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Studierenden-Beratung

Dualer Student und Minijob

Ich studiere dual-kooperativ und arbeite deswegen 20 Stunden die Woche in einem Betrieb. Sie zahlen dafür meine Studiengebühren monatlich und ich kriege 520€ gehalt. Darf ich trotzdem noch nebenbei in meiner Tanzschule einen Mini-Job haben? Oder gibt es dabei Stunden/Gehalts-Grenzen?

RE: Dualer Student und Minijob

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage.

Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Ein weiterer Job nebem den dualen Studium ist also kein Problem. Innerhalb der Sozialversicherung und bezüglich Steuern kann ich dir folgende Infos mitgeben:

Wenn du berufsbegleitend ein Duales Studium absolvierst, bist du in der Sozialversicherung ganz normal als Arbeitnehmerin angemeldet und zahlst von deinem Lohn anteilig Sozialversicherungsbeiträge.

Das bedeutet, dass ein zweiter Job dann normalerweise ebenfalls voll sozialversicherungspflichtig wäre. Allerdings gibt es hier für Minijobs Ausnahmen, diese sind nicht sozialversicherungspflichtig.

Steuerlich müsste der zweite Job voraussichtlich über die Lohnsteuerklasse (LSK) 6 abgerechnet werden, wenn der erste über LSK 1 läuft. Damit hättest du dort dann zwar höhere Abzüge, kannst aber am Jahreswende ggf. zu viel eingezogene Steuern mit einer Steuererklärung zurückbekommen.
Wie hoch die Steuereinzüge sind, hängt von der Höhe deines Einkommens ab.

Du hast aber auch die Möglichkeit, den Minijob pauschal versteuern zu lassen. Minijobs werden in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. Nur wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in die ungünstige Lohnsteuerklasse 6.

Nochmal zur Klarstellung:

In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 11.604€/Jahr (für 2024) (plus Werbungskostenpauschale iHv 1230€) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine bzw. bei höheren Einkommen geringere Steuereinzüge hast.
Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es sogar zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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