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FAQ Studierende

Gilt das Werkstudent*innen-Privileg auch im Urlaubssemester?

Im Urlaubssemester bist du – unabhängig von deiner wöchentlichen Arbeitszeit – bei Jobs oder bei freiwilligen Praktika mit einem Einkommen von mindestens 520,01€/Monat voll sozialversicherungspflichtig, was bis zu einer gewissen Einkommenshöhe günstiger als die studentische Pflichtversicherung oder gar die teurere freiwillige Krankenversicherung ist. Denn: der Werkstudent*innenenstatus greift im Urlaubssemester grundsätzlich nicht. Das bedeutet für dein*e Arbeitgeber*in und dich: Beitragspflicht für alle Sozialversicherungszweige (Renten-, Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung), dafür erwirbst du aber auch entsprechende Ansprüche auf Leistungen aus dem Sozialversicherungssystem. Auch wer als Student*in privat krankenversichert ist, muss in solch einem Fall Beiträge (auch zur gesetzlichen Krankenversicherung) zahlen wie jede*r andere – private Versicherung hin oder her.

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Ja, aber der offizielle Grund für ein Urlaubssemester ist entscheidend. Der Anspruch auf BAföG endet gem. § 15 Abs. 2a BAföG automatisch nach 3 Monaten, wenn Studierende aufgrund von Erkrankung oder Geburt eines Kindes ein Urlaubssemester einlegen. Damit besteht dann ein Anspruch auf Bürgergeld (wenn die allgemeinen Voraussetzungen desselben gegeben sind).

Bei der Beurlaubung darf es sich allerdings nicht  nur um eine rein formale handeln. Der*die Studierende darf sich nicht nur theoretisch nicht mehr um sein Studium kümmern; ein tatsächliches Kümmern darf nicht gegeben sein. Eine häusliche Vorbereitung auf Prüfungen oder das vereinzelte Besuchen von Vorlesungen würden den Bürgergeld-Anspruch ausschließen.

Ob hingegen das Studium nach dem Urlaubssemester fortgeführt wird, ist für den Anspruch auf Bürgergeld unerheblich.

Während des Urlaubssemesters besteht in der Regel kein Anspruch auf BAföG (Ausnahme: Beurlaubung wegen Auslandsaufenthalts; hier kann Auslands-BAföG beantragt werden). Ersatzweise kann aber ein Anspruch auf ALG II bestehen. Auch ein Wohngeldanspruch kann entstehen oder weiterhin bestehen.

Während des Urlaubssemesters kannst du in der Regel nicht nur keine Seminare und Vorlesungen besuchen, sondern oft auch keine Prüfungsleistungen erbringen. Erkundige dich dazu am besten direkt an deiner Hochschule!

Im Urlaubssemester kannst du weiter studentisch krankenversichert oder familienversichert bleiben, solange du höchstens 520 Euro/Monat verdienst. Auch eine selbstständige Tätigkeit ist grundsätzlich ohne Änderungen in der Sozialversicherungspflicht möglich – bis zu welchem Umfang prüft die Krankenkasse im Einzelfall.

Hinter der 20-Stunden-Regel steckt die Idee, dass bei einer Wochenarbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden, bei Vollzeit immatrikulierten Studierenden das Studium bzw. die Zeit, die sie dafür aufwenden, generell überwiegt und nicht ihre Rolle als Arbeitnehmer*in. Aus der Logik heraus gibt es dann auch mögliche Ausnahmen, die in das Ermessen eurer Krankenkasse fallen: Erstes geht es um eure regelmäßige Arbeitszeit über ein ganzes Jahr hinweg und nicht darum, dass ihr mal in einer Woche oder in einem Monat über die 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche gekommen seid.

Aber auch regelmäßige Mehrarbeit ist z. B. in den Semesterferien möglich. Oder für einen begrenzten Zeitraum (bei einer Befristung von bis zu max. 26 Wochen) wenn ihr vor allem an Wochenenden oder abends arbeitet, weil man da laut Sozialversicherung ohnehin nicht studiert.

Wer hauptsächlich studiert und mit allen Nebenjobs zusammen nicht mehr als 20 Stunden /Woche arbeitet, gilt grundsätzlich als "ordentliche*r Student*in" in der Sozialversicherung und hat damit einen besonderen Status als vergünstigte*r "Werkstudent*in". Werkstudent*innen müssen vom Gehalt nur in die Rentenversicherung reguläre Beiträge einzahlen. Kranken- und Pflegeversicherung wird bei Studierenden anders abgedeckt und die Arbeitslosenversicherung (und damit auch die Ansprüche auf Arbeitslosengeld) fallen weg.

Wichtig: Bei der 20-Stunden-Regel handelt es sich nicht um eine Verbotsgrenze: Auch als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest! Auf deinen Status als Student*in innerhalb der Hochschule hat das keinen Einfluss, es ändern sich nur die Sozialversicherungsabgaben. Ob das für dich Vor- oder Nachteile hat, solltest du im Einzelfall prüfen.

Wenn sich deine Auffassung, wie du korrekt angemeldet werden musst, von der der Krankenkasse oder deiner Arbeitgeber*innen unterscheidet, kannst du auch über die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren beantragen. Dort wird dein sozialversicherungsrechtlicher Status geprüft. Sowohl du, die Krankenkasse als auch deine Arbeitgeber*innen müssen sich an diese Entscheidung halten oder Rechtsmittel einlegen.