© DGB/123RF.com

Studierenden-Beratung

Freiwilliges Praktikum + Minijob

Hallo Zusammen! 

Ich möchte im nächsten Jahr ein freiwilliges Praktikum absolvieren, allerdings kann das Praktikum unternehmensseitig nur als Teilzeitpraktikum (20h/Woche) angeboten werden. Vergütet wird das Praktikum oberhalb der Minijobgrenze. 

Da es aufgrund der Wochenstundenanzahl finanziell etwas knapp bei mir wird, überlege ich zusätzlich einen Minijob anzunehmen, sodass ich dann wöchentlich bei ca. 30h Arbeitszeit landen würde - allerdings blicke ich da bei den gesetzlichen Regelungen (zB Sonderregelungen wie die 26 Wochen Regelungen) nicht ganz durch, inwieweit dies möglich ist, sodass ich meine monatl. Fixkosten einigermaßen decken kann. (Ich weiß auch, dass ihr schon einiges dazu beantwortet habt, aber ich bleibe trotzdem verwirrt :/) 

Danke euch schonmal herzlich für Eure Mühe und Zeit. 
LG 

RE: Freiwilliges Praktikum + Minijob

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage und entschuldige unsere verspätete Antwort. Sollten sich über die Zeit neue oder andere Fragen ergeben haben, stelle gerne eine neue Anfrage auf der Startseite der Onlineberatung. Gerne helfe ich dir aber weiter!

Erstmal zu den Definitionen und anschließend, was es in Kombination bedeutet:

Freiwilliges Praktikum: Wenn du ein freiwilliges Praktikum absolvierst, wird das in der Sozialversicherung wie ein reguläres Beschäftigungsverhältnis angesehen. Je nach Umfang und Einkommenshöhe musst du dann entsprechend angemeldet werden. Ein freiwilliges Praktikum kann also - je nachdem, welche Kriterien erfüllt sind - als Minijob, als kurzfristige Beschäftigung, als Werkstudijob oder voll sv-pflichtig abgerechnet werden.

Da du in Kombination mit einer geringfügigen Beschäftigung die 20h-Regel überschreitest, sollte dein freiwilliges Praktikum also als Midijob und damit als voll sozialversicherungspflichtig abgerechnet werden. Du zahlst hierüber also Beiträge in die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung (anteilig dein/e Arbeitgeber*in auch).

Der Minijob bleibt hingegen sozialversicherungsfrei (bis auf 3,6% Rentenversicherung, von der du dich aber befreien lassen kannst).

Wenn du mehrere Beschäftigungen hast, die in unterschiedlichen Lohnsteuerklassen sind, kann es zu höhen Abzügen kommen. Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest. Sämtliche zu viel eingezogenen Steuern kannst du am Jahresende mit einer Steuererklärung zurückbekommen.

Steuerlich kann ein Minijob jedoch pauschal mit 2% versteuert werden. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. Nur wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6.

Und nun kurz zur 26-Wochen Regel:

Fällt die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete (!) Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen auf abends, nachts oder das Wochenende, bleibt der Werkstudent*innenstatus weiterhin erhalten. Weitere Ausnahmen bestehen insbesondere in der vorlesungsfreien Zeit, wobei die Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien auch in die 26 Wochen mit hineinzählen.

Arbeitest du allerdings regelmäßig deutlich mehr als 20h/Woche, ist in der Regel nicht mehr davon auszugehen, dass dein Studium im Vordergrund steht. Dies führt dazu, dass die Regelungen des Werkstudistatus nicht mehr greifen.

Ich hoffe, die Infos helfen dir weiter! Ansonsten kannst du dich bei weiteren Fragen gerne wieder an uns wenden oder auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook!
Übrigens: Solidarität geht immer! Mitglied werden

Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Jobs
Bist du Gewerkschaftsmitglied?*
Darf deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse an interessierte Journalist*innen für Hintergrundgespräche, Zitate oder Interviewanfragen weitergegeben werden?*
Über Antworten und Kommentare zu meiner Anfrage im Forum möchte ich per E-Mail informiert werden.*