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Studierenden-Beratung

Werkstudent oder Angestellter

Guten Tag,

ich habe letzten Monat neben meinem Studium angefangen in einem Krankenhaus zu arbeiten. Nun stellt sich für mich und die Klinik die Frage, ob ich als Werkstudent gelistet werden soll oder Angestellter.

Meine Stundenzahl variiert momentan zwischen 9 und 20 Stunden pro Woche, wird in Zukunft bei 9 Stunden sein.

Was würde sich denn mehr lohnen, bzw. wo hätte ich weniger Abzüge?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen 

Sarah

RE: Werkstudent oder Angestellter

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage. Derzeit kommt es leider zu verlängerten Bearbeitungszeiten, entschuldige die verspätete Antwort. Sollten sich über die Zeit neue oder andere Fragen ergeben haben, stelle gerne eine neue Anfrage auf der Startseite der Onlineberatung: https://jugend.dgb.de/studium/beratung/students-at-work

Abgaben sind vor allem zweierlei: Dein Status in der Sozialversicherung (Werksstudent_innenprivileg), sowie mögliche Abgaben daraus, Krankenversicherung und Steuern.

Bei den Abgaben in der Sozialversicherung ist vor allem der Werksstudent_innenstatus wichtig. Werkstudent_innenstatus oder auch bekannt als die 20h-Regel, heißt die Regelung, nach der beschäftigte Studierende einen besonderen Status in der Sozialversicherung einnehmen. Sie besagt, dass, wer hauptsächlich studiert und nicht mehr als 20h/Woche arbeitet, grundsätzlich als „ordentliche Student_in" in der Sozialversicherung gilt. Bei der 20h-Regel handelt es sich zudem nicht um eine Verbotsgrenze, sondern lediglich um eine Orientierungsrichtlinie innerhalb der Sozialversicherung. Auch als Student_in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status als Student_in innerhalb der Hochschule hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student_in, solange du immatrikuliert bist. Wenn man mehr als 20 Stunden die Woche arbeitest bedeutet dies, dass man nun Anteilig Sozialversicherungsbeiträge auf das eigene Einkommen zahlen muss. Somit übernimmt der Arbeitgeber dann einen Teil der Sozialversicherungbeiträge, während du von deinem Lohn den anderen teil übernimmtst.

Mehr Informationen zum Werksstudent_innenstatus: https://jugend.dgb.de/-/Xhi

Bei deinen Abgaben in der Krankenversicherung kommt es darauf an ob du noch familienversichert oder studentisch krankenversichert bist: Die Familienversicherung in der Krankenkasse geht nur bis zum 25 Geburtstag (plus die eventuelle Zeit in einem FSJ oder Wehrdienst). Bei der Familienversicherung besteht als weiteres Kriterium auch eine Einkommensgrenze. Die liegt bei abhängigen Beschäftigungen bei ca. 520€ . Wichtig ist, dass hier alle deine Einkommen zusammengerechnet werden. Landest du über diesem Betrag müsstest du eine studentische Krankenversicherung annehmen. Diese kostest ca. 130€ im Monat. In der studentischen Krankenversicherung kannst du bleiben, so lange du immatrikuliert bist, die 20h-Regel beachtest und nicht älter als 30 Jahre bist.

Mehr zum Thema Krankenversicherung findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQz

Ob man auf eigene Einkünfe Steuern, also Einkommenssteuer, zahlt, hängt vor allem mit dem jährlichen Gesamteinkommen zusammen. Einkommenssteuer wird fällig, wenn die Summe aller deiner Einkünfte so hoch ist, dass sie den Freibetrag übersteigt und sich eine Steuerpflicht ergibt. Hier werden also alle Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit und abhängiger Beschäftigung zusammengerechnet. Einkommenssteuer wird aber nur auf den Betrag fällig, der deinen Freibetrag übersteigt. Der jährliche Grundfreibetrag liegt für dieses Jahr bei 10.908 Euro. Bei abhängiger Beschäftigung kannst du dazu noch die Werbungskostenpauschale geltend machen sowie ggf. weitere Kosten wie Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und höhere Werbungskosten. Solange du unter diesem jährlichen Freibetrag landest, zahlst du keine Einkommenssteuer.

Mehr zum Thema Freibeträge findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQB

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Liebe Grüße,

Liam

DGB-Jugend Studierendenberatung

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