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FAQ Studierende

FAQ (7)

Minijobs sind für Arbeitnehmer*innen grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, aber ansonsten sozialversicherungsfrei. Das heißt, es fallen für dich keine einkommensabhängigen Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an – auch nicht für Nicht-Immatrikulierte. Du selbst zahlst lediglich einen verminderten Anteil von 3,6 Prozent für die Rentenversicherung. Durch die Zahlungen entstehen reguläre Ansprüche in der Rentenversicherung.

Beachte: Es gibt im Minijob die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Wenn du dich als Minijobber*in von der Versicherungspflicht befreien lässt, ist das allerdings bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses bindend und du erwirbst keine Ansprüche durch den Minijob aus dem Rentenversicherungssystem. Hast du mehrere Minijobs, gilt die Befreiung für alle Minijobs. Aus einem Minijob allein erwirbst du keine Ansprüche auf Krankengeld von der Krankenkasse.

Die kostenlose Familienversicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse wird von Minijob-Einkommen in der Regel nicht berührt, ebenso wenig der Beitrag zur studentischen Krankenversicherung.

Der Bruttomonatslohn im Minijob darf höchstens 520 Euro im Kalendermonat betragen. Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden anteilig auf jeden Arbeitsmonat angerechnet: Wer zehn Monate im Jahr arbeitet und zusätzlich 100 Euro Urlaubsgeld bekommt, darf also nur 510 Euro/Monat verdienen, damit es ein Minijob bleibt. Wer immer mal wieder unterschiedlich viel arbeitet und dabei mal mehr als 520 Euro im Monat bekommt und mal weniger, für den*die gilt: Es wird der durchschnittliche Verdienst für die Anzahl der Beschäftigungsmonate berechnet - liegt der über 520 Euro, liegt kein Minijob vor.

Wichtig: Dabei wird immer der Job als Ganzes betrachtet. Ist er im Schnitt ein Minijob, bleiben auch Monate mit höherem Einkommen als 520 Euro sozialversicherungsfrei (bzw. wird nur Rentenversicherung abgeführt). Ist er kein Minijob, bleiben auch Monate mit niedrigerem Einkommen als 520 Euro sozialversicherungspflichtig.

Eine weitere Ausnahme: In bis zu drei Monaten im Kalenderjahr darf das Einkommen unvorhergesehen mehr als 520 Euro betragen. Also nicht, weil du Semesterferien und daher mehr Zeit zum Arbeiten hast, sondern z. B. weil plötzlich ein Kollege ausgefallen oder überraschend Mehrarbeit angefallen ist. Am Ende hast du vielleicht sogar mehr als 5.400 Euro im Jahr brutto verdient. Der Job erfüllt dann für die übrigen Monate die Voraussetzungen für einen Minijob, in den anderen Monaten aber eigentlich nicht. Trotzdem wird der Job als Ganzes als Minijob behandelt, auch die Monate mit dem unvorhergesehen höheren Bruttoverdienst sind nicht sozialversicherungspflichtig (bzw. wird nur Rentenversicherung abgeführt).

Wenn sich deine Auffassung, wie du korrekt angemeldet werden musst, von der der Krankenkasse oder deiner Arbeitgeber*innen unterscheidet, kannst du auch über die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren beantragen. Dort wird dein sozialversicherungsrechtlicher Status geprüft. Sowohl du, die Krankenkasse als auch deine Arbeitgeber*innen müssen sich an diese Entscheidung halten oder Rechtsmittel einlegen.

Wer hauptsächlich studiert und mit allen Nebenjobs zusammen nicht mehr als 20 Stunden /Woche arbeitet, gilt grundsätzlich als "ordentliche*r Student*in" in der Sozialversicherung und hat damit einen besonderen Status als vergünstigte*r "Werkstudent*in". Werkstudent*innen müssen vom Gehalt nur in die Rentenversicherung reguläre Beiträge einzahlen. Kranken- und Pflegeversicherung wird bei Studierenden anders abgedeckt und die Arbeitslosenversicherung (und damit auch die Ansprüche auf Arbeitslosengeld) fallen weg.

Wichtig: Bei der 20-Stunden-Regel handelt es sich nicht um eine Verbotsgrenze: Auch als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest! Auf deinen Status als Student*in innerhalb der Hochschule hat das keinen Einfluss, es ändern sich nur die Sozialversicherungsabgaben. Ob das für dich Vor- oder Nachteile hat, solltest du im Einzelfall prüfen.

Wenn die Einkommensgrenze von 520 Euro dauerhaft (und nicht nur unvorhergesehen und für höchstens zwei bzw. drei Monate) überschritten wird und ein Minijob dadurch den Minijobstatus verliert, wird das Einkommen ab diesem Monat - und nicht rückwirkend - voll sozialversicherungspflichtig bzw. fallen bei Werkstudent*innen nur die regulären Beiträge zur Rentenversicherung an. Bis zu einer Gehaltshöhe von 2.000 Euro im Monat greifen dann die sogenannten Midijob-Regeln.

Und umgekehrt: Wenn bisher eine reguläre studentische Beschäftigung über 520 Euro ausgeübt wurde, das Einkommen in diesem Job nun aber für einen längeren Zeitraum auf höchstens 520 Euro im Monat gesenkt werden soll und dies vertraglich vereinbart wird, wird der Job ab dem Zeitpunkt dieser Umstellung auch als Minijob behandelt.

In beiden Fällen wird darauf verzichtet, das durchschnittliche Monatseinkommen übers Jahr zu errechnen, um zu prüfen, ob ein Minijob vorliegt. Und wenn zwischen dem Minijob und der Beschäftigung, mit der mehr als 520 Euro im Monat verdient werden, mindestens ein Monat Pause liegt, können beide als separate Beschäftigungen betrachten werden.

Das Geld, das du während einer kurzfristigen Beschäftigung verdienst, ist sozialversicherungsfrei. Das heißt, es werden davon keine Beiträge für Kranken- oder Rentenversicherung abgezogen und es bleibt auch bei der gesetzlichen Familienversicherung unberücksichtigt. Auch die*der Arbeitgeber*in zahlt keine (Pauschal-)Beiträge. Bei kurzfristigen Beschäftigungen gibt es keine Lohnobergrenzen und keine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitsstunden. Aber diese Jobs sind lohnsteuerpflichtig. Die*der Arbeitgeber*in hat zwei Möglichkeiten:

  • Entweder du gibst deine Steuer-ID bei die*der Arbeitgeber*in ab und wirst individuell besteuert. Das Geld kannst du dir eventuell im Lohnsteuerjahresausgleich zurückholen. Für die meisten Studierenden ist dieser Weg günstiger, weil sie so wenig verdienen, dass sie eigentlich keine Steuern zahlen müssten.
  • Oder die*derArbeitgeber*in führt pauschal 25 Prozent Steuern (in der Landwirtschaft fünf Prozent) von deinem Lohn ab. Das ist dann möglich, wenn du nicht länger als 18 zusammenhängende Tage und nicht regelmäßig wiederkehrend bei dieser Arbeitgeberin beschäftigt bist, der durchschnittliche Stundenlohn nicht mehr als 15 Euro beträgt und du durchschnittlich höchstens 120 Euro pro Tag verdienst. Diese Variante lohnt sich nur, wenn man eigentlich einen höheren Steuersatz hat, denn das Geld kann man nicht vom Finanzamt "zurückholen".

Die Idee des Übergangsbereichs ist es, dass Beschäftigte die nur knapp über einem 520-Euro-Job arbeiten, nicht plötzlich auf einen Schlag mit vollen Beiträgen voll sozialversicherungspflichtig werden und damit unterm Strich weniger Geld auf dem Konto hätten, obwohl sie mehr arbeiten. Dafür wird gesagt, dass je nach Einkommen, nur ein geringerer Anteil des Entgeltes für die prozentualen Sozialversicherungsabgaben berücksichtigt wird. Dieser Anteil steigt langsam an, bis er bei der Obergrenze des Übergangsbereichs von ca. 2.000 Euro den vollen Beiträgen entspricht.

Wie groß genau der sozialversicherungspflichtige Anteil des Entgelts ist, wird mit der folgenden Formel errechnet: F x 520 + ([2000/(2000-520)] - [520/(2000-520)] x F ) x (AE - 520).*

In dieser Formel reduziert ein Faktor F die Höhe des Arbeitsentgelts als Grundlage für die Beitragsberechnung. Das gilt für Werkstudent*innen (hier nur für die Berechnung der Rentenversicherung) ebenso wie für voll sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (hier dann auch für die KV-Beiträge). Dabei steigt die Abgabenlast für Midijobber*innen progressiv an: Je näher dein monatliches Bruttogehalt an 2.000 Euro kommt, desto geringer werden die Beitragsunterschiede im Vergleich zur Berechnung ohne die Formel. Ab 2000 Euro im Monat zahlst du die volle Abgabenlast.

* Der Faktor F wird aus dem durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag eines Kalenderjahres ermittelt und beträgt im Jahr 2023: 0,6922

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