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Studierenden-Beratung

Rechtliches und zwei Jobs

Hallo geehrtes Team,

und zwar habe ich momentan einen Aushilfsjob mit 8h die Woche. Nebenbei habe ich auch eine Anstellung als Werkstudent in der ich 18h in der Woche arbeite. Außerdem bin ich auch durch den Studentenstatus privat versichert.

Meine Frage ist, da ich insgesamt 26h arbeite, also mehr als die 20h, sollte es dennoch kein Problem darstellen, weil ich 10h davon am Wochenende arbeite, oder?

Also Probleme bezüglich SV und den Studentenstatus.

Und die zweite Frage wäre, was sich ändert, wenn die Anstellung als Werkstudent zu einer Teilzeitanstellung?

Vielen Dank schon mal im Voraus

Mit freundlichen Grüßen 

Niko 

RE: Rechtliches und zwei Jobs

Hallo Niko,

vielen Dank für deine Anfrage. Zunächst einmal entschuldige die verspätete Antwort, leider kommt es derzeit zu verspäteten Bearbeitungszeiten. Die folgenden Infos bringen hoffentlich dennoch etwas Licht ins Dunkle.

Erstmal vorab: Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent*in oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet. Auf deinen Status in der Uni hat das gar keinen Einfluss!

Da du jedoch privat versichert bist, können die Regelungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht analog auch auf die der privaten Krankenversicherung übertragen werden. Private Krankenversicherungen unterliegen nicht den Regelungen der Sozialgesetzgebung, Einkommens- und Altersgrenzen aus der gesetzlichen Familienversicherung oder der gesetzlichen studentischen Krankenversicherung müssen nicht gelten. Ausschlaggebend ist somit euer Versicherungsvertrag. Erkundige dich also bitte direkt bei deiner PKV.

Trotzdem an dieser Stelle ein paar Infos zur 20h-Regel:

Grundsätzlich solltest du die 20h/Woche nicht regelmäßig überschreiten. Von der 20h-Regel gibt es jedoch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudent*in auf Arbeitnehmer*in verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt.

Bedeutet: die Mehrarbeit am Wochenende muss im Rahmen einer Tätigkeit ausgeübt werden, die als befristete Beschäftigung vorliegt. Erst dann greift die Ausnahmeregelung und damit die 26-Wochen Regel.

Nun zum Unterschied:

Arbeitest du regelmäßig mehr als 20h/Woche, muss dich deinE Arbeitgeber*in als voll versicherungspflichtige Arbeitnehmer anmelden. Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 130€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent*. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben. Eine „höhere“ Sozialversichungspflicht ist also nicht unbedingt gegeben.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden. Ansonsten kannst du auch gerne unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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