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Studierenden-Beratung

Vereinbarkeit freiwilliges Praktikum und Werkstudistelle

Liebes Team,

ich habe ein paar Fragen zur Vereinbarkeit eines freiwilligen Praktikums mit einer Anstellung als Werkstudentin. Auch wenn es zu dem Thema schon viele Fragen und Antworten hier im Forum gibt, blicke ich noch immer nicht ganz durch, was meine konkrete Situation angeht.

Ich studiere im Master und möchte ab Mitte April (also während des Semesters) für zwei Monate ein freiwilliges Praktikum machen. Das Praktikum wird mit 520 € monatlich vergütet und ich arbeite voraussichtlich 20-30 h/Woche (ist noch nicht final geklärt). Gleichzeitig habe ich zurzeit eine Werkstudentenstelle an der Uni, bei der ich 10 Wochenstunden mache und auch 520 € verdiene.

Ich weiß bereits, dass ich meinen Werkstudentenstatus bei mehr als 20 Wochenstunden verliere. Dennoch wäre meine Frage, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, beide Tätigkeiten gleichzeitig zu machen, sodass ich meinen Job für das Praktikum nicht kündigen muss? Zum Beispiel weil ich nur kurzfristig im Praktikum bin (irgendwo hatte ich gelesen, dass es unter 2 Monaten andere Regelungen gibt)/ meine Tätigkeiten in der SHK-Stelle aufs Wochenende schiebe/das Praktikum unbezahlt mache oder indem ich ein Urlaubssemester nehme? Oder bedeutet die Situation automatisch, dass ich volle Versicherungsbeträge zahlen müsste, wenn ich Praktikum + SHK-Stelle weitermachen würde?

Vielen Dank schonmal und beste Grüße!

Elsa

RE: Vereinbarkeit freiwilliges Praktikum und Werkstudistelle

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage und bitte entschuldige unsere verspätete Antwort. Ich hoffe, die Infos helfen dir dennoch weiter.

Also zunächst zum freiwilligen Praktikum:

Wenn du ein freiwilliges Praktikum absolvierst, wird das in der Sozialversicherung wie ein reguläres Beschäftigungsverhältnis angesehen. Je nach Umfang und Einkommenshöhe musst du dann entsprechend angemeldet werden. Ein freiwilliges Praktikum kann also - je nachdem, welche Kriterien erfüllt sind - als Minijob, als kurzfristige Beschäftigung, als Werkstudijob oder voll sv-pflichtig abgerechnet werden.

Da dein Praktikum mit 520€/Monat vergütet wird, wirst du vermutlich als Minijobberin angemeldet. Alternativ wäre wahrscheinlich auch eine Anmeldung als kurzfristige Beschäftigung möglich. Für kurzfristige Beschäftungen gilt, dass sie auf 70 Tage bzw. 3 Monate im Jahr befristet sein muss. Darüber hinaus ist sie sozialversicherungsfrei, aber steuerpflichtig.

Was passiert nun im Kombination mit deiner SHK-Stelle?

Zunächst frage ich mich, ob du als Werkstudi angemeldet bist oder es sich eigentlich um einen Minijob handelt? Wenn du nur bis zu 520€/Monat verdienst, dann fällt deine Tätigkeit unter geringfügige Beschäftigungen und eine Anmeldung als Werkstudentin in der Sozialversicherung (SV) wäre nicht nur nicht notwendig, sondern auch falsch.

Gehen wir zunächst davon aus, dass du als Werkstudi angemeldet bist:

Wie du bereits selbst festgestellt hast, überschreitest du mit beiden Stellen die 20h-Regel und verlierst damit deinen Status als Werkstudi in der SV. Sollte das für die Uni kein Problem sein, dann könnten sie dich einfach als voll sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerin (AN) anmelden und dein freiwilliges Praktikum läuft als Minijob / kurzfristige Beschäftigung problemlos parallel weiter. Ausnahmeregelungen von der 20h-Regel kämen hier nicht in Betracht. Schließlich arbeitest du über einen längeren Zeitraum deutlich über den 20h/Woche.

Aus Erfahrung weiß ich leider, dass sich Universitäten oft sehr schwer damit tun, Studis als voll sozialversicherungspflichtige AN anzumelden. Wenn du aber ohnehin nicht mehr als 520€/Monat verdienst, dann könnten Sie deine Tätigkeit auch als Minijob anmelden. Sodann könntest du dein freiwilliges Praktikum als kurzfristige Beschäftigung laufen lassen, die mit einem Minijob problemlos kombinierbar ist.

Problematisch wird es hingegen, wenn beide Tätigkeiten als Minijobs abgerechnet werden. Sodann verwandeln sich beide Minijobs in „Midijobs“ und werden sozialversicherungspflichtig. In diesem Fall würdest du also die doppelte Versicherungslast tragen.

Wie sieht es mit einem Urlaubssemester aus:

Grundsätzlich ist das definitv eine Möglichkeit, ein Praktikum ohne weiteren Stress abzuwickeln. Allerdings sind SHK-Stellen oft an die Voraussetzung gebunden, dass du eben als Werkstudentin arbeiten kannst – was in einem Urlaubssemester leider nicht möglich ist. Hier ist der Status als Werkstudi ausgeschlossen. Manchmal wird es auch kompliziert, ein Urlaubssemester mit einem freiwilligen Praktikum zu begründen, das ist aber von den Regelungen deiner Uni abhängig.

Ich hoffe, ich konnte damit etwas Licht ins Dunkle bringen. Solltest du noch Nachfragen haben, kannst du dich gerne wieder bei uns melden. Alternativ kannst du auch eine unserer Beratungen bei dir vor Ort aufsuchen!

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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