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Studierenden-Beratung

mehrere Hilfskraftstellen kombinieren

Ist es möglich bzw (steuerlich) sinnvoll mehrere Hilfskraftstellen zu kombinieren?

Ich habe aktuell zwi Hilfskraftstellen á 20h im Monat, Stundenlohn 12,87 €; d.h. ich überschreite die 520€ Grenze nicht.

Ich würde gerne eine dritte Hilfskraftstelle annehmen, wiederum 20h im Monat mit 12,87 € Stundenlohn, dh insgesamt 60h im Monat, das sind ca. 770€.

Zeitlich steht es meinem Studium nicht im Weg.

Ist die Kombination möglich bzw sinnvoll?

Vielen Dank für die Hilfe!

RE: mehrere Hilfskraftstellen kombinieren

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage. Derzeit kommt es leider zu verlängerten Bearbeitungszeiten, entschuldige die verspätete Antwort. Sollten sich über die Zeit neue oder andere Fragen ergeben haben, stelle gerne eine neue Anfrage auf der Startseite der Onlineberatung: https://jugend.dgb.de/studium/beratung/students-at-work

Ob du so viel arbeiten möchtest hängt vor allem von deinen eigenen Kapazitäten ab und natürlich wie viel Geld du brauchst. Dies sind persönliche Gründe zu denen wir nur schlecht eine Einschätzung geben könnten. Generell betrifft deine Frage aber vor allem drei Themen, die wichtig zu beachten sind: Dein Status in der Sozialversicherung (Werksstudent_innenprivileg), sowie mögliche Abgaben daraus, Abgaben in der Krankenversicherung und Steuern.

Bei der Annahme mehrer Jobs ist vor allem die wöchentliche Arbeitsstundenzahl wichtig, da diese über den sogenannten Werkstudent_innenstatus in der Sozialversicherung entscheidet. Werkstudent_innenstatus oder auch bekannt als die 20h-Regel, heißt die Regelung, nach der beschäftigte Studierende einen besonderen Status in der Sozialversicherung einnehmen. Sie besagt, dass, wer hauptsächlich studiert und nicht mehr als 20h/Woche arbeitet, grundsätzlich als „ordentliche Student_in" in der Sozialversicherung gilt. Bei der 20h-Regel handelt es sich zudem nicht um eine Verbotsgrenze, sondern lediglich um eine Orientierungsrichtlinie innerhalb der Sozialversicherung. Auch als Student_in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status als Student_in innerhalb der Hochschule hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student_in, solange du immatrikuliert bist. Wenn man mehr als 20 Stunden die Woche arbeitest bedeutet dies, dass man nun Anteilig Sozialversicherungsbeiträge auf das eigene Einkommen zahlen muss. Somit übernimmt der Arbeitgeber dann einen Teil der Sozialversicherungbeiträge, während du von deinem Lohn den anderen teil übernimmtst. Dies passiert allerdings nur wenn die Jobs jeweils über der Minijob-Grenze sind.

In deinem Fall ist es wichtig deinen Arbeitgeber über den jeweils anderen Job zu informieren (dazu bist du verpflichtet) und vor allem deine Krankenkasse zu informieren, dass du einen weiteren Job annimmst, damit allerdings nicht über den 20 Stunden pro Woche landest. So beugst du vor, dass sich an deinem Status was ändert und dies keine Auswirkungen auf deinen studentischen Krankenversicherungsbeitrag hat.

Mehr Informationen zum Werksstudent_innenstatus: https://jugend.dgb.de/-/Xhi

Mehr Informationen zur Kombination mehrer Jobs: https://jugend.dgb.de/-/XhB

Bei deinen Abgaben in der Krankenversicherung kommt es darauf an ob du noch familienversichert oder studentisch krankenversichert bist: Die Familienversicherung in der Krankenkasse geht nur bis zum 25 Geburtstag (plus die eventuelle Zeit in einem FSJ oder Wehrdienst). Bei der Familienversicherung besteht als weiteres Kriterium auch eine Einkommensgrenze. Die liegt bei abhängigen Beschäftigungen bei ca. 520€ . Wichtig ist, dass hier alle deine Einkommen zusammengerechnet werden. Wenn du mehr verdienst müsstest du eine studentische Krankenversicherung annehmen. Diese kostest ca. 130€ im Monat. In der studentischen Krankenversicherung kannst du bleiben, so lange du immatrikuliert bist, die 20h-Regel beachtest und nicht älter als 30 Jahre bist.

Mehr zum Thema Krankenversicherung findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQz

Ob man auf eigene Einkünfe Steuern, also Einkommenssteuer, zahlt, hängt vor allem mit dem jährlichen Gesamteinkommen zusammen. Einkommenssteuer wird fällig, wenn die Summe aller deiner Einkünfte so hoch ist, dass sie den Freibetrag übersteigt und sich eine Steuerpflicht ergibt. Hier werden also alle Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit und abhängiger Beschäftigung zusammengerechnet. Einkommenssteuer wird aber nur auf den Betrag fällig, der deinen Freibetrag übersteigt. Der jährliche Grundfreibetrag liegt für dieses Jahr bei 10.908 Euro. Bei abhängiger Beschäftigung kannst du dazu noch die Werbungskostenpauschale geltend machen sowie ggf. weitere Kosten wie Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und höhere Werbungskosten. Solange du unter diesem jährlichen Freibetrag landest, zahlst du keine Einkommenssteuer.

Mehr zum Thema Freibeträge findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQB

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Liebe Grüße,

Liam

DGB-Jugend Studierendenberatung

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