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Studierenden-Beratung

Studentische Versicherung & Werkstudent

Hallo zusammen,

Ich habe eine Frage bezüglich Werkstudenten-Tätigkeit und studentischer Versicherung. In meinem aktuellen Werkstudenten-Job verdiene ich monatlich brutto ca 1000€, entsprechend bin ich über der Freigrenze, um weiterhin familienversichert zu sein, und müsste mich selbst versichern. 

In dem Schreiben von der Krankenkasse stand, dass man den monatlichen Verdienst durch z.B. Werbungskosten drücken könnte um so unter die 470€ zu kommen (die Grenze ab der man sich selbst versichern muss).

Meine Frage ist nun, gibt es eine Möglichkeit durch Werbungskosten oder andere Ausgaben meinen Verdienst soweit zu drücken, dass ich weiterhin familienversichert bin? Bzw. was könnte ich als alles als Werbungskosten geltend machen, um den Betrag zu drücken, kann ich zum Beispiel auch ein Auto, Wohnung oder ähnliches geltend machen, würde sich das lohnen?


Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Beste Grüße,

Fabian

RE: Studentische Versicherung & Werkstudent

Hallo Fabian,

vielen Dank für deine Anfrage.
Genau, die Einkommensgrenze für die Familienversicherung liegt bei 470€. (Im Minijob liegt sie übrigens sogar schon bei 450€.)
Bist du abhängig beschäftigt und arbeitest nicht in einem pauschal versteuerten Job, wie dies eben z.B. beim Minijob möglich ist, kannst du dein Einkommen entweder um den Pauschalbetrag für Werbungskosten von aktuell noch 1000€ jährlich oder um die tatsächlich höheren Werbungskosten bereinigen, aber auch nur um diese.
Sonstige bei der Steuer von Einnahmen aus abhängiger Beschäftigung abziehbare Beträge wie etwa Sonderausgaben, Verlustvorträge, Kinderfreibeträge oder Ähnliches darfst du bei der Familienversicherung nicht absetzen. Siehe: hier.

Solltest du Einkommen haben, dass im Rahmen der Ehrenamts- oder Übungsleiter_innenpauschale steuerlich begünstigt ist, zählt es bei der Familienversicherung nicht als Einkommen. Die Anwendbarkeit dieser beiden Pauschalen ist aber an enge Bedingungen geknüpft. Diese kannst du im verlinkten Artikel nachlesen.

Überschreiten kannst du die Einkommensgrenze ohne Ausschluss aus der Familienversicherung nur, wenn das gelegentlich (max. 3 Monate im Jahr) und nicht vorhersehbar geschieht - also nicht, wenn du geplant und regelmäßig mehr verdienst.

Nun zurück zu den Werbungskosten.
Um höhere Werbungskosten geltend zu machen nur, müssen diese nachweislich über den aktuell noch 1000€/Jahr liegen. Was darunter liegt, ist bereits durch die Pauschale abgegolten.
Zu den Werbungskosten gehören z.B. Bewerbungskosten, Fahrtkosten zu deinem Job, Gewerkschaftsbeiträge oder berufliche Fortbildungskosten. Das steht in §9 des Einkommenssteuergesetzes. Dort findest du eine lange Liste von Aufwendungen, die du als Werbungskosten absetzen kannst.
Falls du im Rahmen der Pandemie aus dem Homeoffice gearbeitet hast, ist unter bestimmten Umständen auch die Homeoffice-Pauschale Teil der Werbungskosten.
Solltest du schon eine Ausbildung gemacht oder bereits einen Studienabschluss in der Tasche haben, kannst du auch die Aufwendungen für dein aktuelles Studium als Werbungskosten geltend machen. Beim Erststudium geht das nicht. Übrigens zählt auch ein Master in diesem Sinne als Zweitausbildung.

Für weitere Details kannst du dich auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Als Gewerkschaftsmitglied kannst du dich auch an die Lohnsteuerberatung für Gewerkschaftsmitglieder wenden.

Ausführlicheres zum Thema Steuern findest du hier.


Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Katherina
Studierendenberatung DGB-Jugend

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