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Studierenden-Beratung

Krankheitsfall als Werkstudent

Hallo,

ich arbeite seit einem Jahr als Werkstudent und habe im Vertrag keine festen Arbeitszeiten, ich habe mit dem Chef mündlich 15 Stunden die Woche vereinbart und kann flexibel kommen und gehen wann ich will. Wenn ich krank bin bekomme ich kein Geld und wurde nie aufgefordert die Krankheitsbedingtenstunden nachzuholen, ich schaffe es meistens zeitlich auch nicht nachzuholen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob ich das Recht habe das Geld zu erhalten und von der Firma gefordert habe ich auch nichts.

Ich habe heute starke Oberschenkelschmerzen gehabt und in der Arbeit auch bescheid gegeben, der Chef war daraufhin sehr wütend. Kann er mich deswegen auch kündigen, ich meine durch mich macht er ja gar keine Verluste?

Beste Grüße

Abdul

RE: Krankheitsfall als Werkstudent

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage. Derzeit kommt es leider zu verlängerten Bearbeitungszeiten, entschuldige die verspätete Antwort. Sollten sich über die Zeit neue oder andere Fragen ergeben haben, stelle gerne eine neue Anfrage auf der Startseite der Onlineberatung: https://jugend.dgb.de/studium/beratung/students-at-work.

Wenn du an einem Tag, an dem du arbeiten musst krank bist und dies durch eine Krankschreibung auch nachweisen kannst, hast du ein Recht auf Lohnfortzahlung. Selbst bei Job mit variierenden Wochenarbeitszeiten gilt das auch.

Krankheit ist an sich kein zulässiger Kündigungsgrund, vor allem wenn du eine Krankschreibung hast. Nur wer dauerhaft mehr krank ist als am Arbeitsplatz - ohne die Aussicht, das sich das bald ändert - kommt gegen eine Kündigung nur schwer an - zumal, wenn die Fehlzeiten dem Betrieb erheblich schaden und auch ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Betriebes keine Abhilfe schaffen kann

Übrigens, auch wenn du die Konditionen deiner Arbeit mündlich vereinbart hast, hast du trotzdem ein Anrecht darauf diese auch schriftlich zu bekommen. Wer länger als einen Monat beschäftigt ist, hat durch das Nachweisgesetz (NachwG) gesetzlichen Anspruch auf eine Niederschrift der Vertragsbedingungen. Sollte dein_e Chef_n dir keinen schriftlichen Vertrag zugestehen, behaupte einfach, du brauchst ihn als Verdienstnachweis bei der Wohnungssuche. Bedenke, dass du den Kürzeren ziehen könntest, wenn beim Streit um Lohn oder plötzliche Kündigung kein schriftlicher Vertrag vorliegt. Solange kein schriftlicher Vertrag vorliegt, gelten im Zweifel die rechtlichen Mindeststandards, z.B. beim Urlaubsanspruch oder der Kündigungsfrist.

Mehr Informationen zum Thema Krankheit findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQy

Mehr Informationen zum Thema Arbeitsvertrag findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XQL

Solltest du Angst haben, dass dein Arbeitgeber dich bald kündigen will oder sich rechtlich nicht einwandfrei verhält, empfehle ich dir eine Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft, so dass du im Notfall auf den Rechtschutz der Gewerkschaft zurückgreifen kannst. Mehr Informationen zum Thema Gewerkschafts-Mitgliedschaft findest du hier: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Liebe Grüße,

Liam

DGB-Jugend Studierendenberatung

Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns bei Facebook: https://www.facebook.com/jugend.im.dgb/

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