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Studierenden-Beratung

Werkstudierenden-Tätigkeit und Übungsleiterpauschale

Darf ich als Werkstudent in der Vorlesungszeit (20 Std. die Woche) zusätzlich bzw. gleichzeitig noch als Übungsleiter bzw. auf Basis der Übungsleiterpauschale arbeiten oder ändern sich dann bereits die Sozialversicherungsabgaben und ich "verliere" den Werkstudenten-Status?

RE: Werkstudierenden-Tätigkeit und Übungsleiterpauschale

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage!

Bei der Übungsleiter*innenpauschale handelt es sich um steuerfreie Einkünfte, wodurch du bis zu 3000€/Jahr zusätzlich zum Steuerfreibetrag steuerfrei dazuverdienen kannst. Obwohl das Einkommen, das unter die Übungsleiter*innenpauschale fällt nicht bei der Familienversicherung und bei der Rentenversicherungspflicht miteingerechnet wird, bleibt es für die 20-Regel relevant.

20h-Regel

Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV): Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierte*r Student*in nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudent*in angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, du dich jedoch selbst krankenversichern musst (meist über die gesetzliche studentische Krankenversicherung).

Relevant ist also vor allem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, um deinen Status in der SV zu bestimmen. Solange deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit (aus allen Jobs zusammen) insgesamt nicht mehr als 20h/Woche beträgt, kannst du als Werkstudent*in angemeldet werden.

Sollte deine regelmäßige Arbeitszeit aus allen Jobs über 20h/Woche liegen, entfällt der Werkstudierendenstatus und du wirst voll sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet.

Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status im Job ist deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit und daran orientiert, ob im Sinne der Sozialversicherung dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
Daher gibt es von dieser 20h-Regel auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudentin auf Arbeitnehmerin verändert (weil für die SV dann noch immer dein Studium im Vordergrund steht). Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt.
Abends/nachts arbeiten alleine, reicht also noch nicht, um eine der Ausnahmen zu erfüllen. Arbeitest du unbefristet mehr als 20h/Woche, wird auch die Zeit, die du abends oder nachts arbeitest, als regelmäßige Arbeitszeit angesehen. Arbeitest du aber nur befristet mehr als 20h/Woche (höchstens ein halbes Jahr, das entspricht 26 Wochen), kann eine der Ausnahmen greifen.

Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 120€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unseren Beratungsstrukturen bei dir vor Ort beraten lassen oder dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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