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Studierenden-Beratung

20 h Regelung + Übungsleiterpauschale

Guten Tag,

Die Situation ist folgende, ich bin als Werkstudent mit 20 h pro Woche eigestellt und möchte jetzt noch abends einen Sportkurs des Hochschulsports geben. Damit würde ich theoretisch auf 21 h pro Woche kommen. Der Kurs geht 13 Wochen und würde damit in meinen Augen noch unter die 26 Wochen Regelung fallen. Wäre also okay.

Die Personalabteilung hält sich bedeckt und sagt nur, sie würde es nicht riskieren. Der Hochschulsport hat eine ganz andere Auffassung, da der Kurs über die Übungsleiterpauschale abgerechnet wird, soll das nicht zu den 20 h dazu zählen.

Bleibt die Frage, wer hat den nun Recht?

mit freundlichen Grüßen

Dominik

RE: 20 h Regelung + Übungsleiterpauschale

Hallo Dominik,

vielen dank für deine Anfrage.

Erstmal vorab ein paar generelle Infos zur Übungsleiter*innenpauschale und zur 20h-Regel.

Bei der Übungsleiter*innenpauschale handelt es sich um steuerfreie Einkünfte, wodurch du bis zu 3000€/Jahr zusätzlich zum Steuerfreibetrag steuerfrei dazuverdienen kannst. Obwohl das Einkommen, das unter die Übungsleiter*innenpauschale fällt, nicht bei der Familienversicherung und bei der Rentenversicherungspflicht miteingerechnet wird, bleibt es für die 20-Regel relevant.

Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent*in oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet.

Relevant ist also vor allem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, um deinen Status in der SV zu bestimmen. Solange deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit (aus allen Jobs zusammen) insgesamt nicht mehr als 20h/Woche beträgt, kannst du als Werkstudent*in angemeldet werden.

Sollte deine regelmäßige Arbeitszeit aus allen Jobs über 20h/Woche liegen, entfällt der Werkstudierendenstatus und du wirst voll sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmer*in angemeldet.

Von der 20h-Regel gibt es dann auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudent*in auf Arbeitnehmer*in verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt.

Erfüllt deine Tätigkeit als Übungsleiter*in diese Voraussetzungen, könnte also durchaus die Ausnahmeregelung greifen. Nach deinen Angaben würde ich das zumindest nicht ausschließen!

Sollten sich nun die verschiedenen Stellen uneinig darüber sein, wie du anzumelden bist (schließlich entscheidet dein Arbeitgeber darüber auf Grundlage deiner Informationen), könntest du über die Clearingstelle der deutschen Rentenversicherung auch deinen Status feststellen lassen. Alternativ wäre es auch möglich, dich von deiner Krankenkasse beraten zu lassen.

Ich hoffe, die Infos helfen dir weiter! Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden oder eine unserer Beratungsstellen bei dir vor Ort aufsuchen.

Beste Grüße
Cecilia
DGB-Jugend Studierendenberatung

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