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Studierenden-Beratung

Kombi verschiedener Jobs & studentische Versicherung

Guten Tag,


ich recherchiere schon seit langer Zeit und finde leider keine klaren Antworten auf meine jobbezogenen Fragen. Da mir das Thema zunehmend Druck bereitet, hoffe ich sehr, dass Sie mir helfen können. 

Folgendes sind die Umstände:

  • 23 Jahre alt
  • familienversichert
  • Studentin im 1.Mastersemester
  • Aktuell noch Minijobber, aber (schon länger) nicht mehr machbar
  • Gastronomie-Job: variabel 7-max. 18h pro Woche, ca. 700 Euro/Monat
  • Kursleiterjob in Studio A: variabel 4-max. 8h pro Woche, ungefähr 23h/Monat, ca. 450 Euro/Monat
  • Kursleiterjob in anderem Studio B: in Planung sind 4h pro Monat, max. 120 Euro/Monat

Ich muss es nun schaffen, diese drei Jobs steuerrechtlich mit möglichst geringen Abgaben.unter einen Hut zu bringen.

Idee 1:

Meines Wissens nach bietet sich eigentlich für den Gastrojob (abends & Wochenende) ein Werkstudentenverhältnis an, der Kursleiterjob in Studio A (unter der Woche) könnte weiterhin als geringfügiger 450-Euro-Job laufen. Da die maximal-20h-Regel aber wohl auf die Summe aller Arbeitsstunden bezieht, wird es sicher Wochen geben, in denen ich mal über 20h arbeite. Das ist nicht wirklich im Voraus abzusehen (Arbeitseinteilung erfolgt relativ spontan) und würde dann auch nicht in einem befristeten Zeitraum geschehen, sondern ab und zu.

Idee 2:

Alternativ wäre es ja auch möglich den Gastrojob in Teilzeit laufen zu lassen (Fitnessstudio A so wie oben dann als 450-Euro-Job) – es wäre dann ein Midijob und die Übberschreitungen der maximalen Wochenstundenzahl wären unbedeutsam. Sie würden aber trotzdem eine Rolle für die studentische Versicherung spielen, las ich, so dass ich aus dieser bei Überschreitung rausfallen würde? Das Beibehalten der Familienversicherung wäre nicht möglich, da ich ja über 450 Euro verdiene.

Was ich bei Idee 1 und 2 mit dem dritten Job: Studio B (4h/Monat) mache, weiß ich überhaupt nicht. Gar nicht? Kurzfristige Beschäftigung, da nicht mehr als 70Tage/Kalenderjahr? Als zweiten 450 Euro-Job und nur abrechnen lassen, wenn aus Studio A noch etwas „frei“ bis zur 450-Euro-Grenze ist? Kleingewerbe anmelden?

Schlussendlich komme ich trotzdem in Bedrängnis wegen der maximalen Anzahl von 20h. Sollte ich diese Problematik einfach mit der neuen Krankenkasse abklären? Was passiert, wenn ich mehr als 20h pro Woche arbeite?

Letztlich frage ich mich noch, nach welchen Kriterien ich die studentische Versicherung auswählen soll. Ich habe bisher auf das Leistungsspektrum (mir wichtig: Zahnreinigung, Vorsorge, ggf. Osteopathie) geachtet. Außerdem scheint es ja auch so zu sein, dass manche Krankenkassen Rückzahlungen ermöglichen – ist ein Anbieter besonders geeignet?

Was soll ich machen? – Viele Fragen, viel Unsicherheit… Bitte um Hilfe :D !!!

Vielen Dank und liebe Grüße

Gina

RE: Kombi verschiedener Jobs & studentische Versicherung

Hallo Gina,

vielen Dank für deine Anfrage.

Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

Die Frage, ob du als Werkstudent_in der Sozialversicherung giltst, hat nichts damit zu tun, ob einzelne Jobs als Werkstudent_innen-Jobs bezeichnet werden, sondern damit, ob du insgesamt hauptsächlich arbeitest oder hauptsächlich studierst. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr als oder bis zu 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet. Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle). Es geht hierbei darum herauszufinden, ob dein Studium oder deine Arbeit im Vordergrund stehen.

Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt.

Wenn du mehr als 20h/Woche arbeitest, dann würden entsprechende Abgaben in alle Zweige der Sozialversicherung fällig (nicht mehr nur in die Rentenversicherung), die Kranken- und Pflegeversicherung liefe dann aber auch entsprechend über den Job. Die Beitragshöhe für Arbeitnehmer_innen liegt dabei insgesamt bei knapp 20%, im Übergangsbereich bis 1.300€ etwas darunter.

Frag am besten bei deiner Krankenkasse nach wie sie deine Situation bewertet. Sie sind dafür verantwortlich deinen Status in der Sozialversicherung zu beurteilen. Wir können dir leider keine Empfehlung für eine bestimmte Krankenkasse geben. Informiere dich am besten vorher welche Krankenkasse für dich am besten passt.

Beachte, dass bei der Kombination von zwei Beschäftigungen unter 450€ (Fall 4), mit denen du zusammen mehr als 450€ verdienst, werden beide zusammen betrachtet und es gibt gar keinen Minijob mehr. Beide müssen „regulär“ angemeldet werden, was bei Studierenden die regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche arbeiten heißt: als Werkstudent_in. Zur Konsequenz hat dies, dass in beiden Tätigkeiten anteilig Rentenversicherungsbeiträge fällig werden, für deine Arbeitgeber_innen die vollen, für dich etwas reduzierte Beiträge, da du dich im. Midijob zw. 450,01€ und 1.300€ befindest. Anders als beim Minijob hast du nicht mehr die Möglichkeit, dich von der Rentenversicherung befreien zu lassen bzw. dein_e Arbeitgeber_in übernimmt nicht mehr den größeren Anteil am Beitrag.

Du kannst selbstverständlich den 2. Job im Studio als kurzfristige Beschäftigung ausüben, solange er die Kriterien erfüllt.

Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Miriam
DGB-Jugend Studierendenberatung

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