Deutscher Gewerkschaftsbund

Was wird gefördert?

Erststudium: Bachelor und Master

Nach oben

Nach § 7 BAföG ist die Erstausbildung grundsätzlich förderungsfähig. Die Ausbildungsförderung wird für mindestens 3 Studienjahre berufsbildender Ausbildung geleistet, bei längerer vorgesehener Ausbildungsdauer (z. B. wenn die in der Studien- und Prüfungsordnung vorgesehene Regelstudienzeit im Bachelor 7 oder 8 Semester beträgt), entsprechend länger.

Die in der Studienordnung vorgesehene Dauer des Studiums bestimmt die Förderungshöchstdauer nach BAföG. Zudem ist ein auf einen Bachelorstudiengang aufbauender Masterstudiengang förderungswürdig (ebenfalls für die in der Studienordnung vorgesehene Dauer).

Bei mehreren vorliegenden Bachelorabschlüssen kann ein Masterstudiengang ebenfalls gefördert werden, und zwar auch dann, wenn der Bachelorstudiengang zuvor nicht gefördert wurde.

Um förderungsfähig zu sein, muss der Studiengang planmäßig und geordnet berufliche bzw. wissenschaftliche Kenntnisse vermitteln und in Vollzeit studiert werden.

Die Förderung einer einzigen weiteren Ausbildung wird nur unter sehr engen Voraussetzungen gewährt. Möglich ist die Förderung einer weiteren Ausbildung,

  • wenn ein ausländischer Bildungsabschluss nicht anerkannt wird UND die Berufsausübung im Ausland unzumutbar erscheint oder
  • wenn nur durch eine zusätzliche Ausbildung zu einem Hochschulabschluss ein berufsqualifizierender Abschluss erreicht werden kann (z. B. bei Lehramts-Fachhochschulausbildung die Zusatzausbildung, um an Berufsschulen lehren zu dürfen oder für die Zulassungsprüfung für sogenannte Sonderschulen) oder
  • wenn dies durch das Ausbildungsziel erforderlich ist (z. B. beim Berufsbild der Schulpsycholog_innen oder Kieferchirurg_innen).

Davon zu unterscheiden sind die Regelungen beim "Fachrichtungswechsel".

Fachrichtungswechsel

Nach oben

Mit dem Begriff "Fachrichtungswechsel" ist eine deutliche Änderung der Ausrichtung deines Studienfaches gemeint (z. B. von Physik zu Philosophie). Die Fachrichtung kann ohne Einschränkung des BAföG-Anspruchs nur unter bestimmten Voraussetzungen gewechselt werden. Eine der Voraussetzungen ist, dass der Wechsel aus wichtigem oder aus unabweisbarem Grund erfolgt.

Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn sich die Eignung und/oder Neigung des_der Studierenden ändert (z. B. wenn du merkst, dass deine Mathematikfähigkeiten doch nicht für ein Mathestudium reichen, oder du feststellst, dass dich Mathe doch nicht so sehr interessiert, wie du dachtest).

Ein unabweisbarer Grund liegt vor, wenn es dir aus objektiven und subjektiven Gründen unmöglich ist, das Fach weiter zu studieren (z. B. eine eintretende Behinderung oder schwere Erkrankung, die dazu führen, dass du das Studium objektiv nicht mehr durchführen kannst und/oder die Ausübung des angestrebten Berufs nicht mehr möglich ist).

Beim Wechsel aus wichtigem Grund wirst du weiter mit regulärem BAföG (hälftig Zuschuss und hälftig Darlehen) gefördert, wenn du

  • nach dem 1. oder 2. Fachsemester erstmalig wechselst (ohne schriftliche Begründung)
  • spätestens nach dem 3. Fachsemester erstmalig wechselst (mit schriftlicher Begründung)
  • zum Zeitpunkt des erstmaligen Wechsels durch entsprechende Anrechnung bereits erbrachter Studienleistungen höchstens 3 Fachsemester Verlust im neuen Fach hast (mit schriftlicher Begründung).

Bei wiederholtem Wechsel – der dann ggf. sehr gut und überzeugend begründet werden muss – werden sogenannte Verlustsemester (die Differenz der Fachsemester, die bereits nach dem ersten Wechsel gefördert wurden, zu den in der Studienordnung vorgesehen Regelsemestern des neuen Studiengangs) nur noch mit Volldarlehen gefördert.

Bei der Begründung des Wechsels muss erläutert werden, weshalb das ursprüngliche Fach aufgegeben wurde, nicht weshalb das neue Fach gewählt wurde.

Achtung: Nach Beginn des 4. Fachsemesters kann nur noch aus unabweisbarem Grund gewechselt werden, ohne die Förderung zu verlieren. Ein neuer Studiengang wird bei Wechsel aus unabweisbaren Grund aber wieder komplett mit regulärem BAföG gefördert.

Lediglich eine Schwerpunktverlagerung liegt vor, wenn du nur den Schwerpunkt des Faches wechselst (z. B. von Mittelalterliche Geschichter zu Alter Geschichte). Dann können in der Regel große Teile des bisherigen Studiums im neuen Studiengang angerechnet werden. In der Regel folgt dann die Einstufung in das gleiche Fachsemester wie des Ursprungsstudiengangs.

Sowohl Fachrichtungswechsel als auch Schwerpunktverlagerung müssen unverzüglich, das heißt ohne schuldhaftes Zögern, stattfinden. Du solltest also zügig einen Wechsel anstreben, wenn dir schon zu Beginn des Studiums klar wird, dass das Fach nichts für dich ist. Bei zu langem Aussitzen einer Entscheidung kann jeglicher Anspruch auf BAföG erlöschen! Im Zweifel kann ein Urlaubssemester oder die Exmatrikulation helfen, wenn du mehr Zeit für eine Entscheidung brauchst.

Auslandsstudium/-semester

Nach oben

Wer im Ausland studiert, kann auch dort BAföG beziehen, wenn die allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sind und der Aufenthalt dem Studium förderlich ist. In folgenden Fällen ist das Studium BAföG-förderungsfähig:

  • Du wohnst in Deutschland und pendelst an eine Hochschule im Ausland (zum Beispiel nach Basel). Zuständig für den BAföG-Antrag ist dann das Amt für Ausbildungsförderung des Wohnortes (in der Regel bei der Stadt- oder Kreisverwaltung).
  • Du hast in der Bundesrepublik deine Abiturprüfung bestanden oder sogar schon ein Studium begonnen und willst nun im EU-Ausland oder in der Schweiz (weiter) studieren, vielleicht sogar bis zum Abschluss.
  • Du wohnst und studierst in Deutschland und gehst nur vorübergehend (für bis zu 2 Semester) ins Ausland. Zuständig ist in beiden Fällen das BAföG-Amt für das Land, in dem du die Auslandssemester studieren möchtest.

Neben den regulären BAföG-Leistungen kannst du zusätzlich Geld für die Hin- und eine Rückreise (innerhalb Europas jeweils 250 Euro, außerhalb Europas jeweils 500 Euro), für einen eventuellen Auslandszuschlag zur Krankenversicherung und bis zu 4.600 Euro (für maximal ein Jahr) für nachweisbar notwendige Studiengebühren bekommen. Dazu gibt es außerhalb der EU länderabhängige Auslandszuschläge, um die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Wenn du im Ausland wohnst und studierst, dann gibt es nur in begründeten Ausnahmefällen BAföG.

Da es gerade in diesem Zusammenhang viele Sonderregeln und Tücken gibt, solltest du dich rechtzeitig vor einem geplanten Auslandsstudium beim BAföG-Amt und beim Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule informieren und beraten lassen.

BAföG und Praktikum

Nach oben

Ist ein Praktikum verpflichtend in der Studienordnung vorgeschrieben und inhaltlich eingegrenzt, wird auch während des Praktikums weiter regulär BAföG gezahlt. Ebenso kann ein BAföG-Anspruch bestehen, wenn du vor Aufnahme eines Studiums ein verpflichtendes Vorpraktikum ableistest, das Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang ist.

Ein Pflichtpraktikum, das im Ausland abgeleistet wird, wird wie ein Auslandsstudium gefördert (siehe BAföG im Ausland). Beachte aber, dass ein Praktikumsentgelt aus einem Pflichtpraktikum immer eins zu eins auf den BAföG-Anspruch angerechnet wird.

Ein Freibetrag wird nicht gewährt - lediglich die Werbungskostenpauschale, die BAföG-Sozialpauschale und ggf. gezahlte Steuern werden bei der Berechnung des anzurechnenden Einkommens berücksichtigt. Je nach Höhe des Praktikumsentgelts kann also das BAföG in den Monaten des Pflichtpraktikums vermindert sein oder gar ganz entfallen.

Ein freiwilliges Praktikum parallel zum Vollzeitstudium hat keinen Einfluss auf den BAföG-Anspruch, ggf. aber auf die Höhe deiner Förderung. Entgelt aus einem freiwilligen Praktikum wird als normales Erwerbseinkommen betrachtet, es gelten die regulären Freibeträge (siehe BAföG und Dazuverdienen).

Achtung: Wer vom Studium beurlaubt ist, erhält in dieser Zeit kein BAföG. Überlege also genau, ob du dich für ein Praktikum beurlauben lässt. Im Zweifel lass dich über Vor- und Nachteile persönlich in einem unserer Campus-Offices beraten!

Duales Studium

Nach oben

Bei dualen Studiengängen gibt es hin und wieder Unsicherheit, ob auch ein Anspruch auf BAföG besteht. Das liegt daran, dass es sehr verschiedene Arten von dualen Studiengängen gibt.

Daher solltest du dich schon vor Studienaufnahme an der Hochschule und beim örtlichen Studierendenwerk erkundigen, damit am Ende keine böse Überraschung steht. Selbst wenn mit BAföG-Förderfähigkeit geworben wird, ist das nicht sicher - manchmal ist damit nur das sogenannte Meister_innen- bzw. Aufstiegs-BAföG gemeint, das mit dem klassischen Studierenden-BAföG nichts zu tun hat (mehr Infos dazu auf der Seite des BMBFs).

Um ganz sicher zu gehen, kannst du im Vorfeld beim zuständigen BAföG-Amt einen Antrag auf Vorab-Entscheid stellen. Wenn dir darin ein grundsätzlicher BAföG-Anspruch zuerkannt wird, so ist das BAföG-Amt dann bei tatsächlicher Aufnahme des entsprechenden Studiums ein Jahr lang an diese Entscheidung gebunden!

Solltest Du im dualen Studium BAföG beantragen und zugleich vom Vertragsunternehmen eine Vergütung bekommen, gilt: Die Ausbildungsvergütung wird voll auf deinen bestehenden Förderanspruch angerechnet, ein Freibetrag wird nicht gewährt.

Dein Einkommen wird aber auch dann um die Werbungskostenpauschale, die BAföG-Sozialpauschale und ggf. gezahlte Steuern bereinigt. Je nach Höhe der Ausbildungsvergütung kann also das BAföG vermindert sein oder ganz entfallen (siehe auch unter BAföG und Dazuverdienen).

Förderungshöchstdauer/Verlängerung

Nach oben

Die Förderhöchstdauer kann bei Vorliegen anerkannter Gründe auf Antrag verlängert werden. Wichtig ist, dass du dem BAföG-Amt erklärst, wieso einer (oder mehrere) der anerkannten Gründe zu einer Verzögerung deines Studiums geführt hat – das Vorliegen eines möglichen Grundes allein rechtfertigt noch keine längere Förderung!

Für eine angemessene Dauer kann dir eine Verlängerung gewährt werden, wenn du die Förderungshöchstdauer

  1. aus schwerwiegenden Gründen (dazu gehören u. a. Krankheit, eine von dir nicht zu vertretende Verlängerung der Examenszeit, z. B. weil deine Prüferin plötzlich krank geworden ist oder das erstmalige Nichtbestehen einer Zwischen-/Modulprüfung, wenn sie Voraussetzung für die Weiterführung der Ausbildung ist)
  2. infolge der in häuslicher Umgebung erfolgenden Pflege eines oder einer pflegebedürftigen nahen Angehörigen im Sinne des § 7 Absatz 3 des Pflegezeitgesetzes, der oder die nach den §§ 14 und 15 des Elften Buches Sozialgesetzbuch – Soziale Pflegeversicherung – mindestens in Pflegegrad 3 eingeordnet ist,
  3. infolge einer Mitwirkung in gesetzlich oder satzungsmäßig vorgesehenen Gremien und Organen
    a) der Hochschulen und der Akademien im Sinne des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 6
    b) der Selbstverwaltung der Studierenden an Ausbildungsstätten im Sinne des Buchstaben a
    c) der Studierendenwerke und
    d) der Länder,
  4. infolge des erstmaligen Nichtbestehens der Abschlussprüfung,
  5. infolge einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu 14 Jahren

überschritten hast.

Als angemessen gilt die Zeit, die dem Zeitverlust entspricht, der durch den die Überschreitung der Förderungshöchstdauer rechtfertigenden Grund entstanden ist. Dabei richtet sich die Beurteilung, was eine angemessene Zeit ist, teilweise nach verwaltungsrechtlichen Vorgaben, teilweise kommt es auf die tatsächlich entstandene Verzögerung (und darauf, dass du diese gut begründest) an.

Wenn du zum Beispiel wegen einer Grippe (eine Erkrankung zählt zu den schwerwiegenden Gründen) nicht an einer obligatorischen Prüfung teilnehmen konntest und diese Prüfung nur einmal im Jahr angeboten wird, dann kann diese Grippe zu einer Verlängerung um 2 Semester führen. Andersherum kann für eine schwerere oder gar chronische Erkrankung nur eine ziemlich kurze Verlängerung gewährt werden, wenn diese kaum Auswirkungen auf deinen Studienverlauf hatte.

Für die Verlängerung wegen Schwangerschaft und Kindererziehung gibt es hingegen Vorgaben. So kann die Förderung wegen Schwangerschaft um ein Semester verlängert werden, wegen Kindererziehung bis zum 5. Geburtstag des Kindes jeweils ein Semester pro Lebensjahr, für das 6. und 7. Lebensjahr des Kindes insgesamt ein Semester, für das 8. bis 10. Lebensjahr des Kindes insgesamt ein Semester und für das 11. bis 14. Lebensjahr des Kindes nochmal insgesamt ein Semester.

Liegen mehrere Verlängerungsgründe vor, kann die Förderung entsprechend länger gewährt werden (z. B. 3 Semester wegen Schwangerschaft und Kindererziehung und 1 Semester wegen einer Erkrankung).

Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus wird in der Regel wie reguläres BAföG, also hälftig als Zuschuss und hälftig als Darlehen gewährt. Nur die Verlängerung, die dir aufgrund einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu 14 Jahren gewährt wird, wird als Vollzuschuss gezahlt.

Auch eine spätere Vorlage des Leistungsnachweises nach dem 4. Fachsemester (Formblatt 5) kann bei Vorliegen einer Studienverzögerung aus oben genannten Gründen gewährt werden. Dafür musst du formlos einen Antrag auf spätere Abgabe des Formblatts 5 stellen und wie oben begründen können.
Beachte: Gibst du nach dem 4. Fachsemester einen positiven Leistungsnachweis ab, weist du damit dem BAföG-Amt gegenüber nach, dass du alle bis dahin vorgeschriebenen Leistungen erbracht hast! Verzögerungen, die eventuell trotzdem in den ersten 4 Fachsemstern entstanden sind (z.B. im Nebenfach), kannst du dann am Ende des Studiums nicht mehr geltend machen. Gefälligkeitsunterschriften von Dozent_innen oder dem Prüfungsbüro können dir schaden!

Hilfe zum Studienabschluss

Nach oben

Wer die Förderungshöchstdauer beim BAföG überschritten hat und keine (ggf. weiteren) anerkannten Verlängerungsgründe anbringen kann, kann ggf. Hilfe zum Studienabschluss beziehen. Diese Art der Ausbildungsförderung kann über die Förderungshöchstdauer oder über die gewährte Verlängerung der Förderungsdauer hinaus geleistet werden, wenn du spätestens innerhalb von 4 Semestern zur Abschlussprüfung zugelassen bist und die Prüfungsstelle bescheinigt, dass du die Ausbildung innerhalb der Abschlusshilfedauer abschließen kannst.

Die Hilfe zum Studienabschluss wird für bis zu 2 Semester als unverzinstes Volldarlehen gewährt. Die Höhe bemisst sich nach deinem Bedarf nach BAföG. Einkommen wirkt sich ggf. mindernd aus. Du kannst die Höhe des Darlehens auch auf eigenen Wunsch begrenzen, wenn du z. B. wegen eines Nebenjobs nicht auf die volle Höhe angewiesen bist. Neben diesem besonderen "BAföG" kannst du ggf. noch Wohngeld beziehen.

Während der Hilfe zum Studienabschluss kann auch der Kinderzuschlag gezahlt werden. Diesen erhältst du auch während der Studienabschlusshilfe als Zuschuss.

In einigen Bundesländern gibt es Studienabschlussdarlehen von studentischen Darlehenskassen, die an ähnliche, wenn auch zum Teil weniger strenge Kriterien gebunden sind. Zu weiteren lokalen Darlehensmöglichkeiten, erkundige dich beim zuständigen Studierendenwerk oder deinem AStA/StuRa.