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Studierenden-Beratung

Werkstudentenprivileg

Hallo ihr Lieben, 

ich habe eine Frage zum Werkstudentenstatus.

Folgende Situation: Im WS 22/23 habe ich letze Prüfungsleistungen inklusiver meiner BA erbracht. Habe mich aber für das SS rückgemeldet, meine Studienkoordinatorin meinte man bleibt in dem Semester in dem man das Zeugnis beantragt noch immatrikuliert.

Ich bin also dieses SS noch immatrikuliert, bin aber eig seit Februar fertig. 

Im März habe ich eine Werkstudentenstelle angenommen, die ich gerne bis Augsut durchführen möchte.

Offiziell bin ich befristet bis zum Ende meines Studiums angestellt. Was genau bedeutet das denn? Ich dachte nämlich erst, dass ich durch meine Immatrikulationsbescheinigung bis 30.09 arbeiten darf.

Eigentlich bin ich mittlerweile mit meinem Studium fertig, also hab alles bestanden was ich bestehen muss - bin aber dieses Semester noch immatrikuliert.
Der Gedanke war, diesen Sommer noch freiwillig Wahlfächer, die mich interessieren zu belegen. Das würde auch im Zuge des Werkstudentenprivileges Sinn machen, oder?
Online habe ich gefunden, dass das Studium offiziell mit dem Erbringen der letzten Prüfungsleistung als beendet gilt. Und somit verfällt auch das Werkstudentenprivileg, richtig?
Eine Klausur die ich nun noch freiwillig mitschreiben würde, findet Ende Juli statt. Diese Note kann ich mit einer bereits erbrachten Leistung tauschen, somit ist das Julidatum mein offizielles Studiumsende - so wie ich das verstanden habe.
Was genau sind denn die Folgen für meine Tätigkeit als Werkstudentin bei euch? Beziehungsweise was gilt es für mich zu beachten?
Ich würde nämlich schon gerne noch bis wenigstens August hier arbeiten. Würde eine Anstellung als Teilzeitkraft für den August Sinn machen - gesetzt dem Fall ich habe das mit dem Werkstudentenprivilge richtig verstanden.

Mit seiner letzten Prüfungsleistung wird man nicht immer automatisch exmatrikuliert.
Das ist von Uni zu Uni verschieden und bei mir ist es nicht der Fall.
Meine Studiengangsleitung hat mir mitgeteilt, dass man in dem Semester, in dem das Zeugnis beantragt wird, noch immatrikuliert bleibt.
Mein Zeugnis kann ich theoretisch beantragen wann ich will, deswegen bin ich auch erst nach einiger Recherche auf das Problemchen gestoßen...
Ich habe online gefunden, dass das Studium scheinbar offiziell mit der letzten Prüfungsleistung endet und nicht zwangsläufig mit einer Exmatrikulation. 100 %ig weiß ich das aber leider auch nicht.

Mine Kollegen meinten, dass es reicht wenn ich immatrikuliert bin und dass es somit egal ist wann meine letzte Prüfungsleistung war.
Mir scheint es als wäre es eine rechtliche Grauzone...
Wie schätzt ihr die Situation ein - denkst du das reicht oder droht mir eine Nachzahlung von Versicherung/Steuergeldern/o.Ä. sollte ich im Sommer keine Prüfungsleistung mehr absolvieren?

Antwort von HR: Also die Steuerberaterin meint auch, dass die Immabescheinigung zählt. Du musst uns nur unbedingt mitteilen, falls deine Uni dich doch eher exmatrikulieren sollte.

Kurze Zusammenfassung:

  • arbeite als Werkstudentin
  • alle Prüfungen absolviert
  • immatrikuliert

Frage: rechtlich ok? oder droht mir Nachzahlung von Steuern etc. falls ich dieses Semster kein Wahlfach mehr belege.

Vielleicht könnt ihr hier etwas Licht ins Dunkle bringen...

 Ganz lieben Dank euch!

RE: Werkstudentenprivileg

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage. Derzeit kommt es leider zu verlängerten Bearbeitungszeiten, entschuldige die verspätete Antwort. Sollten sich über die Zeit neue oder andere Fragen ergeben haben, stelle gerne eine neue Anfrage auf der Startseite der Onlineberatung: https://jugend.dgb.de/studium/beratung/students-at-work

Deine Frage betrifft vor allem den Status als Werksstudent_in, den Arbeitgeber und Studierende für sich nutzen. Dies ist ein spezieller Status in der Sozialversicherung, der für studierende deutlich geringere Abgaben zur Folge hat. Werkstudent_innenstatus oder auch bekannt als die 20h-Regel, heißt die Regelung, nach der beschäftigte Studierende einen besonderen Status in der Sozialversicherung einnehmen. Sie besagt, dass, wer hauptsächlich studiert und nicht mehr als 20h/Woche arbeitet, grundsätzlich als „ordentliche Student_in" in der Sozialversicherung gilt. Bei der 20h-Regel handelt es sich zudem nicht um eine Verbotsgrenze, sondern lediglich um eine Orientierungsrichtlinie innerhalb der Sozialversicherung. Auch als Student_in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status als Student_in innerhalb der Hochschule hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student_in, solange du immatrikuliert bist. Wenn man mehr als 20 Stunden die Woche arbeitest bedeutet dies, dass man nun Anteilig Sozialversicherungsbeiträge auf das eigene Einkommen zahlen muss. Somit übernimmt der Arbeitgeber dann einen Teil der Sozialversicherungbeiträge, während du von deinem Lohn den anderen teil übernimmtst.

Wenn deine Uni dir bestätigt, dass du bis zum angegebenen Datum immatrikuliert bleibst und unter 20h die Woche Arbeitszeit bleibst, bleibt das Werksstudent_innenprivileg erhalten.

Sollest du dir sehr unsicher sein, kannst du auch nochmal Kontakt mit deiner Krankenversicherung aufnehmen. Dies ist nämlich die Institution, die den Werksstudent_innenstatus feststellt.

Dies hat übrigens nur Auswirkungen auf deine Beiträge in der Sozialversicherung (Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, etc) und hat nichts mit der Zahlung von Steuern zu tun!

Ob man auf eigene Einkünfe Steuern, also Einkommenssteuer, zahlt, hängt vor allem mit dem jährlichen Gesamteinkommen zusammen. Einkommenssteuer wird fällig, wenn die Summe aller deiner Einkünfte so hoch ist, dass sie den Freibetrag übersteigt und sich eine Steuerpflicht ergibt. Hier werden also alle Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit und abhängiger Beschäftigung zusammengerechnet. Einkommenssteuer wird aber nur auf den Betrag fällig, der deinen Freibetrag übersteigt. Der jährliche Grundfreibetrag liegt für dieses Jahr bei 10.908 Euro. Bei abhängiger Beschäftigung kannst du dazu noch die Werbungskostenpauschale geltend machen sowie ggf. weitere Kosten wie Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und höhere Werbungskosten. Solange du unter diesem jährlichen Freibetrag landest, zahlst du keine Einkommenssteuer.

Mehr zum Thema Freibeträge findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQB

Mehr Informationen zum Werksstudent_innenstatus: https://jugend.dgb.de/-/Xhi

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Liebe Grüße,

Liam

DGB-Jugend Studierendenberatung

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