Deutscher Gewerkschaftsbund

Rentenversicherung

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Allgemein

Wer nur studiert, muss keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Wer neben dem Studium arbeitet, wird aber rentenversicherungspflichtig (siehe unterer Abschnitt).

Dennoch ist die Zeit des Studiums für die Rentenansprüche wichtig. Es gibt neben den Beitragszeiten auch eine sogenannte Wartezeit. Diese beträgt 35 Jahre und die muss erfüllt sein, wenn man z.B. früher in Rente gehen möchte. Während der Schul- und Studienzeit werden ab dem 17. Lebensjahr bis maximal 8 Jahre als Anrechnungszeit angesetzt. Längere Zeiten wirken sich damit nicht positiv auf ihre Rente aus. Für den Rest des Studiums kann man aber auch später noch freiwillige Beiträge nachzahlen, um die Rentenansprüche zu verbessern. Ob sich das in eurem Fall lohnt, solltet ihr direkt mit der Deutschen Rentenversicherung besprechen.

Deshalb braucht die Deutsche Rentenversicherung für die Berechnung der Rentenansprüche später auch eine Bescheinigung über deine Studiendauer, am besten eine Exmatrikulationsbescheinigung. Wer nur irgendwann einfach keine Rückmeldung fürs nächste Semester ausfüllt, bekommt die nicht. Falls du also eines Tages die Uni verlässt, exmatrikuliere dich ordnungsgemäß beim Studierendensekretariat.

Auch, wer Kinder erzieht, erhält dafür drei Jahre pro Kind angerechnet. Mehr zu den Anrechungszeiten auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung.

Wer zur Erstellung ihrer_seiner Abschlussarbeit in einem Unternehmen tätig ist und dabei ausschließlich mit Tätigkeiten betraut wird, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erstellung der Abschlussarbeit stehen, gilt nicht als Arbeitnehmer_in. Wenn das Unternehmen, zum Beispiel weil es an den Ergebnissen der Arbeit interessiert ist, für diese Zeit eine Vergütung zahlt, müssen aus dieser Vergütung keine Beiträge an die Rentenversicherung gezahlt werden. Die Vergütung ist aber Einkommen im Sinne des Einkommensteuerrechts.

Im Übrigen werden auch die Hinterbliebenenrenten - z.B. Halbwaisenrenten, von der DRV gezahlt. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt außerdem Renten bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Allerdings hat nicht jede_r Anspruch darauf.

Mit Nebenjob

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Bei einer regulären Beschäftigung wird von deinem Bruttolohn die Hälfte des regulären Rentensatzes (18,6 Prozent) abgezogen. Der Arbeitnehmer_innenanteil liegt damit bei 9,3 Prozent.

Dies bedeutet, dass du Rentenansprüche erwirbst. Jeder Monat, in denen Beiträge an die Rentenversicherung gezahlt werden (gilt auch für den ermäßigten Beitrag im Minijob), gilt als Beitragsmonat bei der Rentenversicherung. Wie hoch die Ansprüche sind, die du durch die Beiträge erwirbst, kann die Deutsche Rentenversicherung (DRV) errechnen.

Meist zu Ende des Jahres, aber auch mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhältst du eine Übersicht über die Rentenversicherungsbeiträge. Diese Bescheinigung solltest du gut aufbewahren - und gut prüfen. Denn auch hier können Fehler stecken, kann etwas vergessen sein, dann solltest du dich umgehend zur Klärung an die DRV wenden.

Besondere Regelungen bestehen in 450-Jobs und in Tätigkeiten im Übergangsbereich (bis 1.300€):
- Bei 450-Euro-Jobs zahlst du einen geringeren Beitrag von 3,6 Prozent. Die_Der Arbeitgeber_in zahlt 15% des Beitrags. Die Minijobber_innen erwerben dabei volle RV-Ansprüche. Es kann ein Antrag auf Befreiung der RV-Versicherungspflicht gestellt werden.
- Bei Tätigkeiten im Übergangsbereich bis 1.300€, den sogenannten Midijobs, werden die Beiträge für die Arbeitnehmer_innen reduziert. Erst wenn du 1.300 € verdienst zahlst du so den vollen Beitrag. Die Arbeitgeber_innen-Beiträge liegen trotzdem immer bei 9,3% und die Ansprüche entstehen auch als würdest du deinen vollen Anteil bezahlen

Wenn du Fragen zu deinen Rentenversicherungsbeiträgen hast, wende dich an deine Krankenkasse - sie zieht nämlich sämtliche Sozialversicherungsbeiträge ein und leitet sie weiter. Wer privat krankenversichert ist und neben dem Studium in einer regulären studentischen Beschäftigung steht, braucht eine gesetzliche Krankenkasse, die für sie/ihn die Rentenversicherungsbeiträge einzieht - in der Regel kümmert sich aber der_die Arbeitgeber_in darum.

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