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FAQ Studierende

FAQ (9)

Im Urlaubssemester kannst du weiter studentisch krankenversichert oder familienversichert bleiben, solange du höchstens 520 Euro/Monat verdienst. Auch eine selbstständige Tätigkeit ist grundsätzlich ohne Änderungen in der Sozialversicherungspflicht möglich – bis zu welchem Umfang prüft die Krankenkasse im Einzelfall.

Wenn sich deine Auffassung, wie du korrekt angemeldet werden musst, von der der Krankenkasse oder deiner Arbeitgeber*innen unterscheidet, kannst du auch über die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren beantragen. Dort wird dein sozialversicherungsrechtlicher Status geprüft. Sowohl du, die Krankenkasse als auch deine Arbeitgeber*innen müssen sich an diese Entscheidung halten oder Rechtsmittel einlegen.

Minijobs sind für Arbeitnehmer*innen grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, aber ansonsten sozialversicherungsfrei. Das heißt, es fallen für dich keine einkommensabhängigen Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an – auch nicht für Nicht-Immatrikulierte. Du selbst zahlst lediglich einen verminderten Anteil von 3,6 Prozent für die Rentenversicherung. Durch die Zahlungen entstehen reguläre Ansprüche in der Rentenversicherung.

Beachte: Es gibt im Minijob die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Wenn du dich als Minijobber*in von der Versicherungspflicht befreien lässt, ist das allerdings bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses bindend und du erwirbst keine Ansprüche durch den Minijob aus dem Rentenversicherungssystem. Hast du mehrere Minijobs, gilt die Befreiung für alle Minijobs. Aus einem Minijob allein erwirbst du keine Ansprüche auf Krankengeld von der Krankenkasse.

Die kostenlose Familienversicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse wird von Minijob-Einkommen in der Regel nicht berührt, ebenso wenig der Beitrag zur studentischen Krankenversicherung.

Im Urlaubssemester bist du – unabhängig von deiner wöchentlichen Arbeitszeit – bei Jobs oder bei freiwilligen Praktika mit einem Einkommen von mindestens 520,01€/Monat voll sozialversicherungspflichtig, was bis zu einer gewissen Einkommenshöhe günstiger als die studentische Pflichtversicherung oder gar die teurere freiwillige Krankenversicherung ist. Denn: der Werkstudent*innenenstatus greift im Urlaubssemester grundsätzlich nicht. Das bedeutet für dein*e Arbeitgeber*in und dich: Beitragspflicht für alle Sozialversicherungszweige (Renten-, Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung), dafür erwirbst du aber auch entsprechende Ansprüche auf Leistungen aus dem Sozialversicherungssystem. Auch wer als Student*in privat krankenversichert ist, muss in solch einem Fall Beiträge (auch zur gesetzlichen Krankenversicherung) zahlen wie jede*r andere – private Versicherung hin oder her.

Wer länger ans Bett gefesselt ist, erhält für bis zu sechs Wochen den vollen Lohn von der*dem Arbeitgeber*in. Danach springt normalerweise die Krankenkasse mit Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des üblichen Lohns ein. Allerdings haben Studierende keinen Anspruch auf Krankengeld.

Ausnahme: Wer wegen dauerhafter Überschreitung der 20-Wochenstundengrenze nicht von der Sozialversicherungspflicht befreit ist, bekommt auch Krankengeld, ebenso – aber mit Einschränkungen – wer freiwillig versichert ist. Sogar Selbständige können bei vielen gesetzlichen Krankenkassen einen Krankengeldanspruch erwerben – gegen einen zusätzlichen Beitrag.

Hinter der 20-Stunden-Regel steckt die Idee, dass bei einer Wochenarbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden, bei Vollzeit immatrikulierten Studierenden das Studium bzw. die Zeit, die sie dafür aufwenden, generell überwiegt und nicht ihre Rolle als Arbeitnehmer*in. Aus der Logik heraus gibt es dann auch mögliche Ausnahmen, die in das Ermessen eurer Krankenkasse fallen: Erstes geht es um eure regelmäßige Arbeitszeit über ein ganzes Jahr hinweg und nicht darum, dass ihr mal in einer Woche oder in einem Monat über die 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche gekommen seid.

Aber auch regelmäßige Mehrarbeit ist z. B. in den Semesterferien möglich. Oder für einen begrenzten Zeitraum (bei einer Befristung von bis zu max. 26 Wochen) wenn ihr vor allem an Wochenenden oder abends arbeitet, weil man da laut Sozialversicherung ohnehin nicht studiert.

Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann auch ohne Abitur in elf Monaten Vollzeitstudium an der EAdA in Frankfurt am Main eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Voraussetzung ist allerdings das Bestehen einer Aufnahmeprüfung.

Der Abschluss qualifiziert in Hessen und einigen anderen Bundesländern zu einem Hochschulstudium der Rechtswissenschaften, Soziologie oder Volkswirtschaftslehre. Die Studienschwerpunkte an der EAdA liegen in Fragen des deutschen und europäischen Arbeitsrechts und der Mitbestimmung sowie in Fragen der Sozialpolitik. Die EAdA arbeitet in Kooperation mit der Goethe-Universität und der Fachhochschule Frankfurt/M.

Bewerben kann man sich direkt bei der EAdA oder über die Gewerkschaft. Dort kann man dir vielleicht auch helfen, ein gewerkschaftliches Stipendium zu erhalten (inklusive kostenloser Unterbringung und Verpflegung, Unterhaltsgeld von ca. 400 Euro/Monat, Büchergeld und Fahrtkostenerstattung für Heimfahrten, Zuschuss für die Krankenversicherung und in bestimmten Fällen ein Zuschuss für die Miete daheim). Du kannst auch versuchen, von deiner*m Arbeitgeber*in eine Freistellung für die Dauer des Studiums zu bekommen. Damit hättest du die Option, danach wieder in deinen Betrieb zurückkehren.

Wer im Ausland studiert, kann auch dort BAföG beziehen, wenn die allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sind und der Aufenthalt dem Studium förderlich ist. In folgenden Fällen ist das Studium BAföG-förderungsfähig:

  • Du wohnst und studierst in Deutschland und gehst nur vorübergehend (für bis zu zwei Semester) ins Ausland. Zuständig ist in beiden Fällen das BAföG-Amt für das Land, in dem du die Auslandssemester studieren möchtest.
  • Du hast in der Bundesrepublik deine Abiturprüfung bestanden oder sogar schon ein Studium begonnen und willst nun im EU-Ausland oder in der Schweiz (weiter) studieren, vielleicht sogar bis zum Abschluss.
  • Du wohnst in Deutschland und pendelst an eine Hochschule im Ausland.

Neben den regulären BAföG-Leistungen kannst du zusätzlich Geld für die Hin- und eine Rückreise (innerhalb Europas jeweils pauschal 250 Euro, außerhalb Europas jeweils 500 Euro), für einen eventuellen Auslandszuschlag zur Krankenversicherung und bis zu 4.600 Euro (für maximal ein Jahr) für nachweisbar notwendige Studiengebühren bekommen. Dazu gibt es außerhalb der EU länderabhängige Auslandszuschläge, um die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Wenn du dauerhaft im Ausland wohnst und studierst, dann gibt es nur in begründeten Ausnahmefällen BAföG. Wegen der vielen Sonderregeln und Tücken, solltest du dich rechtzeitig vor einem geplanten Auslandsstudium beim BAföG-Amt und beim Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule informieren und beraten lassen.

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