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Studierenden-Beratung

Ablauf der Überprüfung der 20h Regel

Guten Tag,

ich bin aktuell als Werkstudent 16h/Woche tätig und gebe zudem noch ca. 3h/ die Woche private Nachhilfe. Ich überlege aber in den nächsten Monaten irgendwann mehr als 20h zu arbeiten und ggf. dann meinen Studentenstatus abzugeben.

Jetzt habe ich mich aber gefragt, zu welchem Zeitpunkt genau dies der Fall wäre und welchen Zeitraum(also Kalenderjahr oder Zeitjahr) die Krankenkasse betrachtet wenn sie die durchschnittliche Arbeitszeit überprüfen, da es meines Wissens ja nur um die durchschnittliche Arbeitszeit in einem Jahr geht.

Also wenn ich beispielsweise von Juli-Dezember 2023 durchschnittlich 15h/Woche gearbeitet habe und dann von Januar-Juni 2024 25h/Woche, müsste ich dann erst ab Juli 2024 meinen Studentenstatus aufgeben oder wird nur das aktuelle Kalenderjahr zur Rate gezogen, wodurch man dann ja bereits ab Januar 2024 als normaler Arbeitnehmer gelten würde?

RE: Ablauf der Überprüfung der 20h Regel

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage.

Erstmal vorab: als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student*in, solange du immatrikuliert bist. Deinen Studistatus gibst du also nicht ab - was sich jedoch infolge unterschiedlicher Jobkombinationen ändern könnte, ist dein Status innerhalb der Sozialversicherung.

Was hat es genau mit der 20h/Regel bzw dem sog. "Werkstudistatus" auf sich?

Beim sogenannten Werkstudent*innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent*innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten. Ausschlaggebend ist also deine regelmäßige Arbeitszeit und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
Dh alle deine Arbeitszeiten (aus den unterschiedlichen Tätigkeiten) werden aufsummiert und anhand deiner regelmäßigen Arbeitszeit wird dann festgelegt, ob du als Werkstudent*in oder als voll sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer*in angemeldet werden musst.

Arbeitest du regelmäßig mehr als 20h/Woche, muss dich dein*e Arbeitgeber*in als voll sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer*in anmelden.

Für deine korrekte Anmeldung in deiner abhängigen Beschäftigung ist also dein*e Arbeitgeber*in zuständig (in der Regel dort, wo du derzeit als Werkstudentin gemeldet bist). Du wiederum bist verpflichtet, alle dafür relevanten Informationen (insb. andere Jobs) mitzuteilen. Dein*e Arbeitgeber*in ist also auch die Person, die - anhand deiner Angaben zum Umfang deiner weiteren Tätigkeiten - entscheidet, ob sich deine wöchentliche Arbeitszeit insgesamt innerhalb der 20h-Regel (inkl. Ausnahmen) bewegt oder ob sie drüber liegt.

Dein Werkstudistatus ändert sich also auch erst dann, wenn deine regelmäßige Arbeitszeit über den 20h/Woche liegt - dies muss nicht fürs ganze Jahr gelten, sondern kann auch nur für eine bestimmte Zeit sein.

Beachte auch die Ausnahmen der 20h/Regel:

Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt.

Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 120€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent*in. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben. Eine „höhere“ Sozialversichungspflicht ist also nicht unbedingt gegeben.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden. Ansonsten kannst du auch gerne unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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