Deutscher Gewerkschaftsbund

Anspruchsvoraussetzungen – Wer wird gefördert?

BAföG-Altersgrenze

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Wer bei Aufnahme eines Bachelorstudiums mind. 30 Jahre alt oder bei Aufnahme eines Masterstudiums mind. 35 Jahre alt ist, hat keinen Anspruch auf BAföG.

Es gibt aber verschiedene Ausnahmen, wonach BAföG-Bezug auch noch nach Überschreiten dieser Altersgrenze möglich ist:

  • Wenn du die Hochschulzugangsberechtigung über den zweiten Bildungsweg (z. B. Abendgymnasium) erlangt hast
  • Wenn du deine Hochschulzugangsberechtigung aufgrund deiner beruflichen Qualifikation erworben hast (dritter Bildungsweg)

und anschließend unverzüglich das Studium aufnimmst.

  • Wer durchgängig durch persönliche oder familiäre Gründe an der Aufnahme eines Studiums gehindert war, für den verschiebt sich die Altersgrenze um diese Zeit nach hinten. Dazu gehören insbesondere die Erziehung von Kindern im Alter von bis zu 14 Jahren, die Pflege eine_r/s Familienangehörigen oder eine eigene Erkrankung oder Behinderung.
  • Tritt eine einschneidende Veränderung deiner persönlichen Verhältnisse (z. B. Scheidung oder Tod des/der Ehe-/Lebenspartner_in) ein, kannst du ggf. auch mit über 30 (bzw. 35 Jahren) Jahren noch ein Studium aufnehmen und dafür BAföG bekommen. Lass dich dazu am besten persönlich beraten.

Studierende ohne deutschen Pass

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Studierende, die nicht aus einem EU-Staat stammen:

  • Du bist entweder heimatlos, Flüchtling, stehst unter Abschiebeschutz oder bist asylberechtigt.
  • Du hast deinen ständigen Wohnsitz in Deutschland und eines deiner beiden Elternteile oder dein_e Ehegatte/_in bzw. eingetragene_r Partner_in hat die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit.
  • Du hast deinen ständigen Wohnsitz in Deutschland und mindestens eines deiner beiden Elternteile hat sich in den letzten sechs Jahren in Deutschland aufgehalten und war davon mindestens drei Jahre erwerbstätig. Diese Zeit von drei Jahren verringert sich auf sechs Monate, wenn einer der folgenden Gründe eine weitere Erwerbstätigkeit verhindert hat: Arbeitsunfähigkeit, Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe, Mutterschaft, Fortbildung etc.
  • Du hast 60 Monate in Deutschland (legal und nachweisbar) deinen Lebensunterhalt verdient. Ferienjobs und Ausbildungsgänge werden für diese Regelung nicht angerechnet.

Studierende aus EU-Staaten:

  • Du selbst oder deine Eltern oder dein_e Gatte/_in dürfen sich nach den EU-Freizügigkeitsregelungen in Deutschland dauerhaft niederlassen.
  • Du warst mindestens 7 Monate in Deutschland erwerbstätig und du bist unverschuldet in deinem bisherigen Beruf arbeitslos geworden.
  • Du arbeitest seit mindestens 10 Wochen in Deutschland mit mindestens durchschnittlich 12h/Woche. (Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) 2015. Achtung: Während des BAföG-Bezugs müssen mindestens 12 Wochenstunden weitergearbeitet werden. Für die Voraussetzung wie auch den Bezug, ist es unerheblich, ob das Arbeitsverhältnis ein selbstständiges oder ein nichtselbstständiges ist.

Diese Kriterienliste soll als grober Überblick dienen. Daher ist es sinnvoll, dass du dich vor Antritt deines Studiums zum Beispiel beim örtlichen Studierendenwerk beraten lässt, ob du BAföG-berechtigt bist.

Doch Vorsicht! Auch wenn du eventuell eine Förderungsberechtigung nach BAföG hast, dein Aufenthalt aber über ein Visum zu Studienzwecken (§ 16 Aufenthaltsgesetz) geregelt ist, kann dich der Bezug von BAföG deine Aufenthaltsgenehmigung kosten. Lass dich also unbedingt vorher kompetent beraten.

Weitere Infos zu Studienfinanzierungsmöglichkeiten für Studierende ohne deutschen Pass findest du hier.