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Studierenden-Beratung

Studentenstatus trotz Tarifvertrag

Hallo :)

ich habe eine Frage zu einem aktuellen Problem was ich habe. Ich habe mein Bachelor beendet und wurde von meinem Arbeitsgeber Festangestellt und habe nun einen Tarifvertrag. Um den Studentenstatus (eigtl) beizubehalten ist meine wöchentliche Arbeitszeit auf 20 Stunden die Woche reduziert. Ich studiere Vollzeit im Master.

Ein halbes Jahr war alles oke, nun wurden jedoch meine Abrechnungen korriegiert und sozialversicherungen berechnet. Ich versuche nun seit wochen dies mit der Abrechnungsstelle und HR zu klären, jedoch wissen diese selbst nicht genau, wie das Sozialversicherungsrechtlich geregelt ist.

Ist es von relevants wie meine Stelle heißt? Ich dachte es ist nur die Stundenanzahl für meinen Studentenstatus von bedeutung.

Danke! Freundliche Grüße

Michelle

RE: Studentenstatus trotz Tarifvertrag

Hallo Michelle,

vielen Dank für deine Anfrage!

Erstmal grundsätzlich: Auch als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Studentin, solange du immatrikuliert bist.

Was du vermutlich mit Studierendenstatus meinst, ist der sogenannte „Werkstudierendenstatus“. Was hat es damit auf sich?

Beim sogenannten Werkstudent*innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent*innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten. Ausschlaggebend ist also deine regelmäßige Arbeitszeit – anhand dessen wird entschieden, ob deni Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudent*in nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Dann wirst du im Job als Werkstudent*in angemeldet.

Somit ist irrelevant, wie deine konkrete Berufsbezeichnung lautet oder ob du von einem Tarifvertrag profitierst. Herangezogen wird deine tatsächliche Arbeitszeit bzw. das, was vertraglich mit deinem/r Arbeitgeber*in verhandelt wurde.

Weshalb dir nun nachträglich Sozialversicherungsbeiträge berechnet wurden, kann ich dir leider auch nicht sagen. Hast du denn über die 20h/Woche gearbeitet oder wurde dein Status falsch ermittelt? Möglich ist natürlich, dass über den Abschluss des Tarifvertrages deine wöchentliche Stundenanzahl angepasst wurde – kann das sein?

Grundsätzlich hast du die Möglichkeit, deinen Status innerhalb der Sozialversicherung feststellen zu lassen, wenn es Gründe zum zweifeln gibt. Für die Statusfestlegung ist zunächst die Krankenkasse zuständig. Du kannst dort um Überprüfung des Status für den einen Job bitten. Sollten sie das nicht machen oder immer noch falsch festlegen, dann wende dich am besten mal an die Clearingsstelle der Deutschen Rentenversicherung, um den Status für deinen Job feststellen zu lassen.

Vergiss bitte nicht, dass dein Status in der Sozialversicherung nichts mit deinem Studistatus in der Uni zu tun hat. Ob dir eine volle Sozialversicherungspflicht tatsächlich zum Nachteil wird, kannst du ja mal ausrechnen. Hier eine kurze Gegenüberstellung:

Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 130€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent*in. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unseren Beratungsstrukturen bei dir vor Ort beraten lassen oder dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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