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Studierenden-Beratung

26-Wochen-Regelung

Hallo,

momentan arbeite ich als Werkstudentin 20-Stunden pro Woche. Ich habe einen zweiten Arbeitsangebot bekommen, der digital ist, d.h. in den Arbeitszeiten flexibel. In 8 Monaten werde ich mein Studium abschließen. Werde ich als Werkstudentin die Vorteile nicht verlieren, wenn ich während diesen 8 Monaten zwei Wochen pro Monat (von Februar bis October; Abends oder am Wochendenden) mehr als 20 Stunden/Woche arbeiten würde?

Welche andere Möglichkeiten hätte ich bei der Vertrag um die Vorteile als Werkstudentin nicht zu verlieren?

Darf der Vertrag nicht länger als 8 Monate laufen?

Ich bedanke mich im Voraus

RE: 26-Wochen-Regelung

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage.

Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent*in oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet. Und genau bei der Frage, was "regelmäßig" hier bedeutet, kommt dann noch die 26-Wochen-Regel dazu.

Was hat es mit der 26-Wochen Regel auf sich?

Fällt die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete (!) Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen auf abends, nachts oder das Wochenende, bleibt der Werkstudent*innenstatus weiterhin erhalten. Weitere Ausnahmen bestehen insbesondere in der vorlesungsfreien Zeit, wobei die Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien auch in die 26 Wochen mit hineinzählen. Hintergrund ist, dass in der Sozialversicherung davon augegangen wird, dass spätestens dann, wenn die Hälfte des Jahres (entspricht 26 Wochen) oder mehr neben dem Studium gearbeitet wird, die regelmäßige Arbeitszeit mehr als 20h/Woche beträgt und somit nicht mehr das Studium, sondern die Arbeit im Vordergrund steht.

Arbeitest du aber regelmäßig deutlich mehr als 20h/Woche, ist in der Regel nicht mehr davon auszugehen, dass dein Studium im Vordergrund steht.

Sowohl 20h- als auch 26-Wochen-Regel basieren auf Rechtsprechung und wurden im Rundschreiben zur versicherungsrechtlichen Beurteilung beschäftigter Studierender zusammengefasst.

Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken.

Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 130€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkom-menshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent*in. Au-ßerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben.

Bitte beachte noch Folgendes:

Für deine korrekte Anmeldung in deiner abhängigen Beschäftigung ist dein Arbeitgeber zuständig. Du wiederum bist verpflichtet, alle dafür relevanten Informationen (insb. andere Jobs) mitzuteilen. Er ist also auch derjenige, der - anhand deiner Angaben - entscheidet, ob sich deine wöchentliche Arbeitszeit insgesamt innerhalb der 20h-Regel bewegt oder ob sie drüber liegt.

Ich hoffe, die Infos helfen dir weiter. Wenn du noch weitere Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden oder eine unserer Beratungsstellen bei dir vor Ort aufsuchen.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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