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Studierenden-Beratung

Fachrichtungswechsel begründen?

Hallo 

ich habe eine 2 gegliederte Fragestellung.

Und zwar habe ich mein Grundstudium von 2012-2017 absolviert und auch mit B.A. abgeschlossen. 4 Jahre meines Bachelor-Studiums habe ich BaföG bezogen.

Nach diesem Studium habe ich mich dann direkt im Anschluss in den Magister "Theologie" eingeschrieben und kein BaföG bezogen. Denn ist ja auch ein weiteres Grundstudium gewesen. Ich war dort für insgesamt 4 Semster eingeschrieben, habe abgebrochen und einen Job angefangen. 

Nun 4 weitere Jahre später bin ich 30 Jahre alt und habe im laufenden Wintersemester ein Master-Studium angefangen, welcher auf meinem Bachelor-Abschluss aufbaut.

Hiermit komme ich zur Frage 1: Habe ich noch Anspruch auf BaföG?

Bisher dachte ich schon, da es sich um die Fortsetzung meines Bachelors handelt. Nun hat mich das BaföG Amt in HH alleridngs nach einer Begründung für den Fachrichtungswechsel gefragt und bezieht sich dabei auf den Wechsel von Magister zu Master. 
Hierbei bin ich mir nun unsicher, ob diese Begründung wirklich nötig ist, da ich eben dachte, ich setze den BA einfach fort und der Magister wird so zu sagen "ausgeklammert" aus der Rechnung. 

Hiermit komme ich also zur 2. Frage(n): Wie muss die Begründung formuliert sein, damit ich die Chance habe, BaföG zu bekommen? Was muss dieser zu Grunde liegen, reicht ein begründeter Neigungswechsel oder muss ein anderer Grund her z.B. Wechsel aus weltanschaulichen Gründen?


Ich bin für jegliche Unterstützung euererseits dankbar. 
Bei Fragen: meldet euch. 

RE: Fachrichtungswechsel begründen?

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage und bitte entschuldige die späte Rückmeldung unsererseits.

Leider kann ich dir nicht sagen, wie dein Magisterstudium angerechnet wurde. So wie du es beschreibst, kann es leider sein, dass formal tatsächlich ein Fachrichtungswechsel im Master vorliegt. Denn in §7 Absatz 1a wird neben dem Masterstudiengang auch der Magisterstudiengang aufgelistet.

Grds. gilt:

Im Masterstudium ist ein Wechsel aus wichtigem Grund nicht möglich, ohne die BAföG-Förderung zu verlieren.

Ein Masterstudium ist nach §7 Abs. 1a BAföG förderungsfähig. Dort heißt es in Satz 2: "Für nach Satz 1 förderungsfähige Ausbildungen [Anm.: das Masterstudium] findet Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 keine Anwendung."

§7 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BAföG regelt den Wechsel aus wichtigem Grund, das heißt, ein Wechsel aus wichtigem Grund ohne den Anspruch auf BAföG zu verlieren, ist ausgeschlossen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du für den alten Master (bzw. in dem Fall Magister) je BAföG beantragt/bezogen hast oder nicht.
Im Master ist dann nur noch ein Wechsel aus unabweisbarem Grund (Satz 1 Nr. 2) möglich. Und das legt die Rechtsprechung leider sehr eng aus. Zum Beispiel liegt ein unabweisbarer Grund vor, wenn du Sport studierst, nach einem Unfall aber querschnittsgelähmt bist und deshalb den Studiengang nicht weiter studieren kannst. Klingt makaber, verdeutlicht aber anschaulich, wie eng das ausgelegt wird.

Ich würde dir raten, dich persönlich beraten zu lassen. Der AStA der Uni Hamburg bietet eine Bafög-Beratung an. Die Kolleg*innen vor Ort können dann alles Schritt für Schritt mit dir durchgehen und schauen, welche Strategie am sinnvollsten ist.

Und auch wenn es aussichtslos erscheint, lass dich persönlich beraten! Die BAföG-Beratung ist in ein Beratungssystem eingebettet, wo du dich auch zu Alternativen beraten lassen kannst, falls es mit BAföG nicht klappt.
Um die Widerspruchsfrist zu wahren, kannst du auch erstmal ohne Begründung Widerspruch einlegen und schreiben, dass du die Begründung nachreichst. So gewinnst du etwas Zeit.

Wenn du dich selbst erst noch etwas genauer belesen willst, empfehle ich dir das BAföG-Handbuch der GEW. Das gibt es kostenfrei zum Download mit einem ganzen Kapitel nur zu Fachrichtungswechsel und auch vielen Tipps sowie einem Kapitel zu anderen Sozialleistungen.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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