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Studierenden-Beratung

Werkstudentenjob & Minijob

Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich des Werkstudentenstatus.

Ich habe ab September einen Job als Werkstudent mit 20 Std/Woche. 

Aktuell habe ich aber noch einen Minijob mit 20 Stunden pro Monat sowie einen Minijob als Freitagsstudent, bei dem ich 3x pro Monat Freitags in der Spätschicht von 13:30 - 21:05 arbeite.

Nun habe ich gelesen, dass es Ausnahmen gibt, bei denen man auch mehr als die 20 Stunden pro Woche als Werkstudent arbeiten darf. 

Daher meine Frage, würde einer dieser beiden Jobs unten die Ausnahmeregelungen fallen oder muss ich beide Jobs kündigen um weiterhin als ordernlicher Student zu gelten?

Oder wäre ein Job am Wochenende z.B. Freitags und Samstags abends möglich, um mehr als 20 Std pro Woche zu arbeiten? 

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen 

Julia Eggen

RE: Werkstudentenjob & Minijob

Hallo Julian,

vielen Dank für deine Anfrage.

Vermutlich erreicht dich meine Antwort etwas spät, vielleicht hilft sie dir aber trotzdem noch weiter! Ansonsten kannst du gerne nochmal eine neue Anfrage stellen, solltest du noch weitere Fragen haben.

Ganz wichtig vorab: als Student kannst du soviel arbeiten und verdienen, wie du möchtest! Das hat keinen Einfluss auf deinen Status in der Uni – du bleibst also ordentlicher Student, selbst wenn du 40h/Woche arbeiten solltest.

Was bedeutet es also, den Status des Werkstudenten inne zu haben? Dabei handelt es sich lediglich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung, den Vollzeitstudent*innen in der Regel immer dann erhalten, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten.

Wie du bereits erwähnt hast, gibt es bestimmte Ausnahmen der 20h-Regel, die es ermöglichen, mehr zu arbeiten, ohne den Werkstudistatus innerhalb der Sozialversicherung zu verlieren. Damit diese Ausnahmen greifen, müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt sein.

Grundsätzlich geht es um die Frage, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest oder nicht. Je nachdem wirst du entweder als Werkstudent*in oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet. Dabei bestehen Ausnahmen in der vorlesungsfreien Zeit und dazu noch unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt. Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien zählen auch in die 26 Wochen mit hinein. Hintergrund ist, dass in der Sozialversicherung davon augegangen wird, dass spätestens dann, wenn die Hälfte des Jahres (entspricht 26 Wochen) oder mehr neben dem Studium gearbeitet wird, die regelmäßige Arbeitszeit mehr als 20h/Woche beträgt und somit nicht mehr das Studium, sondern die Arbeit im Vordergrund steht.

Sowohl 20h- als auch 26-Wochen-Regel basieren auf Rechtsprechung und wurden im Rundschreiben zur versicherungsrechtlichen Beurteilung beschäftigter Studierender zusammengefasst.
Bei dieser sogenannten 20h-Regel handelt es sich also nicht um ein Gesetz, sondern lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort im Job.

Beachte bitte, dass du deinen Arbeitgeber*innen alle notwendigen Informationen mitteilen musst. Diese sind schließlich für deine Anmeldung verantwortlich und entscheiden auf Grundlage deiner Informationen, ob die Arbeitszeitverteilung bei über 20h/Woche unter die 26-Wochen-Regel fällt oder nicht. Greift keine der Ausnahmen, wirst du bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von über 20h/Woche voll sozialversicherungspflichtig angemeldet.

Das ist aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 130€/Monat, die gesetzlichen Familienversicherung ist ab 570€/Monat brutto nicht mehr möglich) tragen.
Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent*in. Außerdem erwirbst du so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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