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Studierenden-Beratung

Jobzusage zurückziehen

Hallo,

ich befinde mich derzeit kurz vor Abschluss meines Studiums. In den letzten Monaten habe ich mich auf einige Jobs beworben und auch Zusagen erhalten. Letztendlich habe ich mich für eines der Angebote entschieden. Ich habe dann per Mail zugesagt und einige Details der Anstellung wurden besprochen (bsp. Startdatum), allerdings hatte ich noch keinen Vertrag vorliegen sondern nur einige wenige Informationen (inkl. Jahresgehalt) ebenfalls per Mail erhalten. Bis zur Zusendung des Vertrages vergingen etwa 2 Wochen. Einige Details im Vertrag gefallen mir nicht besonders, widersprechen aber auch nicht den zuvor erhaltenen Informationen. Dennoch würde ich meine Zusage auch aus persönlichen Gründen gerne wieder zurückziehen.
Meine Frage ist, ob dies ohne weiteres möglich ist oder ob das Arbeitsverhältnis durch meine schriftliche Zusage bereits rechtliche Gültigkeit besitzt. 

Vielen Dank.  

RE: Jobzusage zurückziehen

Hallo Florian,

vielen Dank für deine Anfrage.

Grundsätzlich ist auch ein mündlich abgeschlossener Arbeitsvertrag rechtsgültig. Ob das in deinem Fall so gewertet werden kann, können wir allerdings nicht sicher einschätzen, der Verdacht liegt aber nahe. Hierzu solltest du dich im Zweifel anwaltlich beraten lassen. Beim Nicht-Antreten der Stelle könnten dich nämlich schlimmstenfalls Schadensersatzforderungen treffen (selbstverständlich nur, wenn dein_e zukünftige_r Arbeitgeber_in dadurch einen Schaden hat und nachweisen kann).

Sollte ein rechtsgültiger Vertrag vorliegen, kannst du diesen aber selbstverständlich auch wieder kündigen. Daher solltest du dir die dort vereinbarten Kündigungsfristen anschauen.
Gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen (jeweils 4 Wochen zum 15. oder Monatsende) und beginnt das Arbeitverhältnis am 01.03., könntest du jetzt noch fristgerecht kündigen, ohne die Arbeit antreten zu müssen. Beachte aber, dass eine Kündigung immer schriftlich erfolgen und deine_r/m Arbeitgeber_in fristgerecht zugegangen sein muss!

Sollte eine Probezeit vereinbart sein, kannst du innerhalb dieser sogar mit nur 2-wöchiger Frist ohne Angabe von Gründen kündigen. Sollte der geplante Arbeitsbeginn am 01.02. sein, hieße das, dass du das Arbeitsverhältnis zwar antreten musst, dieses aber nur bis zum 12.02. gilt - wenn du umgehend kündigst und deine_r/m Arbeitgeber_in die schriftliche Kündigung noch morgen zugeht (hier lohnt sich ggf. die persönliche Abgabe mit Empfangsbestätigung, auf alle Fälle solltest du auf einen entsprechenden Nachweis achten).
Es kann auch sein, dass sich eine Probezeit nicht aus deinem Arbeitsvertrag sondern aus einem Tarifvertrag ergibt, der für dein Arbeitsverhältnis Anwendung finden könnte.
Auch mündlich kann eine Probezeit vereinbart sein. Wenn du dich bei einer Kündigung allerdings auf die Probezeit berufst und dein_e Arbeitgeber_in eine Probezeitvereinbarung bestreitet, wärst du in der Beweispflicht. Auf eine Probezeit solltest du dich also am besten nur dann verlassen, wenn diese im Vertrag steht oder ihr euch vorher mündlich vor Zeug_innen oder per Email darüber verständigt habt.

Sollte der geplante Vertragsbeginn noch weiter in der Zukunft liegen, sollten aber selbst längere Kündigungsfristen kein Problem darstellen.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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