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FAQ Studierende

Krankheit

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Passende Fragen zum Thema „Krankheit“

Der Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den*die Arbeitgeber*in, wenn der*die Arbeitnehmer*n wegen Krankheit nicht arbeitet, besteht erst, wenn das Arbeitsverhältnis bereits vier Wochen andauert. In den ersten vier Wochen gibt es nur einen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse. Diese Regelung ist unabhängig davon, ob eine Probezeit vereinbart wurde. Außerdem besteht die Gefahr, bei Krankheit während der Probezeit gekündigt zu werden. Da das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt, müssen sich Arbeitgeber*innen für die Kündigung nicht rechtfertigen. Auch wenn man für eine Krankheit in der Probezeit nichts kann – den Job ist man trotzdem los.

Wenn der*die Arbeitgeber*in aber gerade wegen der Krankheit kündigt, behalten Arbeitnehmer*innen trotzdem ihren Anspruch auf Entgeltfortzahlung bis zu sechs Wochen. Die Arbeitgeber*innen sollen sich dieser Pflicht nicht durch Kündigung entziehen können. Eine zeitliche Nähe zwischen Krankmeldung und Kündigung spricht dafür, dass die Kündigung wegen der Krankheit ausgesprochen wurde.

Beispiel: Eine Arbeitnehmerin nimmt am 1. Februar die Arbeit auf. Es ist eine Probezeit von sechs Monaten vereinbart. Am 5. März meldet sie sich krank. Am 8. März legt sie ihren gelben Schein vor, danach ist sie voraussichtlich bis zum 15. April arbeitsunfähig. Sie erhält daraufhin am 9. März die Kündigung in der Probezeit zum 23. März. Auch wenn das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt beendet ist, hat sie bis zum Ende der Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohn in Form der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Krankschreibungen, auch wenn sie öfter auftreten oder länger andauern, sind kein zulässiger Kündigungsgrund. Sonst würden diejenigen, die öfter krank sind als andere, entlassen werden – und jede*r Arbeitnehmer*in würde aus Angst um seinen*ihren Job auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie*er krank ist – was noch kränker macht. Um dem vorzubeugen gibt es dieses Gesetz. Nur wer dauerhaft mehr krank ist als am Arbeitsplatz – ohne die Aussicht, das sich das bald ändert – kommt gegen eine Kündigung nur schwer an. Zumal, wenn die Fehlzeiten dem Betrieb erheblich schaden und auch ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Betriebs keine Abhilfe schaffen kann.

Wer länger ans Bett gefesselt ist, erhält für bis zu sechs Wochen den vollen Lohn von der*dem Arbeitgeber*in. Danach springt normalerweise die Krankenkasse mit Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des üblichen Lohns ein. Allerdings haben Studierende keinen Anspruch auf Krankengeld.

Ausnahme: Wer wegen dauerhafter Überschreitung der 20-Wochenstundengrenze nicht von der Sozialversicherungspflicht befreit ist, bekommt auch Krankengeld, ebenso – aber mit Einschränkungen – wer freiwillig versichert ist. Sogar Selbständige können bei vielen gesetzlichen Krankenkassen einen Krankengeldanspruch erwerben – gegen einen zusätzlichen Beitrag.

Die Lohnfortzahlung der Arbeitgeber*innen gibt es nur einmal pro Krankheit, auch wenn du zwischendurch arbeitsfähig warst und nun erneut wegen derselben Sache krankgeschrieben bist (zum Beispiel weil es einen Rückfall gab). Wenn mehrere Krankheiten gleichzeitig oder nacheinander auftreten, endet die Lohnfortzahlung nach sechs Wochen, es sei denn, man war zwischendurch gesundgeschrieben. Nach den sechs Wochen gibt es keine hundertprozentige Lohnfortzahlung mehr, sondern ggf. nur noch Krankengeld, sofern du darauf Anspruch hast.