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Studierenden-Beratung

Aufwandsentschädigung für Abschlussarbeit bei einem Unternehmen + zwei Stellen als Werkstudent

Hallo,

ich arbeite zurzeit als wissenschaftliche Hilfskraft 10h pro Woche bei mir an der Uni und werde demnächst meine Masterarbeit bei einem Unternehmen schreiben. Für das Schreiben der Masterarbeit werde ich über 6 Monate eine monatliche Aufwandsentschädigung von 900€ erhalten. Zudem erhalte ich die Möglichkeit noch weitere Aufgaben als Werkstudent zu übernehmen und könnte somit im Unternehmen auch nochmal 10h pro Woche arbeiten.

 

Meine erste Frage ist: Wie wird die Aufwandsentschädigung abgerechnet? Muss ich davon Sozialabgaben zahlen? Habe ich steuerrechtliche Abzüge?

 

Meine zweite Frage zielt auf die beiden Werkstudentenstellen ab: Wenn ich meine Wochenstunden an der Uni so reduzieren würde, dass ich unter den 520€ liegen würde, wäre es möglich dies abgabenfrei als Minijob abzurechnen und die Werkstudentenstelle im Unternehmen über die Steuerklasse 1? Oder müsste in jedem Fall die zweite Beschäftigung über die Steuerklasse 6 abgerechnet werden?

Vielen Dank im Voraus!

RE: Aufwandsentschädigung für Abschlussarbeit bei einem Unternehmen + zwei Stellen als Werkstudent

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage. Derzeit kommt es leider zu verlängerten Bearbeitungszeiten, entschuldige die verspätete Antwort. Sollten sich über die Zeit neue oder andere Fragen ergeben haben, stelle gerne eine neue Anfrage auf der Startseite der Onlineberatung: https://jugend.dgb.de/studium/beratung/students-at-work.

Zu deiner ersten Frage: Eine Aufwandsentschädigung zählt trotz des anderen Namens einfach als eine weitere Form von Einkommen. Das bedeutet, dass sie auch in dein jährliches Gesamteinkommen reinzählt und somit Steuerrelevant werden kann (wenn du mit deinem jährlichen Gesamteinkommen den jährlichen Grundfreibetrag von 10.908€ überschreitest).

Die zweite Frage: Die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 greift immer dann, wenn du zwei oder mehrere Jobs über deine Steuer-Idnr. hast, von denen nur einer in der Lohnsteuerklasse 1 abgerechnet werden kann. Wenn ein Job (meistens der schon bestehende, erste) auf die Lohnsteuerklasse 1 eingetragen ist, wird der andere auf die 6 eingetragen. Das ganze hat erstmal nicht damit zu tun, um welche Art von Job, also Mini- oder Midijob, es sich handelt. Da die Lohnsteuerklasse 6 eine Pauschalbesteuerung ist lohnt es sich hier oft, den Job mit dem niedrigeren Gehalt einzutragen. Du kannst der automatischen Eintragung vorbeugen, indem du z.B. im Voraus deinen schon bestehenden Job auf die Lohnsteuerklasse 6 umtragen lässt (oft geht das über die Personalabteilung), damit der weitere Job auf die Lohnsteuerklasse 1 eingetragen werden kann.

Bei der Lohnsteuerklasse 6 ist wichtig zu wissen, dass hier oft kein Freibetrag eingetragen ist, so dass du dort ab dem ersten Cent besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest. Du kannst aber ab Beginn des kommenden Jahres mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

Mehr Infos zum Thema Freibeträge und Steuerklasse findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQB

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Liebe Grüße,

Liam

DGB-Jugend Studierendenberatung

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