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Studierenden-Beratung

Vollzeit arbeiten neben dem Vollzeitstudium

Hallo zusammen, ich würde gerne Soziale Arbeit an der FH Münster studieren und frage mich, ob ich während meines gesamten Studiums weiterhin Vollzeit arbeiten darf oder ob ich die Grenze von 20h nicht überschreiten darf. Wenn ja, was würde passieren wenn ich meinen Job behalte und studiere?

Ich hoffe, mir kann jemand helfen.

LG

RE: Vollzeit arbeiten neben dem Vollzeitstudium

Hallo,

vielen Dank für deine Anfrage.

Grundsätzlich dürfen auch Student*innen so viel arbeiten und verdienen, wie sie möchten. Auf deinen Studierendentatus innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student*in, solange du immatrikuliert bist - egal wie viel du arbeitest. "Schlimmstenfalls" kannst du (je nach Hochschulgesetz und - satzung) aufgefordert werden, in ein Teilzeitstudium zu wechseln. In der Realität habe ich es aber noch nie erlebt, dass von so einer Aufforderung Gebrauch gemacht wurde.

Im Job musst du als Student*in dann je nach Umfang und Art der Beschäftigung in der Sozialversicherung angemeldet werden. Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen: Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent*in oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet.

Wenn du ganz regulär Vollzeit arbeitest, passiert also nichts weiter, dann bleibt im Job alles wie gehabt und du voll sv-pflichtige*r Arbeitnehmer*in.

Innerhalb der Uni hast du allerdings keinen rechtlichen Anspruch auf besondere Rücksicht, nur weil du Vollzeit arbeitest. Regelstudienzeit, Seminar, Vorlesungs-- und Prüfungstermine gelten für dich wie für alle anderen Studierenden auch. Erfahrungsgemäß sind manche Dozent*innen kulanter und rücksichtsvoller, andere aber nicht.
Im Job wiederum hast du ebenfalls keinen Rechtsanspruch darauf, diesen dem Studium unterzuordnen. Die arbeitsvertraglichen Pflichten schuldest du dann wie bisher auch und für Prüfungstermine frei zu bekommen, liegt in der Kulanz deine*r/s Arbeitgeber*in/s. Hier kann aber ein offenes Gespräch über deine Studienabsichten helfen. Vielleicht findet es dein*e Arbeitgeber*in ja sogar gut und sagt dir Unterstützung, z.B. durch flexiblere Arbeitszeitgestaltung und Freistellung für Prüfungstermine zu.

Dennoch solltest du dir gut überlegen, ob du die Belastung mit Vollzeitjob und Vollzeitstudium länger tragen kannst. So ein Studium dauert ja nicht nur ein paar Monate, sondern bestenfalls 3 Jahre. Und wenn du dir deine Gesundheit ruinierst, hast du am Ende auch nichts davon.
Vielleicht sind dann ein Teilzeitstudium neben dem Beruf oder eine Stundenreduzierung im Job gute Alternativen. Das musst du im Endeffekt aber selbst entscheiden.

Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort (auch für angehende Sozialarbeiter*innen möglich, die ebenfalls von der GEW vertreten werden). Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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