Deutscher Gewerkschaftsbund

Selbstständige

"Die Lohnsteuerkarte brauchen wir nicht, schreiben Sie eine Rechnung."

Wenn du dich mit deiner Chefin auf diese Weise einigst, bist du freiberuflich bzw. selbständig tätig. Ob jemand selbständig tätig ist, ist nicht frei wählbar, sonder durch die Tätigkeit bedingt. Dasselbe gilt, wenn du für jede Leistung (Unterrichtsstunde, Text etc.) ein vertraglich vereinbartes Honorar erhältst oder der Chef dir nur Aufträge vermittelt, für die du selbst kassieren musst (zum Beispiel Fahrradkurier*in, Stadtführer*in). Du bist dann kein*e Arbeitnehmer*in und hast daher die Möglichkeit, den Ort und die Zeit, in der du die Arbeit verrichten willst, frei zu wählen. Du hast keinen Anspruch auf Folgeaufträge, bist aber auch frei, Aufträge abzulehnen und nach jedem abgeschlossenen Auftrag wieder zu gehen. Für diese Arbeitsform gibt es verschiedenste Bezeichnungen, zum Beispiel Honorarjob oder freie Mitarbeit.

Diese Art Beschäftigung hat für die Arbeitgeber*innen den Vorteil, dass du viel weniger Rechte ihnen gegenüber hast als ein*e abhängig Beschäftigte*r. Dein Vorteil: Du bekommst deinen Lohn brutto ausgezahlt. Dieser vermeintliche Vorteil besteht nur, wenn du keine oder nur geringe Abgaben zahlen musst. Steuern und Sozialversicherung werden meist nicht sofort, aber ggf. später fällig.

Wenn du eine Arbeit angeboten bekommst, für die Inhalt, Durchführung, Zeit, Dauer und Ort der Tätigkeit von der Auftraggeberin bestimmt werden, handelt es sich um eine klassische Arbeitnehmer*innentätigkeit. In diesem Fall solltest du um einen Arbeitsvertrag bitten.

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