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Studierenden-Beratung

Minijob plus Midijob

Hallo,

ich habe eine Frage.

Ich arbeite momentan abends und am Wochenende in einer Bar auf 520 € basis (bekomme im Monat jedoch eher um die 300-400€ raus).

Jetzt habe ich die Möglichkeit bekommen einen Job anzunehmen, in dem ich 10 Std. arbeite und am Ende des Monats auf ca. 600 € komme, dieser geht also über einen minijob hinaus. Ich will meinen anderen Job unbedingt behalten und wollte fragen, ob ich ohne probleme den anderen Job annehmen kann. Das heißt keine änderung in den Steuerabgaben. Ich bin bereits als Studentin gesetzlich versichert. Bei meinem Minijob wurde ich von der Rentenversicherung befreit.

Beide Jobs kombiniert würden also ca. 800€-900€ im Monat ergeben und die Arbeitszeit ca. 17 Stunden die Woche.

Danke für die Hilfe.

RE: Minijob plus Midijob

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage. Derzeit kommt es leider zu verlängerten Bearbeitungszeiten, entschuldige die verspätete Antwort. Sollten sich über die Zeit neue oder andere Fragen ergeben haben, stelle gerne eine neue Anfrage auf der Startseite der Onlineberatung: https://jugend.dgb.de/studium/beratung/students-at-work

Zuerst einmal: Generell ist es kein Problem als Student_in mehr als einen Job zu haben. Relevant sind jedoch Abgaben, die dann vielleicht gezahlt werden müssen. Hier geht es vor allem um Sozialversicherungsabgaben und Steuern.

Bei den Sozialversicherungsbeiträgen gilt für Studierende die sogenannte 20h-Regel: Bei der 20h-Regel wird die Arbeitszeit aus allen Jobs, auch selbstständigen Beschäftigungen, zusammengerechnet. Werkstudent_innenstatus oder auch bekannt als die 20h-Regel, heißt die Regelung, nach der beschäftigte Studierende einen besonderen Status in der Sozialversicherung einnehmen. Sie besagt, dass, wer hauptsächlich studiert und nicht mehr als 20h/Woche arbeitet, grundsätzlich als „ordentliche Student_in" in der Sozialversicherung gilt. Bei der 20h-Regel handelt es sich zudem nicht um eine Verbotsgrenze, sondern lediglich um eine Orientierungsrichtlinie innerhalb der Sozialversicherung. Auch als Student_in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status als Student_in innerhalb der Hochschule hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student_in, solange du immatrikuliert bist. Wenn man mehr als 20 Stunden die Woche arbeitest bedeutet dies, dass man nun Anteilig Sozialversicherungsbeiträge auf das eigene Einkommen zahlen muss. Somit übernimmt der Arbeitgeber dann einen Teil der Sozialversicherungbeiträge, während du von deinem Lohn den anderen teil übernimmt.

Wenn du also insgesamt unter 20 Stunden Wochenarbeitszeit bleibst, bist du weiterhin von Sozialversicherungsabgaben befreit. In deinem Midijob würdest du nur Rentenversicherungsbeiträge zahlen.

Wichtig ist, dass du deinen ersten Arbeitgeber über die Annahme einer weiteren Beschäftigung informieren musst. Dazu bist du verpflichtet.

Mehr Informationen zum Thema Werkstudent_innenstatus und möglichen Ausnahmen findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/Xhi

Potentiell kann es dazu kommen, dass deine zweite Beschäftigung in die Lohnsteuerklasse VI einkategorisiert wird. Die ungünstige Lohnsteuerklasse VI greift immer dann, wenn du zwei oder mehrere Jobs über deine Steuer-Idnr. hast, von denen nur einer in der Lohnsteuerklasse I abgerechnet werden kann. Hier ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem ersten Cent besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest. Du kannst aber ab Beginn des kommenden Jahres mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

Zum Thema Freibeträge findest du mehr Infos hier: https://jugend.dgb.de/-/XQB

Mehr Informationen zur Kombination mehrer Jobs findest du hier: https://jugend.dgb.de/-/XhB

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Liebe Grüße,

Liam

DGB-Jugend Studierendenberatung

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