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Studierenden-Beratung

Minijob Abwesenheit

Hey,

Zusammenfassung: Die Dienstplannerin hat meinen Abwesenheitsantrag für eine OP nachträglich nochmal verändert ohne mir Bescheid zu sagen. Und Jetzt weiß ich nicht, wie ich mich Verhalten soll.

Hallo Ich arbeiten bei einem Pizzalieferservice in Dresden.

Mein Abwesenheitsantrag für meine Weisheitszahn OP  wurde um ein Tag zu Beginn verkürtzt und ich wurde am Op-Tag für eine Schicht eingeteielt.

(Dafür wurde mir nicht Bescheid gesagt, aber Naja.)

Mein Hauptproblem ist, dass ich nicht weiß ob ich für die Schicht einen Ersatz suchen muss, wie es im Vertrag steht, oder ob es reicht wenn ich mich am Dienstag krank melde und die selber sehen müssen. Das ist auch die einzige Schicht, für alle anderen Tag bin ich nicht eingeteilet.

Würde mich über einen Rückmeldung freuen.

Schönes Wochenende,

Jakob

RE: Minijob Abwesenheit

Hallo Jakob,

vielen Dank für deine Anfrage.

Wenn du wegen Krankheit oder einer OP arbeitsunfähig bist, musst du nicht arbeiten. Du hast dann Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Das gilt auch für geringfügige Beschäftigungen/Minijobs und Arbeit auf Abruf.
Denn allen abhängig Beschäftigten steht das Recht auf Entgeltfotzahlung im Krankheitsfall zu (für bis zu sechs Wochen). Da das ein Bundesgesetz ist, brauchst du keine Regelung in deinem Arbeitsvertrag dafür und musst auch nichts extra beantragen.

Ich entnehme deiner Anfrage, dass du nicht an festen Tagen arbeitest, sondern nach Arbeitsanfall eingeteilt wirst? Das nennt sich "Arbeit auf Abruf". Da in dem Fall vorher oft nicht klar ist, wieviel du in der Zeit, in der du arbeitsunfähig bist, gearbeitet hättest, sieht das Gesetz hier vor, dass die zur Berechnung der dir zustehenden Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall "maßgebende regelmäßige Arbeitszeit […] die durchschnittliche Arbeitszeit der letzten drei Monate vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit (Referenzzeitraum)" ist. Bist du in der Zeit der AU bereits fest eingeteilt, sind die vereinbarten Schichten zu vergüten.
Da du an dem einen Tag, an dem die OP ist, schon eingeteilt bist, musst du mindestens diesen Tag auch bezahlt bekommen. Ob und was darüber hinaus, hängt von der Dauer deiner AU und der dann maßgeblichen Arbeitszeit im Referenzzeitraum ab. Ein vorsätzliches Nicht-Einteilen aufgrund einer AU, um die Lohnfortzahlung zu umgehen, wird dadurch vermieden.

Wichtig ist, dass du deine_n Arbeitgeber_in immer umgehend von deiner AU informierst und spätestens ab dem 3. Tag eine ärtzliche Bescheinigung einreichst. Arbeitgeber_innen dürfen aber auch schon ab dem 1. Tag eine Krankschreibung verlangen.

Um Ersatz für deine Schicht musst du dich in der Regel nicht selbst kümmern. Das ist Aufgabe deine_r/s Arbeitgeber_in/s. Wenn das in deinem Arbeitsvertrag so drinsteht, solltest du diese Klausel am besten mal rechtlich überprüfen lassen. Denn wenn das betriebliche Risiko einseitig auf die Arbeitnehmer_innen abgewälzt wird, ist das eigentlich nicht erlaubt!

Auch wenn es Stress geben sollte, weil du dich krankmeldest oder wenn dir die Lohnfortzahlung verweigert wird, solltest du dir rechtliche Unterstützung suchen.

Als Gewerkschaftsmitglied hättest du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und ggf. Rechtsschutz über deine Mitgliedsgewerkschaft.
Auch kannst du bei euch an der Uni/FH mal schauen, ob es eine kostenlose (Arbeits-)Rechtsberatung für Studierende, z.B. über die Studierendenvertretung gibt und dich dort erstberaten lassen.

Gibt es das nicht und möchtest du auch kein Gewerkschaftsmitglied werden, kannst du dich ggf. über Beratungshilfe bei eine_r/m Anwält_in deiner Wahl beraten lassen.

Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

Beste Grüße
Andrea
DGB-Jugend Studierendenberatung

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