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Studierenden-Beratung

PJ Aufwandsentschädigung + Nebentätigkeit

Hallo,

im Mai 2024 beginne ich voraussichtlich mein PJ und würde eine Aufwandsentschädigung von 573 Euro erhalten. Außerdem hatte ich mich für eine Aushilfsstelle in einer Praxis beworben auf 520 Euro Basis. Falls ich dort genommen werde, würde ich diese Tätigkeit auch neben dem PJ führen wollen. Heißt ich hätte dann ein monatliches Einkommen von 1093 Euro. Das wären dann 12x520= 6240 und 8x573=4584 und insgesamt dann 10824 Euro im Jahr 2024.
Meine Frage wäre jetzt wie das mit den Steuern aussieht. Ich hatte gelesen, dass der Aushilfsjob als Minijob pauschal um 2% versteuert werden kann und die Aufwandsentschädigung vom PJ unter LSK 1 fällt. Heißt das dann, dass ich nur die 2% Steuern vom Minijob abgeben müsste und nicht mehr? Und was ist mit dem Steuerfreibetrag für Studenten, gilt dieser immer nur für eine Tätigkeit (in diesem Fall für das PJ) oder werden in meinem Fall dann beide Tätigkeiten in einen Topf geworfen und solange ich insgesamt mit beiden Einkommen unter der Freibetragsgrenze bleibe, zahle ich keine Steuern? 
Ich danke vielmals im Voraus.

Liebe Grüße

RE: PJ Aufwandsentschädigung + Nebentätigkeit

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage.

Zunächst einmal entschuldige die verspätete Antwort, leider kommt es derzeit zu längeren Bearbeitungszeiten. Ich hoffe, die folgende Antwort hilft dir trotzdem noch weiter!

Die Antworten auf deine Fragen sind erstmal davon abhängig, wie dein PJ in der Klinik abgerechnet wird. Wenn dein PJ wie ein Pflichtpraktikum behandelt wird, ist die Praktikumsvergütung grundsätzlich sozialversicherungsfrei, aber steuerpflichtig.

Ein Pflichtpraktikum ist auf jeden Fall mit einem Minijob kombinierbar. Hierauf solltest du jedoch achten:

In der Regel werden Minijobs pauschal mit 2% versteuert. Sollte das bei dir der Fall sein, so muss hier keine weitere Lohnsteuer gezahlt werden und dein Minijob-Einkommen bleibt in dieser Hinsicht konstant. Es ist aber auch möglich, dass dein Minijob ganz regulär über die Lohnsteuer läuft.

Sofern dein Minijob nicht pauschal versteuert wird, zählt dein Einkommen in den Steuergrundfreibetrag hinein (aktuell 10.908 Euro + Werbungskosten von 1.230 Euro). Solltest du diesen übersteigen, musst du Steuern zahlen – allerdings nur auf den Betrag, der über dem Steuerfreibetrag liegt. Sollte dein Minijob über die Lohnsteuer laufen, so wirst du bei Praktikum und Minijob voraussichtlich in unterschiedliche Lohnsteuerklassen (LSK) eingeordnet. Was bedeutet das?

Nur einer deiner Jobs bzw. dein Praktikum kann über die LSK 1 laufen. Alle weiteren Jobs (sofern nicht pauschal versteuert s.o.) laufen über LSK 6. Dort ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, sodass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest. Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtlich zuviel eingezogene Steuern wieder zurück bekommen.

Um nicht vorzeitig mit Steuereinzügen rechnen zu müssen, wäre also denkbar, dass du deinen Minijob pauschal versteuern lässt und dein Praktikum über LSK 1 laufen lässt. Wie dein Minijob versteuert wird, kannst du mit deinem zukünftigen Arbeitgeber ausmachen.

Bei weiteren Fragen kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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