Ort aufsuchen. Eine Übersicht findest du hier.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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