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Studierenden-Beratung

Teilzeit oder Werkstudentenvertrag

Hallo,

während meines Masters möchte ich gerne anfangen, im Büro zu arbeiten. Nun habe ich heute die Wahl von meinem Arbeitgeber bekommen, entweder als Werkstudent für 10€/h anzufangen oder aber als B.A. einen Teilzeitjob zu bekommen. Hierzu meinte er, dass ich als Vollzeitbeschäftigte ein Einstiegsgehalt von 2200 bekommen würde und man das dann dementsprechend auf die Teilzeit runterrechnen würde.

Mir stellt sich jetzt die Frage was für mich sinnvoller ist und welche Vor- und Nachteile ich im jeweiligen Vertrag habe.

Zudem habe ich derzeit noch ein Kleingewerbe angemeldet und weiß auch hier nicht genau wie sich dies jeweils auswirkt und ob ich dort überhaupt noch zusätzliches Geld mit verdienen kann.

Vielen Dank im Voraus!

RE: Teilzeit oder Werkstudentenvertrag

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe ich bin hier richtig, wenn ich gerne beraten werden möchte, ob eine Teilzeit oder Werkstudenten Stelle für mich günstiger ist.

Ich möchte gerne über 450€ im Monat mit der Stelle verdienen und bin privat noch über meine Eltern versichert bis Ende des Studiums. 

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen,

Katharina

RE: Teilzeit oder Werkstudentenvertrag

Hallo Katharina,

vielen Dank für deine Anfrage.

Grundsätzlich bist du da bei uns schon richtig! Allerdings ist es schwierig, deine Frage so pauschal zu beantworten. Teilzeit ist ja erstmal alles, was nicht Vollzeit ist (auch Werkstudierende haben Teilzeitverträge).

Wie du im Job angemeldet wirst, kannst du dir nicht einfach selbst aussuchen. Dafür gibt es gesetzliche Regelungen.
Je nachdem, ob du als Vollzeit immatrikulierte Studentin im Teilzeitjob regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudentin oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet.

Der Unterschied:
Im Werkstudent_innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und man muss selbst die Kosten für die studentische KV (gesetzlich immerhin um die 100€/Monat, zur PKV gleich mehr) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du wärst dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe und Krankenversicherungskosten ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem können so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I) erworben werden, auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

Ob und wenn ja, welche Auswirkungen ein Job auf deine Krankenversicherung haben könnte, können wir nicht einschätzen. Private Krankenversicherungen unterliegen nicht den Regelungen der Sozialgesetzgebung, Einkommens- und Altersgrenzen aus der gesetzlichen Familienversicherung müssen nicht gelten. Ausschlaggebend ist euer Versicherungsvertag. Erkundige dich dazu am besten direkt bei eurer PKV. Sollte es dort Einkommens- oderv Arbeitszeitgrenzen geben, kann es sein, dass du dich bei Überschreiten auf eigene Kosten privat weiterversichern musst. Der Wechsel in die gesetzliche ist dann nur möglich, wenn du voll sv-pflichtig (also regelmäßig >20h/Woche) arbeitest.

Was für dich günstiger ist, hängt hier also vor allem davon ab, was dir wichtig ist:

  • Mehr arbeiten, gesetzliche KV und bessere soziale Absicherung, dafür vermutlich weniger Zeit fürs Studium.
  • Oder eben weniger arbeiten, ggf. bei den Eltern privat versichert bleiben, geringere soziale Absicherung, dafür aber mehr Zeit fürs Studium.

Beides hat Vor- und Nachteile.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden. Stelle Anfragen zukünftig aber besser über die Startseite der Onlineberatung. So bleiben die Einträge für uns bearbeitbar und verlängern sich nicht ins Unendliche. Vielen Dank!

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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RE: Teilzeit oder Werkstudentenvertrag

Hallo,

ich arbeite seit 2 1/2 Jahren als Werksstudentin und verdiene 650 Euro im Monat.

Ich habe mir jetzt überlegt eine Teilzeitstelle anzunehmen und habe ein Angebot bekommen mit 786,85 Euro Brutto im Monat, bei weiterhin 10 Stunden im Monat.

Jetzt ist meine Frage, ob es sich für mich überhaupt lohnen würde die Stelle so anzunehmen oder ob ich so im Endeffekt auf das Gleiche bzw. sogar weniger Geld im Monat komme.

Danke im Voraus für die Hilfe.

Liebe Grüße

RE: Teilzeit oder Werkstudentenvertrag

Hallo Maja,

vielen Dank für deine Anfrage.

Ein Werkstudijob IST ein Teilzeitjob. Teilzeitjobs nennt man alle Jobs mit weniger als der branchenüblichen Vollzeit. Auch Minijobs fallen unter den Begriff.

Beim sogenannten Werkstudent*innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent*innen in der Regel immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten. Das heißt: Wechselst du den Job, bist aber weiterhin Vollzeit immatrikuliert und arbeitest nicht mehr als 20h/Woche, wirst du auch im neuen Job als Werkstudentin angemeldet und abgerechnet.

Möchtest du beide Jobs parallel ausüben und kommst damit auf eine regelmäßige Arbeitszeit von über 20h/Woche, entfällt der Werkstudistatus und du wirst voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet. Liegt deine wöchentliche Arbeitszeit mit beiden Jobs weiterhin nicht über 20h/Woche, gilt für beide Jobs der Werkstudistatus.

Der Unterschied:
Im Werkstudent*innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und man muss selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 110€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an.
Du wärst dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem können so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I) erworben werden, auf die Werkstudent*innen keinen Anspruch haben.

Bis zur Grenze von 1.300€/Monat (mehrere Jobs mit je über 450€/Monat werden zusammengerechnet) wird nicht gleich dein gesamtes Einkommen zur Berechnung der SV-Beiträge (bei Werkstudis: der RV-Abgaben) heran gezogen, sondern nur ein bestimmter Teil. Das nennt sich Übergangsbereich bzw. Midijob-Status. Wie groß dieser Anteil im Werkstudijob ist, kannst du mit unserem Midijobrechner ausrechnen, bei voller SV-Pflicht kannst du den Übergangsbereichsrechner der Deutschen Rentenversicherung nutzen. Weitere Infos zum Midijob-Status findest du hier.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden. Erstelle beim nächsten Mal bitte einen eigenen Beitrag auf der Startseite der Onlineberatung. Danke!

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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