© DGB/123RF.com

Studierenden-Beratung

Werkstudent (=20h) + 450€ (=10h)

Hallo zusammen,

derzeit gehe ich einer Werkstudententätigkeit nach, und komme dabei im vollen Umfang auf die 20h pro Woche. Nun konnte ich bereits erfahren, dass man die 20h/Woche Regel in der vorlesungsfreien Zeit überschreiten darf, um bspw. 40h/Woche zu arbeiten. Da mein Werkstudentenjob jedoch keinen Bedarf hat, insofern, dass ich 40h/Woche leisten dürfte, würde ich dennoch gern meine freie Zeit nutzen, um die Haushaltskasse etwas aufzubessern.

Nun ergibt sich bei mir 3 relevante Fragen in dieser Hinsicht:

1) Kommt es zu Nachteile für meinen derzeitigen Arbeitgeber der Werkstudentenstelle (i.S.v. Mehraufwand/Mehrkosten), wenn ich nur für die vorlesungsfreie Zeit (ca. 6 Wochen) einen zusätzlichen 450€ Job annehme, welcher anschließend, bei Vorlesungsbeginn nicht weiter ausgeübt wird?
2) Und umgekehrt, hat der Arbeitgeber, welcher mich auf 450€ einstellt, steuerliche/sozialversicherungspflichtige Nachteile, da bereits einer Werkstudententätigkeit hat? 
3) Dadurch würde ich pro Woche 20h als Werkstudent und 10h als Minijobber leisten (30h/Woche), entstehen mir bei dieser Konstellation Nachteile, bspw. größerer steuerlicher/sozialversicherungstechnischer Aufwand?

Ich bedanke mich bereits im Voraus für die Rückmeldung.

Viele Grüße,
Andrew

RE: Werkstudent (=20h) + 450€ (=10h)

Hallo Andrew,

vielen Dank für deine Anfrage.

1.) Solange du ausschließlich während der Semesterferien mehr als 20h/Woche arbeitest, hat das keinerlei Auswirkungen auf deinen Werkstudijob. Auch für deinen Arbeitgeber dort ändert sich dadurch nichts. Mitteilen musst den zusätzlichen Minijob aber trotzdem.

2.) Ob du neben einem 450€-Minijob noch einer Werkstuditätigkeit nachgehst oder nicht, spielt für eine_n Minijob-Arbeitgeber_in keine Rolle. Für Minijobs gelten eigene Regelungen. Minijobs sind für Arbeitnehmer_innen bis auf die Rentenversicherung (RV) sozialversicherungsfrei. Für dich fallen dort nur 3,6% RV, wovon du dich auf Antrag auch befreien lassen kannst (erwirbst dann aber entsprechend keine Rentenansprüche daraus).
Arbeitgeber_innen zahlen im Minijob hingegen 28% Sozialpauschale plus ggf. 2% Pauschalsteuer - dies ist also die teuerste Anstellungsart für Arbeitgeber_innen. Wer Minijobber_innen anstellt, weiß das in der Regel aber, "nachteiliger" wird es innerhalb der Sozialversicherung für Arbeitgeber_innen nicht.

3.) Sozialversicherungstechnisch ändert sich für dich wie gesagt nichts. Wie Minijobs abgerechnet werden sthet ja schon unter 2.).

Steuerlich kommt es darauf an, wie der Minijhob versteuert wird und wieviel du insgesamt verdienst. 450€-Minijobs werden in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.

Wenn der Minijob allerdings über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9408€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
Du kannst aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und tritt unserer Facebookgruppe bei!
Übrigens: Solidarität geht immer! Mitglied werden

Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Jobs
Bist du Gewerkschaftsmitglied?*
Darf deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse an interessierte Journalist*innen für Hintergrundgespräche, Zitate oder Interviewanfragen weitergegeben werden?*
Über Antworten und Kommentare zu meiner Anfrage im Forum möchte ich per E-Mail informiert werden.*