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Studierenden-Beratung

Neben der Bachelorarbeit eine Werkstudententätigkeit

Hallo,

Ende September fange ich meine Bachelorarbeit in einem Unternehmen an. Diese Bachelorarbeit wird mit 1.200 Euro im Monat vergütet.

Zusätzlich habe ich aktuell zwei Nebenjobs, einen davon wollte ich während der Bachelorarbeit weiterführen. Und zwar arbeite ich für meine Universität. Dies sind 10 h die Woche und ich verdiene über 450 Euro (Werstudent).

Meine Frage. Zeitlich ist das für mich kein Problem, jedoch wie sieht das rechtlich aus. Darf ich das? Wie hoch werden ca meine Abgaben sein? 

Werden beide Jobs Steuer- und Versicherungspflichtig? 

Vielen Dank für deine/eure Hilfe.

RE: Neben der Bachelorarbeit eine Werkstudententätigkeit

Hallo Michelle,

vielen Dank für deine Anfrage.

Bist du als Bachelorand*in ausschließlich zur Erstellung deiner Abschlussarbeit im Unternehmen und erbringst keine direkt für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung, zählt die Zeit, die du dort verbringst nicht als Arbeitszeit, sondern als Zeit für dein Studium (ähnlich wie bei Pflichtpraktika) und damit nicht in die 20h-Regel mithinein.

Es gibt in der Sozialversicherung auch einen speziellen Status für Bachelorand*innen. Erhälst du eine Vergütung, ist diese grundsätzlich sozialversicherungsfrei - und zwar unabhängig von ihrer Höhe.

Wenn du nebenbei noch als Werkstudentin an deiner Hochschule tätig bist, ist das grundsätzlich kein Problem. Auf den Werkstudijob hat die Bachelorand*innentätigkeit keine Auswirkung. Sozialversicherungsrechtlich bleibt bei deinem Werkstudijob alles wie bisher und die Bachelorand*innentätigkeit ist, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, sowieso sozialversicherungsfrei.
Lediglich im Bereich Steuern wirst du voraussichtlich Einzüge haben.

Denn sowohl der Werkstudijob als auch die Bachelorand*inenntätigkeit müssen über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du eins davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist deshalb so, weil immer nur ein Einkommen über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 10.347€/Jahr (plus 1200€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
Du kannst aber im Folgejahr mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

In der Steuererklärung kannst du dann auch noch Vorsorgeaufwendungen und ggf. Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten geltend machen, so dass es durchaus nicht ungewöhnlich ist, auch bei einem Gesamtbruttoeinkommen von 13.000 oder 14.000 € im Jahr noch keine Einkommenssteuer zahlen zu müssen.

Beachte auch die Regelungen nach dem Arbeitszeitgesetz. Demnach darfst du nicht mehr als 8h/Tag (10h/Tag bei Ausgleich) bei einer 6-Tage-Woche und damit nicht mehr als 48h/Woche abhängig beschäftigt werden. Auch die gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten sind dabei einzuhalten.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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