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Studierenden-Beratung

Studium und Vollzeittätigkeit - Vereinbarkeit und rechtliche Grundlagen?

Hallo Zusammen,

ich habe einige Fragen bezüglich der Vereinbarkeit meines Vollzeitstudiums und einer Vollzeittätigkeit. Dazu schildere ich am besten so kurz wie möglich meine aktuelle Situation:

Zurzeit studiere ich im Ein-Fach Master. Bis auf meine Masterarbeit habe ich alle nötigen Module für meinen Studienabschluss beisammen. Meine Abschlussarbeit kann und möchte ich, aufgrund von Forschungsdaten, die erst im März vorliegen, frühestens im März nächsten Jahres anmelden. Nun erhielt ich jedoch überraschend ein Jobangebot, welches ich gerne wahrnehmen möchte. Der Job würde im April und Mai 2022 als Teilzeitstelle beginnen und ab Juni 2022 würde ich in Vollzeit dort arbeiten. Diese Chance möchte ich mir nicht entgehen lassen, jedoch möchte ich mein Studium auch nicht so kurz vor Studienabschluss beenden.

Ich bin nun allerdings unsicher, ob ich trotz Vollzeitstelle ab Juni 2022 noch als Studentin eingeschrieben bleiben darf. Was gibt es hier für rechtliche Regelungen oder Möglichkeiten für mich, um mein Studium zu beenden und dennoch Vollzeit zu arbeiten? Ich möchte meine Masterarbeit auf jeden Fall erst im März 2022 anmelden, da ich dann die Auswertungen vorliegen habe. Somit würden sich Studium und Job einige Monate überschneiden, ich würde jedoch schon einiges Vorarbeiten und traue mir zu beides zu vereinen.
Gibt es die Möglichkeit eingeschrieben zu bleiben und dennoch in Vollzeit zu arbeiten? Muss ich hierfür bestimmte Anträge stellen oder irgendetwas beachten? Ich weiß, dass ich dann nicht mehr die Vorteile einer Studentin habe, was meine Krankenversicherung etc. betrifft. Was würde sich ansonsten für mich ändern?

Zudem möchte die Personalabteilung des zukünftigen Jobs gerne eine schriftliche Grundlage von mir haben, aus der schwarz auf weiß zu entnehmen ist, dass ich als immatrikulierte Studentin mehr als 20 Stunden arbeiten darf (bzw. Vollzeit arbeiten darf), damit Arbeitgeber und ich als Arbeitnehmerin auf der sicheren Seite sind. Ich weiß leider überhaupt nicht was ich hier am besten vorlegen kann, da ich mich rechtlich nicht auskenne.

Vielen Dank schonmal für die Hilfe und das tolle Online-Beratungsangebot!

RE: Studium und Vollzeittätigkeit - Vereinbarkeit und rechtliche Grundlagen?

Hallo Lilly,

vielen Dank für deine Anfrage.

Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Studentin, auch wenn du Vollzeit arbeitest. Ein Verbot, mehr als 20h/Woche zu arbeiten, gibt es nicht.

Die Rechtsgrundlage dafür ist also, dass es keine Rechtsgrundlage gibt, die es Vollzeit immatrikulierten Studierenden verbieten würde, Vollzeit zu arbeiten.
Wie man das "beweisen" soll, weiß ich allerdings auch nicht. Vielleicht so:

Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich nicht um ein Gesetz, sondern lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort im Job. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudentin oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet. Das impliziert ja schon, dass du mehr arbeiten kannst - dann eben nur entsprechend anders angemeldet werden musst.

Die Rechtsgrundlage für die 20h-Regel ist das auf Rechtsprechung basierende Rundschreiben zur versicherungsrechtlichen Beurteilung beschäftigter Studierender.

Hier geht es eindeutig nur um die Frage, ob du "ordentliche Studentin" im Sinne der Sozialversicherung bist und was passiert, wenn du es nicht bist, z.B. weil du Vollzeit arbeitest. Ich hoffe, das reicht der Personalabteilung deine_r/s zukünftigen Arbeitgeber_in/s als Nachweis, dass es Studierenden nicht verboten ist, mehr als 20h/Woche zu arbeiten.
Wenn denen das nicht reicht, dann frag sie, wie sie darauf kommen, dass das verboten sein könnte. Vielleicht klappt es ja damit, dass sie es nicht schaffen werden zu beweisen, dass das verboten ist.

Viel Erfolg!

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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