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FAQ Studierende

FAQ (2)

Sollte dein Arbeitsverhältnis auf einen bestimmten Zeitraum befristet sein, ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Die Befristung muss bei Beginn des Arbeitsverhältnisses schriftlich vereinbart sein, sonst ist sie nicht gültig. Dafür reicht auch, dass der Zweck der Arbeitsleistung vereinbart ist, wenn sich aus diesem die Befristung unzweifelhaft ergibt.

Ein befristeter Arbeitsvertrag darf außerdem nicht beliebig verlängert werden. Wenn die Befristung nicht aus wichtigem Grund – zum Beispiel Schwangerschafts-/Elternzeitvertretung (ist auch mehrmals hintereinander für dieselbe Kolleg*in zulässig), Saisonarbeit etc. – erfolgt, ist dein*e Chef*in spätestens nach 24 Monaten und/oder dreimaliger Verlängerung gesetzlich verpflichtet, dich unbefristet einzustellen. ( Eine Ausnahme stellen hier studentische Beschäftigte an Hochschulen dar, für die zum Teil die längeren Höchstbefristungsgrenzen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes gelten)

Achtung: Eine Befristung des Arbeitsverhältnisses bis zu dem Zeitpunkt, an dem der*die Arbeitnehmer*in den Studierendenstatus in der Sozialversicherung verliert und der*die Arbeitgeber*in folglich die vollen Sozialversicherungsbeiträge für ihn*sie entrichten muss, ist nicht zulässig. Gerichtlich anfechtbar ist bei mehrfacher Befristung übrigens regelmäßig nur der aktuelle Vertrag. Ausführlichere Infos findest du in unserem Thema Befristung.

Befristungen, die sich aus Art oder Zweck der Arbeitsleistung ergeben, sind grundsätzlich rechtlich zulässig. Dies trifft zum Beispiel auf Schwangerschafts-/Elternzeitvertretungen (ggf. auch mehrmals hintereinander für dieselben Kolleg*innen) sowie Krankheits- und Urlaubsvertretungen zu, auf Saisonarbeit und bei vorübergehendem Bedarf (zum Beispiel im Weihnachtsgeschäft). Aber auch Probezeiten fallen darunter oder wenn es einen in der Person de*r/s Arbeitnehmer*in/s liegenden Grund gibt.

Mit Sachgrund befristete Arbeitsverhältnisse können ohne gesetzlich geregelte Begrenzung fast beliebig oft verlängert werden. Lediglich die Rechtsprechung grenzt hier missbräuchliche Befristungsfälle ein. Das Bundesarbeitsgericht hat zwar 2017 ein Prüfungsschema zum Rechtsmissbrauch bei sogenannten Kettenbefristungen bekräftigt, dennoch muss immer im Einzelfall geschaut werden, ob eine Befristung (noch) rechtmäßig ist oder nicht. Ist die Befristung nicht rechtmäßig und gehst du dagegen vor, wird aus dem befristeten Beschäftigungsverhältnis ein unbefristetes. Es kann aber immer nur die aktuelle Befristung vor Gericht gebracht werden. Eine unrechtmäßige Befristung von vor 3 Jahren kannst du heute nicht mehr rechtlich angreifen.

Eine Befristung des Arbeitsverhältnisses bis zu dem Zeitpunkt, an dem du den Werkstudent*innenstatus in der Sozialversicherung verlierst und der*die Arbeitgeber*in folglich die vollen Sozialversicherungsbeiträge für dich entrichten muss, ist kein Sachgrund und daher grundsätzlich nicht zulässig! Eine Befristung "bis zum Abschluss des Studiums" kann allerdings unter bestimmten Umständen zulässig sein.

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