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Studierenden-Beratung

Nebenjobs

Ich möchte gerne neben meiner Masterarbeit möglichst viel arbeiten. Darf ich trotzdem nur 20h pro Woche arbeiten?

Angenommen ich habe die Möglichkeit bei einem Unternehmen als Werkstudent zu arbeiten, aber bekomme zusätzlich das Angebot bei einem anderen Unternehmen einen Minijob zu machen. Unter welchen Bedingungen kann ich beide Jobs machen? (Wochenstundenzahl, Gehalt etc.)

Und macht es einen Unterschied, dass ich in Österreich studiere?

RE: Nebenjobs

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage!

Erstmal grundsätzlich: als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student*in, solange du immatrikuliert bist. Du darfst also definitv über 20h/Woche arbeiten.

Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

Was passiert, wenn du eine Tätigkeit als Werkstudi und einen Minijob miteinander kombinierst?

1.        Sozialversicherung

Beim sogenannten Werkstudent*innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent*innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeiten. Hier zählt die Arbeitszeit deiner gesamten Nebentätigkeiten rein. Als Werkstudi zahlst du von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV), nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.

Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als voll sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer*in angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt. Kosnten insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalten, dafür keine weiteren kosten für KV/PV. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

Je nachdem wieviele Stunden du in der Woche also mit beiden Nebentätigkeiten zusammen arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent*in oder Arbeitnehmer*in angemeldet.

Dabei bleibt der Minijob weiterhin sozialversicherungsfrei (bis auf 3,6% Rentenversicherung).

2.       Steuern

Steuerlich kann ein Minijob pauschal mit 2% versteuert werden. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. Nur wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6 (weil du mehrere Beschäftigungen in unterschiedlichen Lohnsteuerklassen hast).

Deine andere Nebentätigkeit mit dem größeren Stundenumfang wird dann in Lohnsteuerklasse 1 eingetragen. Hier ist auch der Steuergrundfreibetrag von 11.604€/Jahr eingetragen. Erst wenn du mehr verdienst, wird hier Einkommenssteuer fällig. Sämtlich zu viel eingezogene Steuern kannst du jedoch am Jahresende mit einer Steuererklärung zurückbekommen!

Zu den Regelungen ist Österreich kenne ich mich leider nicht aus. Studierst du nur in Österreich und möchtest in Deutschland arbeiten? Dann gilt das oben gesagte.

Bei weiteren Fragen, kannst du dich gerne wieder an uns wenden oder du lässt dich persönlich in unseren Beratungsstrukturen bei dir vor Ort beraten.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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