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Studierenden-Beratung

Versicherung während der Masterarbeit

Hallo, ich bin gerade auf der Suche nach einer Masterarbeit und hätte die Option diese unentgeldlich an einem Institut zu machen. Was mir nicht ganz klar ist, wie es in dem Fall mit dem Unfallschutz steht. Laut eurem Artikel

https://jugend.dgb.de/studium/dein-job/jobarten/++co++cffaa7f2-76a9-11e2-b4fa-5254004678b5

"In einigen Bundesländern (Bayern, Berlin, Niedersachsen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) gewähren die Landesunfallkassen, bei denen ja sonst für alle Tätigkeiten im Rahmen des Studium Unfallversicherungsschutz besteht, auch hier Schutz."

Sollte ich in Bayern Unfallversichert sein. Auf der Seite der Bayerischen Landesunfallkasse steht, dass Studenten während ihrer Abschlussarbeit nicht versicher sind.

https://kuvb.de/service/fragen-antworten/studierende/

Was davon ist nun richtig?

Danke und viele Grüße

Andi

RE: Versicherung während der Masterarbeit

Hallo Andi,

vielen Dank für deine Anfrage. 

Manchmal können unsere Hinweise auf der Webseite auch von nicht mehr ganz aktuellem Stand sein. Daher vielen Dank für den Hinweis. Ich habe  direkt bei der bayrischen Landesunfallkasse nachgefragt. Die Antwort findest du hier drunter. Wir werden den Hinweis auf unserer Webseite voraussichtlich anpassen. Grundsätzlich sind Mastarand_innen im Unternehmen nämlich nicht unfallversichert, wobei Ausnahmen möglich sind.

Antwort der LUK:

"grundsätzlich besteht kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz beim Anfertigen von Diplom- oder Masterarbeiten im häuslichen Bereich, da es bei der Erledigung dieser Tätigkeiten in der privaten Sphäre am organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule mangelt.

Nur dann, wenn im Rahmen der Anfertigung dieser Arbeiten Einrichtungen der Universität aufgesucht werden (z.B. Universitätslabor, Universitätsbibliothek zur Literaturrecherche) besteht für diese einzelnen Tätigkeiten Versicherungsschutz über die Universität als Student. Generell besteht daher gesetzlicher Unfallversicherungsschutz nur bei studienbezogenen Tätigkeiten von immatrikulierten Studenten im organisatorischen Verantwortungsbereich der Einschreibungshochschule. Daher kann gesetzlicher Unfallversicherungsschutz nur über die Hochschule bestehen, in der Sie als Student offiziell immatrikuliert und eingeschrieben sind. Der Versicherungsschutz gilt hier während des Aufenthaltes dort sowie auf den in diesem Zusammenhang durchgeführten unmittelbaren Wegen von und zur Universität über die Bayerische Landesunfallkasse (Bayer. LUK).

Sollten Sie sich dagegen zur Ausfertigung einer Masterarbeit in einer Bayerischen Universität als nicht immatrikulierter Student aufhalten, dann wäre, wie Sie unserer Homepage entnommen haben, gesetzlicher Unfallversicherungsschutz nur über die Satzung der Bayer. LUK denkbar. Hierfür bestünde gesetzlicher Unfallversicherungsschutz aber nur während des Aufenthalts auf dem Universitätsgelände und nicht auf den Wegen von und zur Universität.

Für den Sachverhalt, dass ein Unternehmen (bei Ihnen ein Institut) einen Studenten mit Vertrag für eine betriebliche Tätigkeit im Zusammenhang mit der Erstellung der Masterarbeit einstellt und das Unternehmen somit den Studenten hierbei fördert, indem dem Studenten die Benutzung von betrieblichen Einrichtungen gestattet, betriebliche Prozesse begleitet und notwendige betriebliche Tätigkeiten verrichtet werden, könnte somit gesetzlicher Unfallversicherungsschutz über das Unternehmen bzw. der hierfür zuständigen Unfallversicherungsträger (ggf. auch eine gewerbliche Berufsgenossenschaft denkbar) bestehen, wenn eine echte Eingliederung des Studenten in den Betriebsablauf vorliegt. Dies wäre zum Beispiel ein mit dem Unternehmen geschlossener Arbeitsvertrag oder eine Entgeltzahlung. Dann bestünde gesetzlicher Unfallversicherungsschutz als ein Beschäftigter des Unternehmens nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII.

Trifft dies nicht zu, wäre nur noch ein satzungsmäßiger Unfallversicherungstatbestand über den gesetzlichen Unfallversicherungsträger des Institutes denkbar. Bitte erfragen Sie den für das Institut zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträger und erkundigen sich bei diesem, ob ein satzungsmäßiger Versicherungsschutz für Personen (z. B. Studenten, Doktoranden, Diplomanden), die sich mit Zustimmung des Unternehmens auf der Betriebsstätte aufhalten, vorgesehen ist. In der Regel besteht für satzungsmäßige Versicherungen (z. B. bei der Bayer. LUK) kein Wegeunfallversicherungsrecht. Dies bedeutet, dass die Wege zum "Arbeitsplatz" mit Ausfertigung der Masterarbeit nicht gesetzlich unfallversichert wären, sondern nur der Aufenthalt auf der Betriebsstätte selbst."

Bei weiteren Fragen kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße

Tilman

DGB-Jugend Studierendenberatung

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